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Local SEO: So steigern Modehändler die Kundenfrequenz in ihren Läden

Catch me if you can: Mithilfe von Local SEO-Maßnahmen versuchen immer mehr Fashion-Händler neue Onlinekunden in ihre stationären Läden zu locken. Lena Seitz von der Performance Marketing Agentur blueSummit Media erklärt, worauf es ankommt.

Das Ziel: lokale Kunden erreichen

Der Textileinzelhandel steckt in einem schmerzhaften Wandlungsprozess. So hat sich die Zahl der selbstständigen Textilhändler laut Bundesverband des deutschen Textilhandels (BTE) seit der Jahrtausendwende von mehr als 35.000 auf aktuell rund 18.000 verringert. Wie können stationäre Fashion Händler in Zeiten unbegrenzter digitaler Shopping-Möglichkeiten Kunden in ihre Ladengeschäfte locken? Wie schafft man es, sich einerseits auf die eigenen Stärken wie beispielsweise sofortige Warenverfügbarkeit und persönliche Beratung zu fokussieren, andererseits sich die Methoden des Online-Handels selbst zunutze zu machen? Mithilfe von Local SEO bietet sich insbesondere für kleine, lokale Fashion Retailer mit relativ geringem Aufwand die Chance, in ihrer Region optimal gefunden zu werden.

Ausgiebige Stadtbummel machen Spaß – wenn es jedoch schnell gehen muss oder spezielle Kleidung, wie z.B. Abendmode oder Übergrößen gefragt sind, ist nicht unbedingt der Weg das Ziel. Auch das Sortiment bekannter Läden hilft dann oft nicht weiter. Kunden informieren sich dafür immer häufiger per Smartphone über das Händlerangebot in ihrer Nähe. Der Kunde stellt also Suchanfragen an Google oder eine andere Suchmaschine: „Boutique in der Umgebung“, „Abendmode StadtXY“ oder „Fashion Store in StadtXY“ sind typische Suchanfragen, die eine Suchmaschine aufgrund der Standortdaten des Handys (aber auch des Computers zuhause) beantworten kann.

Besondere Sortimente werden per Smartphone gesucht

Fragen, auf die der Nutzer eine Antwort sucht, sind in erster Linie: Wie erreiche ich das gewünschte Mode-Geschäft? Wann schließt es? Wie erreiche ich es telefonisch? Umso besser, wenn auch Informationen wie z.B. Try-at-home-Möglichkeit, ausgiebiger Beratungsservice oder das Markensortiment mit einem Blick auf das Smartphone erkennbar sind, um die Entscheidung für den Besuch des Geschäfts zu erleichtern. „Besonders für kleinere Modehändler und Nischenanbieter, die nicht auf große Markenbekanntheit und nur einen Standort setzen können, ist die lokale Auffindbarkeit von entscheidender Bedeutung, um auch ortsfremde Personen zu sich zu holen“, weiß Lena Seitz von der Performance Marketing Agentur blueSummit Media GmbH.

Google weiß anhand der Ortsangabe, dass der Nutzer ein stationäres Geschäft sucht und spielt daher als erstes Ergebnis die lokalen Suchergebnisse aus. Erst darunter folgen die Webseiten-Suchergebnisse mit Title, URL und Description.

Local SEO verhilft zu einem besseren Ranking

Wie erreicht man jedoch diese prominente Platzierung in den lokalen Ergebnissen, noch dazu als kleine Boutique? „Mit Local SEO, also lokaler Suchmaschinen-Optimierung, können kleinere Händler mit wenig Aufwand viel erreichen“, erklärt Lena Seitz weiter. Das Wort „Local“ besagt, dass die physische Auffindbarkeit von z.B. Ladenlokalen in der näheren Umgebung optimiert werden soll und lokale Suchergebnisse angezeigt werden. Je weiter oben bei Google, desto mehr Kunden im Geschäft. Die gute Nachricht: für die lokale Auffindbarkeit sei es unerheblich, wie viele Filialen man besitzt oder wie bekannt die Marke sei, so die Online-Marketing-Expertin Seitz.

