Gen Z: Was Einzelhändler über diese Generation wissen müssen

In den vergangenen Jahren waren die Millennials das Gesprächsthema schlechthin, aber vergessen wir nicht, dass die Gen Z, geboren zwischen 1995 und 2010, schnell an Kaufkraft gewinnt. Als Vorbereitung auf die mittlerweile größte Verbrauchergruppe widmete die vergangene Ausgabe der Amsterdamer Fachmesse Modefabriek daher der Generation einen Vortrag. Hier sind einige Highlights aus der Präsentation der Trendforscherin Pernille Kok-Jensen.

Kok-Jensen, Direktor für Cultural Insights bei Fitzroy und ehemalige Leiterin der Trendabteilung der Forschungsagentur Mare, gibt zunächst einige Details zu dieser Generation. Der zwischen 1995 und 2010 geborene Gen Z'er kennt die Welt ohne Internet nicht. In zehn Jahren werden Gen Z'ers und Millennials die Hälfte der erwachsenen Weltbevölkerung ausmachen. Essen, Schlafen und Internet sind daher für 81 Prozent der Generation gleichermaßen wichtig, so Kok-Jensen. Das Internet liegt damit auf dem gleichen Niveau wie die Grundbedürfnisse Essen und Schlafen. Da das Internet aus der Welt nicht mehr wegzudenken ist, ist diese Generation es auch gewohnt, ständig online zu sein und Informationen aufzunehmen. Ob sie das nun bewusst tun oder nicht. Gen Z ist sich über alles, was in der Welt geschieht, bewusst. Betrachten wir nur die Jugendlichen, die im Zeichen des Klimawandels auf die Straße gehen. Trotz des jungen Alters weiß eine große Gruppe genau, was los ist.

MF-Talk: Was Einzelhändler über Gen Z wissen müssen

Es ist nicht verwunderlich, dass sich eine Generation, die die Welt ohne Internetverbindung nicht kennt, sich zwischen online und offline befindet - dieser Zustand wird auch als "inline" bezeichnet. Die beiden Welten verschmelzen ineinander. So muss beispielsweise online mehr bieten als nur online und offline auch Elemente von online. Wie soll man sich das vorstellen? Zum Beispiel ein Webshop ohne statische Packshots, dafür aber ein Video von einer Tanzperformance, von welcher die Kleidungsstücke erhältlich sind. Eine Studie von Womble Bond Dickinson, die letzte Woche veröffentlicht wurde, zeigt, dass zwei Drittel der Gen Z mindestens einmal alle zwei Wochen online einkaufen und jeden Monat etwa drei Dinge online kaufen. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass Smartphones die Art und Weise beeinflussen, wie sie neue Einzelhändler und Marken entdecken. Wie eine Marke online in Szene gesetzt wird und welches Einkaufserlebnis hier geboten wird, ist daher für diese Generation sehr wichtig. Im Vortrag zeigt Kok-Jensen das Video des Online-Shops Nowness, wo in einem einkaufbaren Video Tänzer verschiedene Kleidungsstücke "verkaufen", während Besucher der Website auch den modernen Tanz genießen können.

Ein Problem des "Ständig-Online-Seins" ist die Rastlosigkeit dieser Generation. Nicht umsonst suchen sie nach Wegen zur Entspannung, ob online oder offline. Kok-Jensen zufolge ist es daher wichtig, diese Gruppe mit Vorsicht anzugehen, da sie in vielen Bereichen noch eine gewisse Fragilität aufweist. In vielerlei Hinsicht sind sie bereits reif, wie z.B. das im Gehirn bereits voll entwickelte Emotionsspektrum, aber den Gesamtüberblick zu behalten, bleibt schwierig, da das Gehirn bis zum Alter von 25 Jahren noch nicht vollständig entwickelt ist. In einer Welt, in der Reize links und rechts an der Generation vorbeifliegen, suchen sie nach Wegen, ihr eigener Arzt zu werden. Wenn Sie als Marke dazu beitragen können, solange sie zu Ihrer Marken-DNA passt, dann könnten Sie bei der Gruppe über einen Vorteil verfügen.

Was bedeutet die Gen Z für den Einzelhandel

Wie können Sie als Einzelhändler oder Marken wissen, wie man mit der Gen Z umgeht? Fragen Sie sie. Schließlich ist es keine Generation, die sich zurücklehnt und entspannt, während die Welt ihren eigenen Weg geht. Die Vorhut der Generation besteht laut Kok-Jensen aus Aktivisten. Da diese Gruppe täglich so viele Informationen erhält, sind sie gut informiert. "Weise über ihr Alter hinaus", so Kok-Jensen. Der Vorteil dabei ist, dass sie keine Angst haben, sich ans Steuer zu setzen und aktiv zu helfen. Es ist eine Generation, die in Lösungen denkt und die es nicht stört, aktiv mitzudenken. Eine Form von Mitbestimmung sozusagen. Als Marke und als Einzelhändler müssen Sie das Rad nicht mehr erfinden, es ist okay, sie wissen zu lassen, dass Sie es einfach nicht herausfinden können und dass Sie Hilfe gebrauchen, um dieser Generation so gut wie möglich zu dienen. Der beste Weg, diese Generation zu erreichen, ist online, das haben wir bereits herausgefunden. Bei der Suche nach Antworten: Wenn Sie (online) suchen, werden Sie sie finden.

Beeld: Unsplash

 

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