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Der Boom hält an: Deutschlands Onlinehandel wächst erneut zweistellig

Zuletzt hatten etliche Experten dem Onlinehandel immer wieder ein baldiges Ende der gewohnt exorbitanten Wachstumsraten prophezeit. Der Markt sei mittlerweile gesättigter und entwickle sich langsamer als in den vergangenen Jahren, hieß es. Zudem bleibe auch der stationäre Handel weiter attraktiv, vor allem für Erlebnis-Kunden.

Die neuesten Zahlen der Branchenverbände Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) zeigen jedoch: ein Ende des Booms im E-Commerce ist derzeit nicht in Sicht. So bescherten die Verbraucher dem Online-Handel zwischen April und Juni 2017 einen Brutto-Umsatz in Höhe von 13,9 Milliarden Euro, ein Plus von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im gesamten Interaktiven Handel (Online- und klassischer Versandhandel) wurden gut 15 Milliarden Euro umgesetzt. Demnach hat der Onlinehandel einen Anteil von 93 Prozent am Gesamtumsatz des Interaktiven Handels.

Modegeschäft wächst nur langsam

Getrieben wird das aktuelle Wachstum im E-Commerce vor allem durch steigende Geschäfte mit Möbeln und Wohnaccessoires, aber auch Elektro- und Freizeitartikel boomen bei den Online-Kunden. Zudem setzen immer mehr Verbraucher auf die Lieferdienste von Lebensmittelanbietern im Netz, so dass dieser Geschäftsbereich im zweiten Quartal 2017 um fast 25 Prozent zulegen konnte.

Weiterhin sehr beliebt aber nicht mehr besonders expansiv zeigt sich hingegen der Modebereich im deutschen E-Commerce. So setzte der Textilhandel zwischen April und Juni 2,6 Milliarden Euro um, was einer Steigerung von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Bereich Schuhe erwirtschaftete zugleich mit einem Online-Umsatz von 868 Millionen Euro ein Plus von 2,2 Prozent.

Mit einem weiteren Wachstum von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Umsatz von 6,633 Milliarden Euro besetzten die Online-Marktplätze fast wieder die Hälfte der Gesamtumsätze. Im zweiten Quartal zogen allerdings die Multichannel-Versender mit großen Schritten nach. Diese Kategorie wuchs im Vergleich zum Vorjahr um satte 21,1 Prozent und erreichte einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro. Darunter verzeichneten die Versender mit Herkunft aus dem stationären Geschäft ein überproportionales Plus von 27,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr setzte die Branche im Privatkundengeschäft allein mit Waren rund 52,7 Milliarden Euro um. Der Online-Handel mit Waren hat daran aktuell einen Anteil von über 90 Prozent. Mit den guten Geschäftsergebnissen des Jahres 2016 und dem ersten Halbjahr 2017 im Rücken, erwartet der BEVH in diesem Jahr für den interaktiven Handel insgesamt ein Wachstum von 8 Prozent auf ca. 61,7 Milliarden Euro. Für den E-Commerce-Bereich rechnet der Verband erneut mit einem klar zweistelligen Zuwachs um elf Prozent auf rund 58,5 Milliarden Euro.

Foto: Amazon