HDE bezieht Stellung gegen Abschaffung von Minijobs
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Angesichts der aktuellen Debatte über eine Abschaffung oder Einschränkung von Minijobs — geringfügige Beschäftigungen mit einem maximalen monatlichen Einkommen von derzeit 556 Euro — hat der Handelsverband Deutschland (HDE) Stellung bezogen. Er erklärt die Bedeutung für den Einzelhandel, der in Deutschland mehr als 3,1 Millionen Menschen beschäftigt; rund 800.000 davon in sogenannten Minijobs.
„Minijobs werden von den Beschäftigten in der Praxis erfahrungsgemäß aus unterschiedlichen Gründen sehr bewusst angefragt, da diese Beschäftigungsform in besonderem Maße mit den individuellen Lebensumständen vieler Menschen vereinbar ist“, erläutert Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik, in einer Mitteilung.
Einige Menschen hätten aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände „schlicht keine Möglichkeit, ein höheres Arbeitszeitvolumen zu realisieren“. Andere locke vor allem der optimierte Nettolohn im Minijob („brutto für netto“), weil beispielsweise bereits ein hohes Haupt- oder Familieneinkommen zur Verfügung stehe.
Minijobs bieten Flexibilität und optimierten Nettolohn
„Wegen ihrer Flexibilität sind Minijobs bei Beschäftigten und Arbeitgebenden sehr beliebt, gerade auch in konjunkturell schwierigen Zeiten“, fügt Haarke hinzu. Die angestoßene Debatte verkenne die Bedeutung geringfügiger Beschäftigung für den Einzelhandel. „Die Diskussion soll offenbar von Problemen ablenken, die bis heute ungelöst sind, wie etwa den immer weiter steigenden Lohnnebenkosten“, so Haarke.
Der HDE kritisiert daher den Vorschlag des CDU-Arbeitnehmer:innenflügels zur Einführung einer Sozialversicherungspflicht für Minijobs „scharf“. Haarke zufolge würde diese Reform die Nettoverdienste der Beschäftigten spürbar senken und die Attraktivität der Kleinstjobs mindern, während die dadurch erworbenen Rentenansprüche aufgrund der geringen Arbeitszeit minimal blieben. Zudem warnt der Verband vor einem erheblichen bürokratischen Mehraufwand für Unternehmen und Sozialversicherungsträger:innen, ohne dass ein echter Mehrwert für die Beteiligten entstünde.
Für den Einzelhandel sind Minijobs als flexibles Instrument unverzichtbar, um Stoßzeiten abzudecken und den flächendeckenden Service während der gesamten Öffnungszeiten zu gewährleisten. Der HDE betont, dass bereits heute strenge Aufzeichnungspflichten bestehen, um Missbrauch vorzubeugen. Eine Umgestaltung des Systems würde daher nicht nur die wirtschaftliche Flexibilität der Betriebe einschränken, sondern auch die bewährte Struktur des Sektors gefährden.