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Die Retail-Trends, die 2022 prägen werden

Von FashionUnited

5. Jan. 2022

Einzelhandel

Bild: Faguo

Der Handel wandelt sich weiterhin mit rasanter Geschwindigkeit. Wer mithalten will, sollte die Retail-Trends von morgen kennen. Von Social Shopping bis Second Hand, hier gibt FashionUnited einen Überblick über die großen Retail-Trends, die 2022 prägen werden.

Social Shopping

Social Shopping, also der Ansatz, online über soziale Netzwerke einzukaufen, wird allmählich zu einer allgemeinen Maxime. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov haben bereits 20 Prozent der Deutschen über ein soziales Netzwerk gekauft und ein Fünftel der Befragten gibt an, dies noch nicht getan zu haben, es sich aber vorstellen zu können. Bisher sind Facebook und Instagram die beliebtesten Plattformen für Direktkäufe.

Anzumerken ist, dass das Social Shopping verschiedene Arten umfasst. Dazu gehört auch das Live-Shopping, das auch als „Shopping-Streaming“ oder „E-Commerce-Streaming“ bezeichnet wird. Der Inhalt eines Shopping-Streams variiert von Marke zu Marke, aber in der Regel handelt es sich um ein Live-Video auf Instagram oder einem anderen sozialen Netzwerk, in dem eine oder mehrere Personen Artikel aus der aktuellen Kollektion präsentieren und mit den Zuschauer:innen über Kommentare interagieren.

Zu den Marken, die Live-Shopping praktizieren, gehören unter anderem Monki, Livy, Monnier Frères, IKKS, Galeries Lafayette Champs Elysées.

Second-Hand

Der Second-Hand-Markt wächst und soll sich in den nächsten Jahren (2025) auf insgesamt 34 Milliarden Euro verdoppeln (Zahlen von Cross-Border Commerce Europe). Noch kauft laut einer Studie des Verbands GermanFashion zwar nur etwa ein Fünftel der Verbraucherinnen und Verbraucher gebrauchte Kleidung, aber der Trend zeigt deutlich nach oben. Die Unternehmensberatung KPMG und des Kölner Handelsforschungsinstitut EHI hält es für möglich, dass Secondhand-Kleidung in den kommenden zehn Jahren einen Marktanteil von 20 Prozent erreicht. Für die Menschen spricht das Kaufargument, dass die Weiternutzung von Textilien besonders nachhaltig ist.

Von Isabel Marant bis C&A, erkunden viele Marken den Markt für gebrauchte Kleidung. Weitere Marken, die darauf setzen, sind: The Kooples, Sandro, H&M und Burberry.

Ethische Werte

Nachhaltigkeit spielt beim Modeeinkauf eine größere Rolle als zuvor. Das beobachten nicht nur die Einkäuferinnen bei Premium-Kaufhäusern wie KaDeWe und bei Breuninger. von Die Analyse von mehr als 3000 Interviews aus der DACH-Region von KMPG hat ergeben, dass 87 Prozent der Menschen in Deutschland bereit sind, beim Online-Einkauf Zugeständnisse zu machen, wenn sie der Umwelt dienen.

In Deutschland ist nachhaltiges Einkaufen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen schon sehr ausgeprägt, beobachtet Ulla Ertelt, die Geschäftsführerin des Marktforschungsunternehmens HML Modemarketing. Im Premium-Segment der Damen über 50 Jahren und der Jüngeren zwischen 15 und 25 Jahren greifen teils über 30 Prozent der Menschen zu nachhaltigen Alternatoven. Der ethische Aspekt und die Transparenz sind daher unumgängliche Hebel, um Kundschaft zu binden.

Marken, an denen man sich ein Beispiel nehmen kann: Faguo, Réuni, Le Slip Français.

Die menschliche Erfahrung (und nicht das Kundenerlebnis)

Lassen Sie uns nicht mehr von dem „Kundenerlebnis“, sondern von „menschlicher Erfahrung“ sprechen. Dies ist der Vorschlag, der in einem auf Linkedin veröffentlichten Artikel von Regine Vanheems, einer Expertin für Omnichannel und Phygitales, vorgebracht wurde. Ihrer Meinung nach sollte sich das Einkaufserlebnis nicht an der Kundschaft orientiert sein, sondern sich für die Person interessieren: „Man sollte nicht mehr von dem Erlebnis für Kund:innen sprechen, sondern von der Erfahrung eines Menschen ihrer Gesamtheit.“ Sie erklärt, dass das Unternehmen die Person freundschaftlich auf dem Lebensweg begleiten und nicht mehr bloß die Erfahrung an den Kontaktpunkten verbessern soll. Die Idee ist, an der Seite der Person präsent zu sein, wenn sie es braucht, anstatt nur dann mit ihr in Kontakt zu treten, wenn man ein Produkt zu verkaufen hat.

Marken, an denen man sich ein Beispiel nehmen kann: Decathlon, Etam (zwei Marken, die 2021 den Preis für exzellenten Kundenservice, Verzeihung Menschenservice, erhalten).

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Dieser Artikel entstand mithilfe von Julia Garel, Barbara Russ, Weixin Zha.