Kaufhof-Chef Roland Neuwald hat vor dem Beginn der Sanierungstarifverhandlungen mit Verdi noch einmal seine Forderung nach Einschnitten bei den Gehältern der rund 18 000 Beschäftigen bekräftigt. «Natürlich ist es schwer für die Mitarbeiter, wenn es zu finanziellen Einbußen kommt», sagte Neuwald der «Wirtschaftswoche». «Aber die wirtschaftliche Lage lässt uns keine andere Wahl: Die Personalkosten müssen runter.»

Die Verhandlungen zwischen der Kaufhof-Führung und Verdi sollen am Freitagmittag in Frankfurt beginnen. Neuwald hatte bereits im April deutlich gemacht, das er bei den Personalkosten «pro Jahr Einsparungen im höheren zweistelligen Millionenbereich» für notwendig hält. Denkbar sein Einschnitte etwa bei Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld und das Aussetzen von Tariferhöhungen.

Verdi hatte sich zu Sanierungstarifverhandlungen bereit erklärt, nachdem Wirtschaftsprüfer im Auftrag der Gewerkschaft die Situation bei dem angeschlagenen Konzern überprüft hatten. Allerdings will Verdi nicht nur über die Tarife reden, sondern auch Einfluss auf das Sanierungskonzept nehmen.

Der Kaufhof kämpft zurzeit mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Neuwald will eine Trendwende bis 2020 schaffen. Das Sanierungsprogramm «Turn2Win» sieht neben Einsparungen unter anderem eine Stärkung des Online-Geschäfts und den Ausbau der Zusammenarbeit mit externen Partnern wie der Kosmetikkette Sephora oder dem Modelabel Topshop vor. Der Manager sieht in den kommenden Jahren «ein Ertragssteigerungs- und Sparpotenzial von insgesamt mehreren Hundert Millionen Euro». (dpa)

 

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