Geldpolitik: Handel will an Cent-Münzen festhalten

In den vergangenen Tagen wurde auf wirtschaftspolitischer Ebene immer offener über eine Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen diskutiert, nachdem Italien angekündigt hatte, den Kleinstmünzen den Garaus machen zu wollen. Die Südeuropäer halten die Kupfermünzen für obsolet und überlegen derzeit, Cent-Beträge auf den nächsten Fünferschritt auf- oder abzurunden und künftig die Fünf-Cent-Münze als kleinste Einheit zu definieren.

Auch in Deutschland wird seitdem über die Abschaffung nachgedacht, was erwartungsgemäß den Einzelhandel auf den Plan ruft. Wenn das Kleingeld abgeschafft werden sollte, mache das nur im Rahmen einer verbindlichen Regelung auf europäischer Ebene Sinn, so der Handelsverband Deutschland (HDE). Dabei sollte dann auch festgelegt werden, wie Rundungen bei Beträgen, die auf 99 oder 98 Cent enden, stattfinden müssten. „Ansonsten wäre bei freiwilligen Rundungen im Handel problematisch, dass die Händler den Kunden erklären müssten, wann auf welchen Betrag auf- oder abgerundet wird. Das könnte den Bezahlvorgang an den Kassen erheblich verzögern“, so der HDE-Zahlungsexperte Ulrich Binnebößel. Zudem müssten Kassensysteme angepasst und Kassendifferenzen steuerrechtlich abgestimmt werden.

Generell sieht der HDE die Abschaffung des Kleingeldes eher kritisch. Schließlich müsste der Handel dann auf die Preise, die auf 99 oder 98 Cent enden, verzichten, um weiterhin Preisklarheit zu gewährleisten. Das wiederum nähme den Unternehmen in den Zwischenpreislagen „wichtige Preisdifferenzierungsmöglichkeiten“. Außerdem würden dann zwar tendenziell weniger Münzrollen mit Wechselgeld benötigt, allerdings würde der Entfall der kleinsten Centmünzen durch einen Mehrbedarf der anderen Münzen, insbesondere der 5-Cent Münze, teilweise wieder aufgehoben, heißt es.

Foto: Petra Bork / pixelio.de

 

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