Katerstimmung: Sparen sich Verbraucher die Weihnachtsausgaben?
Dass sich das Konsumklima in Deutschland aktuell sichtlich eintrübt und damit auch ein Rückgang der Anschaffungsneigung einhergeht, hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bereits vor einigen Tagen in ihrer neuesten Verbraucherstudie festgestellt. Umso mehr hoffen die Einzelhändler nun auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft.

Doch nun scheint auch das in Gefahr zu geraten. Laut einer Umfrage des Online-Anbieters RetailMeNot machen sich derzeit bereits 36 Prozent der Deutschen Sorgen über die Kosten, die zu Weihnachten auf sie zukommen. Bei Familien mit Kindern sind es sogar 40 Prozent. Fast jeder achte Bundesbürger (12 Prozent) rechnet zudem damit, während der Festzeit im Dispo-Kredit zu landen. Da überrascht es nicht, dass 21 Prozent der Deutschen in diesem Jahr aus finanziellen Gründen weniger für Weihnachten ausgeben und zwei Drittel zumindest stärker auf den Preis achten wollen. Fast jeder Dritte (32 Prozent) will an teuren Geschenken sparen und stattdessen lieber mit Selbstgebackenem oder Selbstgebasteltem eine persönliche Note setzen.

Vor einem Jahr war die Verbraucherstimmung hingegen noch im Dauerhoch. Angesichts niedriger Zinsen verabschiedeten sich die Deutschen vorübergehend von ihrer traditionellen Sparmentalität und zeigten sich stattdessen besonders spendabel. Gerade der Modehandel konnte davon profitieren und sein eher schwaches Jahresgeschäft kompensieren. In diesem Jahr dürfte es für Deutschlands Textilhändler jedoch eng werden. Immer mehr Kunden setzen auf Rabatte und Discounterware, statt regulär beim Modeladen des Vertrauens einzukaufen.

Profitieren von der neuen Sparwut wird neben Textildiscountern einmal mehr die Onlinewirtschaft. Hier sind zu Weihnachten die meisten Gutschein- und Sonderaktionen zu erwarten, während der stationäre Handel auf den Verkauf von Ware nach regulärem Preis setzt.

Kunden kaufen vorausschauend

Was der Handel zudem beachten sollte: Die Kunden fangen immer früher an, ihre Weihnachtseinkäufe zu machen. Viele rechnen nämlich fest damit, dass der Handel die Preise zur Hochphase des Saisongeschäfts anheben wird. Laut der RetailMeNot-Studie beginnen mittlerweile 63 Prozent, ihre Einkäufe vor Dezember zu erledigen. Fast jeder vierte Bundesbürger tut dies sogar schon vor Oktober.

Besonders vorausschauend sind dabei die Frauen, von denen 70 Prozent bereits vor Dezember mit den Besorgungen beginnen. Mehr als jeder dritte Mann und 30 Prozent aller Deutschen werden hingegen erst kurz vor dem Fest zum Einkaufen losziehen. Im bundesweiten Vergleich sind die Sachsen-Anhaltiner auch beim Weihnachtsshopping Frühaufsteher: 39 Prozent von ihnen beginnen vor Oktober mit dem Festtagseinkauf. Die Berliner sind dagegen echte Spätzünder: 43 Prozent von ihnen besorgen ihre Geschenke erst im Dezember.

Foto: Petra Bork / pixelio.de

 

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