Handel gibt elf Milliarden für Werbung aus
Der deutsche Einzelhandel investiert ganze elf Milliarden Euro jährlich in Marketingmaßnahmen und bleibt damit einer der größten Werbungstreibenden in Deutschland. Dies zeigt eine aktuelle Studie des EHI Retail Instituts. Die klassische gedruckte Handelswerbung hält sich dabei wacker an der Spitze im Mediamix des Einzelhandels, auch wenn digitale Werbeformen weiter im Trend liegen. „Für kurzfristige Umsatzsicherung sind Handzettel eben nach wie vor das wirkungsvollste Mittel“, so Marlene Lohmann, Leiterin Forschungsbereich Marketing. „Ein weiterer Grund für die stabil gebliebenen Investitionen in Printwerbung könnte auch die Mindestlohnregelung sein, die in der Flyer-Verteilung zu rund 20 Prozent Mehrkosten geführt hat.“

Der Werbekostenanteil entspricht so 2,7 Prozent des gesamten Bruttoumsatzes. Der größte Teil davon, rund fünf Milliarden Euro, fließt dabei in die Media-Kosten (Anzeigenschaltung etc.), 3,5 Milliarden beansprucht die Produktion. Das übrige Budget verteilt sich auf Kreation und Marktforschung. 61,2 Prozent der Händler gehen mittelfristig von einem gleichbleibenden Investitionsniveau aus, knapp ein Viertel erwartet steigende Kosten. Nur ein kleiner Teil von 14 Prozent glaubt, dass die Investitionen in den nächsten Jahren sinken.

Noch investiert der Handel vor allem in Klassiker. Gedruckte Handelswerbung und Prospekte (39,6 Prozent) sind nach wie vor Spitzenreiter und machen zusammen mit Kundenmagazinen (8,7 Prozent) und Anzeigen (7,2 Prozent) 55,5 Prozent der Werbeaufwendungen aus. Printbasierte Handelswerbung bleibt damit auf Vorjahresniveau. Additive Handelswereformen wie Onlinemarketing (11,6 Prozent), Instore-Marketing (9,9 Prozent), Direktmarketing (9,6 Prozent) oder TV-/Radiowerbung (7,4 Prozent) teilen sich die restlichen 44,5 Prozent des Budgets.

Foto: Helga Gross / pixelio.de

 

Themenverwandte Nachrichten

WEITERE NACHRICHTEN

 

AKTUELLSTE STELLENANGEBOTE

 

MEISTGELESEN