BTE warnt vor „Irrweg Saisoneröffnungsrabatt"

Der Sommerschlussverkauf ist gerade erst vorbei, da starten die ersten Modehäuser bereits mit Rabatten auf neue Ware zum Saisonauftakt. Ziel ist dabei in aller Regel, Kunden von Wettbewerbern anzulocken oder zumindest keine an diese zu verlieren und zudem Liquidität zum Begleichen der anfallenden Lieferantenrechnungen zu bekommen. Eine Milchmädchenrechnung, wie der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) meint.

Trotz der vordergründig nachvollziehbaren Motive hält der Verband die Gewährung von Saisoneröffnungsrabatten nämlich für einen Irrweg. „Bei der ersten Rabattaktion geht diese Strategie zwar meist auf, doch die Kunden gewöhnen sich schnell daran und erwarten dann zu jedem Saisonbeginn Preisnachlässe auf aktuelle Mode“, so die Befürchtung. Zudem hätten zuletzt immer mehr Mitbewerber nachgezogen, so dass schon zu Saisonbeginn ein Preisverfall zu Lasten der Rendite eingesetzt habe. Für den stationären Handel, der aufgrund stets geringer werdender Nachfrage und fallender Umsätze sowieso bereits um seine Existenz bangen muss, eine geradezu verheerende Entwicklung.

Verband fordert mehr Kreativität

Als „katastrophal“ empfindet der BTE Saisoneröffnungsrabatte auch für die generelle Glaubwürdigkeit der Branche. Zwar sei für den Kunden tendenziell sicherlich nachvollziehbar, dass Mode im Saisonverlauf an Wert verliere, da sich die Tragezeit verkürze. „Warum aber soll eine brandneue Ware weniger als den regulären Preis kosten?“ Hier setze man sich schnell dem Verdacht von Mondpreisen aus, so der Verband.

Tatsächlich haben viele Unternehmer im Modehandel die Problematik der frühen Rabatte erkannt. Sie trauen sich aus Angst vor Umsatzverlusten aber nicht, von dieser Praxis abzuweichen. Vor diesem Hintergrund sollten Alternativen gesucht werden, die weg von pauschalen Nachlässen auf das gesamte Sortiment für alle Kunden gehen.

Es ist sicherlich nicht einfach, die anhaltende Abwärtsspirale der Preise zu stoppen. Bei dieser Aufgabe braucht der Fashionhandel Kreativität und ggf. auch das nötige Selbstbewusstsein, um nicht bei jeder Rabattaktion eines Mitbewerbers (auch im Internet) mitzuziehen. „Wer in punkto Sortiment, Beratung und Ambiente seine Hausaufgaben gemacht hat, dürfte sich Preisstabilität zu Saisonbeginn durchaus leisten können“, so das Fazit des BTE.

Foto: Petra Bork / pixelio.de

 

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