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BTE-Umfrage: mit PKW-Anreisende kaufen mehr

Von Simone Preuss

2. Mai 2022

Einzelhandel

Bild: FashionUnited

Der BTE hat die Anreise von Innenstadt-Kund:innen und ihrer bevorzugten Anreisemittel untersucht. Laut einer Befragung aus den beiden ersten Märzwochen in insgesamt zehn deutschen Städten kamen 54 Prozent der befragten Innenstadtbesucher:innen mit dem Auto in die Stadt, 31 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zehn Prozent zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Dabei bleiben Autonutzer:innen am längsten und geben am meisten aus.

Je nach Wohnort der Besucher:innen gab es starke Abweichungen: Während auswärtige Gäste zu 68 Prozent mit dem Auto und nur zu 25 Prozent mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisten, nutzten in der Stadt ansässige Besucher:innen das eigene Auto nur zu 40 Prozent und immerhin zu 37 Prozent öffentliche Verkehrsmittel. Bei Stadtbewohner:innen ist zudem noch die Anreise mit dem Fahrrad (12 Prozent) und zu Fuß (9 Prozent) bedeutsam.

Kaufquote korreliert positiv mit PKW-Erreichbarkeit

Wie wichtig die Erreichbarkeit mit dem Auto für den Handel in den Städten ist, zeigt auch der Blick auf die Kaufquote. Diese lag bei den PKW-Kund:innen mit 48 Prozent mit Abstand am höchsten. Deutlich geringer war die Kaufrate bei der Anreise per öffentliche Verkehrsmittel (38 Prozent), mit dem Fahrrad (37 Prozent) und zu Fuß (33 Prozent).

Bild: BTE

Mit dem PKW-Anreisende genießen den Stadtbesuch meist als Gemeinschaftserlebnis und reisen zu zweit an (zwei Drittel), bei 17 Prozent sitzen sogar drei und mehr Personen im Auto. Dagegen dominiert bei den anderen Verkehrsmitteln die Einzelanreise, und zwar beim Fahrrad mit 67 Prozent, zu Fuß mit 57 Prozent sowie bei Bus und Bahn immerhin noch mit 48 Prozent.

„Entscheidend für den Handel ist aber die Erkenntnis, dass PKW-Nutzer:innen überdurchschnittlich lang in den Cities verweilen und mehr einkaufen. Immerhin ein Viertel bleiben mindestens drei Stunden, knapp ein Drittel kauft dann mindestens vier Teile im Textil- und Schuhhandel. ÖPNV-Kunden bleiben dagegen zu 94 Prozent maximal zwei Stunden und kaufen dann maximal drei Artikel. Ähnlich unterdurchschnittlich waren die entsprechenden Werte bei den Kund:innen, die zu Fuß oder per Fahrrad anreisten“, fasst der BTE zusammen.

Als Fazit hält der BTE fest, dass die Erreichbarkeit der (Innen)Städte mit dem eigenen Auto auch in Zukunft gewährleistet werden muss, um die wirtschaftliche Basis des Textil- und Bekleidungshandels und damit auch die Funktion der Innenstädte und ihre Finanzierung als Ort der Begegnung und Kultur zu sichern.

Parallel dazu ist ein Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs erforderlich, der BTE warnt aber, dass er die Bedürfnisse der Auto-Nutzer:innen schon aus Kapazitätsgründen nicht vollständig ersetzen kann. Gerade Kund:innen aus dem Umland können aus logistischen Gründen nicht auf Bus und Bahn ausweichen.

„Speziell die Politiker:innen in den Großstädten und Oberzentren müssen daran erinnert werden, dass sie nicht nur Verkehrspolitik für ihre eigenen Bürger:innen machen können, sondern ihre Stadt einschließlich des ansässigen Handels qua Gesetz auch eine Versorgungsfunktion für das Umland hat“, schließt der BTE.

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