Glänzende Kauflaune: Konsumklimaindex steigt auf höchsten Wert seit fast vierzehn Jahren

Das Konsumklima ist in Deutschland derzeit so gut wie lange nicht mehr: Angesichts solider Zahlen im Mai prognostizierte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für den kommenden Monat einen weiteren leichten Anstieg des Indizes. Mit 10,2 Punkten wird er voraussichtlich so hoch ausfallen wie seit Jahren nicht mehr. Einen besseren Stand erreichte der Konsumklimaindex zuletzt vor fast vierzehn Jahren: Im Oktober 2001 lag er bei 11,0 Punkten.

Für den Mai ermittelten die Konsumforscher einen Wert von 10,1 Punkten, was eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vormonat (10,0 Punkte) bedeutete. Entscheidend für den moderaten Zuwachs waren das Vertrauen der Konsumenten in die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die gestiegene Anschaffungsneigung. Die individuelle Einkommenserwartung, der dritte Indikator für die Berechnung des Konsumklimas, ging hingegen im Vergleich zum April leicht zurück.

Die Konjunkturerwartung verbesserte sich im Mai gegenüber dem Vormonat (35,3 Punkte) auf 38,3 Punkte. Dass Wachstumszahlen und Erwartungen in der Wirtschaft zuletzt wenig Grund zur Euphorie boten, scheint die Deutschen derzeit kaum zu verunsichern: „Offenbar sehen die Konsumenten momentan bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland in erster Linie die überaus robust verlaufende Binnennachfrage, insbesondere die privaten Konsumausgaben“, erklärte die GfK.

GfK sieht Risiken: Internationale Krisen könnten dem Höhenflug ein Ende bereiten

Die individuelle Einkommenserwartung ging demgegenüber im Vergleich zum April (55,1 Punkte) zurück und erreichte nur noch 52,0 Punkte. Damit sei das Niveau aber „weiterhin sehr gut“, betonten die Marktforscher – schließlich hatte der Indikator im Vormonat „den Höchstwert seit der Wiedervereinigung“ erreicht. Einen möglichen Grund für den Rückgang sahen die Verfasser der Studie in den zuletzt wieder „spürbar“ anziehenden Energiepreisen: „Möglicherweise sind die zuletzt wieder etwas angestiegenen Inflationserwartungen der Verbraucher ein Grund für ihren leicht nachlassenden Einkommensoptimismus“, erklärten sie.

Die Kauflaune ließen sich die Deutschen dadurch aber nicht verderben: Die Anschaffungsneigung stieg von 58,3 Punkten im April auf 62,6 Punkte. „Die anhaltend gute Beschäftigungslage, gute Einkommenszuwächse sowie die niedrige Inflationsrate stützen die Konsumneigung nachhaltig“, so die GfK.

Die Einzelhandelsbranche kann also darauf hoffen, auch in den kommenden Wochen gute Geschäfte zu machen und den Wachstumskurs des ersten Quartals fortzusetzen, in dem die Umsätze inflationsbereinigt um 3,6 Prozent gestiegen waren. Doch mit den rosigen Zeiten könnte es angesichts zahlreicher internationaler Krisenherde schnell vorbei sein: Die Konsumforscher mahnten, die „nach wie vor bestehenden Risiken“ nicht aus dem Blick zu verlieren: „Die zähen Verhandlungen um die Zukunft Griechenlands im Euroraum, die Ukraine-Krise sowie der IS-Terror könnten den Konsum in Deutschland noch spürbar dämpfen“, erklärte die GfK.

Foto: ECE
 

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