Handel und Kommunen bilden neue „Innenstadt-Allianz"

Um die stets nachlassende Kaufkraft beim stationären Handel in den Innenstädten entgegenzuwirken und alteingesessene Shopping-Bezirke wieder attraktiver für potentielle Kunden zu machen, haben sich Einzelhandel und Lokalpolitik zu einer neuen „Innenstadt-Allianz“ zusammengeschlossen. Eine entsprechende Auftaktveranstaltung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) und des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hat bereits in Hannover stattgefunden, weitere sollen in anderen Städten folgen.

Zu schaffen macht dem stationären Handel vor allem die starke Zunahme im Online-Handel. Die Befürchtung ist, dass der Siegeszug des E-Commerce zu einer weiteren Schwächung der Innenstädte und Ortskerne führen wird. In der Tat sehen Studien bis 2025 eine Steigerung des Marktanteils des Online-Shoppings auf bis zu 25 Prozent voraus, was natürlich nicht ohne Konsequenzen bleiben wird. Nach Informationen des HDE droht so bis zu 50.000 Läden in deutschen Innenstädten das Aus.

„Die Innenstadt ist das Gesicht einer Stadt und die Visitenkarte gegenüber Besuchern und Touristen. Sie steht für Identität und Lebensqualität und gewährleistet Wirtschaftskraft sowie Arbeitsplätze. Handel und Kommunen sind daher gemeinsam gefordert, die Innenstädte langfristig attraktiv zu erhalten“, so der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Dr. Gerd Landsberg.

Attraktivität erhöhen, Verkehrsnetz ausbauen

Die neue Allianz für Innenstädte soll nun „einen wichtigen Beitrag leisten“, um die Zentren auch im Zeitalter von Digitalisierung und demografischem Wandel „attraktiv zu gestalten“, so der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Insbesondere kleine und mittelständische Händler stünden vor großen Herausforderungen. So berichteten schon seit Jahren viele Unternehmen von sinkenden Kundenfrequenzen. Gefragt sei deshalb jetzt ein entschlossener Schulterschluss zwischen Handel und Kommunen sowie ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Innenstadt.

Hierfür ist es aus Sicht des DStGB und des HDE erforderlich, dass sich der stationäre Handel auf seine Stärken besinnt und die Kommunen mit Einzelhandelskonzepten und einer integrierten Stadtentwicklung die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. „Der Einkauf in der Innenstadt muss wieder zum Erlebniseinkauf werden, der zum Beispiel durch Angebote zur Kinderbetreuung, durch Ruhe- und Kommunikationsräume oder durch ausgefallene Verkaufsaktionen abgerundet wird“, so die Forderung der Verbände. Aus kommunaler Sicht könnten gestalterisch gelungene Einkaufsstraßen und Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität, ein gutes ÖPNV-Angebot sowie gute Wegebeziehungen zwischen den Einzelhandelslagen helfen, die Attraktivität zu erhöhen. Auch die Gewährleistung von Sicherheit und Sauberkeit trage dazu bei, dass sich die Menschen in den Zentren wohlfühlten.

Dabei sehen DStGB und HDE die Digitalisierung des Handels durchaus auch als Chance. Sie wissen genau, dass der Handel letztlich nur mit, und nicht gegen das Internet funktioniert. Die Innenstädte und der Handel müssten jedoch auf den Stand der Technik gebracht werden, so Landsberg und Genth. Gerade in der Verknüpfung mit Smartphones liege noch großes Potenzial. Dafür sei es wichtig, dass die Kunden in Städten und Gemeinden einen unkomplizierten Zugang zum Internet, zum Beispiel über W-Lan-Hotspots, bekommen. Eine weitere Möglichkeit für kleine und mittelständische Händler liege in der Nutzung von lokalen Online-Plattformen.

Foto: Rico Schönebeck / pixelio.de

 

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