Galeries Lafayette schließt sein Kaufhaus in Peking
Die französische Kaufhauskette Galeries Lafayette schließt am Mittwoch nach 13 Jahren die Türen ihres Kaufhauses in Peking. Grund dafür sind veränderte Kundschaftsanforderungen und ein Rückgang im Luxussegment in einem Land, das einst als Eldorado galt.
Am Dienstag, dem Tag vor der Schließung, strömten zahlreiche Kund:innen auf der Suche nach Last-Minute-Schnäppchen durch die Boutiquen des riesigen, sechsstöckigen Kaufhauses im Herzen der Hauptstadt. Gleichzeitig packten die Mitarbeitenden die unverkaufte Ware und die Schaufensterpuppen ein. Sie halfen dabei, die Regale mit Handtaschen, Kleidung, Schuhen und Kinderspielzeug zu leeren, bevor das Kaufhaus auf unbestimmte Zeit seine Türen schloss.
„Seid nicht traurig, es ist kein endgültiger Abschied“, erklärte das Kaufhaus in einer Anfang Mai in den Sozialen Netzwerken veröffentlichten Nachricht. „Bis bald, Peking“, versprach es.
In einer Mitteilung von Mitte Mai verwies Galeries Lafayette auf die veränderten Erwartungen der Kundschaft. „Moderne Konsument:innen legen zunehmend Wert auf Komfort, einen erstklassigen Service, bereichernde Erlebnisse und ein gesteigertes Wohlbefinden“, hieß es. „Das Unternehmen beabsichtigt, funktionellere und agilere Geschäfte anzubieten, die einen stärkeren Fokus auf die Auswahl von Marken und Produkten legen“, fügten sie hinzu.
Die Geschäftsleitung von Galeries Lafayette hatte separat erklärt, dass das Pekinger Kaufhaus mit seinen 48.000 Quadratmetern zu groß sei, um ohne größere Investitionen modernisiert zu werden.
Als Galeries Lafayette 2013 sein erstes Kaufhaus auf dem chinesischen Festland in Peking eröffnete, erlebte China eine Phase starken Wachstums im Luxussegment. Der Aufstieg der Mittelschicht versprach damals neue Absatzmärkte für Marken, die für die breite Masse in China bis dahin unzugänglich waren. Seitdem haben die Covid-19-Pandemie, eine tiefgreifende Immobilienkrise mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen und ein stagnierender Binnenkonsum ihre Spuren hinterlassen.
Galeries Lafayette versicherte, dass die Schließung des Pekinger Kaufhauses die Präsenz des Unternehmens nicht in Frage stelle. Es betreibt drei weitere Kaufhäuser auf dem chinesischen Festland in Shanghai (Osten) und Shenzhen (Süden) sowie in der Sonderverwaltungsregion Macao. In China stützt sich Galeries Lafayette auf ein Joint Venture zu gleichen Teilen mit dem lokalen Partner Hopson Group. Das Unternehmen war Mieter des Kaufhauses in Peking.
International besitzt die Gruppe Kaufhäuser in Indonesien (Jakarta), Indien (Mumbai und Neu-Delhi), im Nahen Osten (Dubai und Doha) und in Luxemburg.
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