Erste Schritte: Eintrag in die relevanten Verzeichnisse

Selbst wenn man keine eigene Website besitzt, kann man sich relativ schnell und einfach in der Suchmaschine auffindbar machen. Der erste und wichtigste Schritt ist ein Firmeneintrag bei ‚Google My Business‘, dem Firmenverzeichnis von Google: Name des Geschäfts, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten und wenn vorhanden, ein Link zur eigenen Website. In einem kurzen Vorstellungs-Text kann man auf Besonderheiten hinweisen, aber auch Informationen wie Stadtteil oder öffentliche Verkehrsanbindung unterbringen, um die Suchergebnisse genauer zu machen. Auch Fotos oder ein Logo kann dem Eintrag hinzufügt werden. Nun wird das Geschäft abhängig vom Standort des Suchenden oder einer spezifischen Anfrage wie etwa „Modegeschäft München“ in den Suchergebnissen angezeigt. Es gibt noch weitere Firmenverzeichnisse, wie dasoertliche.de, gelbeseiten.de oder Yelp. „Händler müssen dabei vor allem auf die Vollständigkeit ihrer Daten achten und immer die gleiche Schreibweise der Stammdaten verwenden“, erläutert Lena Seitz.

Die nächste Stufe: Die eigene Website

Auch wenn man die potenziellen Kunden in den Store locken will und nicht auf die Website, eine Online-Präsenz wirkt auch immer auf die Suchergebnisse der lokalen Suche. Je besser die Suchmaschine die Website beurteilt, desto höher wird auch das Geschäft bei den lokalen Suchergebnissen gelistet. Auch hier kann man mit einigen Maßnahmen positiv einwirken, z. B. die Website informativ halten, strukturierte und relevante Inhalte und eine mobil-freundliche Darstellung anbieten.

Local SEO: So steigern Modehändler die Kundenfrequenz in ihren Läden

Social Media: Der interaktive Fashion Store

Es gibt noch einen dritten Aspekt, der einen positiven Einfluss auf ein Google-Ranking in der lokalen Suche haben kann: Die Präsenz in Social Media Kanälen wie Facebook oder Instagram. „Diese Kanäle eignen sich hervorragend, um Alleinstellungsmerkmale wie eine besondere Spezialisierung z.B. hinsichtlich Beratung, Events oder Zusatzsortiment zu kommunizieren“, so die Online-Spezialistin weiter. „Auch exklusive Produkte oder ein spezieller Service wie Lieferung nach Hause lassen sich über Facebook sehr gut darstellen und bewerben.“ Doch bevor man mit Social Media startet, soll man sich generelle Fragen stellen, sagt Seitz: „Wer ist meine Zielgruppe? Ist sie überhaupt auf Social Media aktiv? Wenn ja, auf welchen Kanälen?“

Klar ist, dass ein gutes Facebook-Profil Zeit beansprucht. News und Inspiration für Postings müssen recherchiert und formuliert werden. Auch Outfit-Fotos (z.B. Fotos von Inhabern, Mitarbeitern oder zur Verfügung gestellte Kunden-Fotos) oder interessante Einblicke in den Alltag eines Mode-Geschäfts machen ein Social Media Profil erst relevant für die Kunden. Die Inhalte leben von der Persönlichkeit ihres Erstellers. Je nach Zielgruppe ist Social Media zwar nicht immer der beste Weg um seine Kunden zu erreichen, kann aber ohne Frage die Online-Relevanz in der Suche steigern und damit auch die Lokale Suche positiv beeinflussen.

Bewertungen: Das Sahnehäubchen für die Auffindbarkeit

Auch Bewertungen sind für die lokalen Suchergebnisse von großer Bedeutung. Unternehmen mit einer guten Bewertung werden häufiger angeklickt und die Besucher verweilen länger auf der Zielseite. Das Ergebnis ist, dass Google die Zielseite mit einer hohen Relevanz für den Suchenden einstuft und weiter oben im Ranking aufzeigt.

Grundsätzlich können alle Unternehmen, die bei Google My Business gelistet sind, von Google-Nutzern bewertet werden. Zwar sind Bewertungen im Internet immer ein zweischneidiges Schwert, da man quasi keinen Einfluss auf ihren Inhalt hat. Andererseits sind sie ein wirkungsvolles Mittel, um neue Kunden zu gewinnen, denn die Weiterempfehlung von anderen zufriedenen Kunden wiegt mehr als viele andere Werbemaßnahmen. Die persönliche Beratung im stationären Modehandel ist für viele Kunden ein entscheidender Vorteil gegenüber den Online-Shops. Diese direkte Ansprache kann hier online fortgeführt werden, indem man z.B. zu einer negativen Beurteilung freundlich und professionell Stellung bezieht. „Indem man einfach seine zufriedenen Stamm- und Neukunden bittet, eine positive Bewertung über den Laden zu schreiben, erreicht man nicht nur eine höhere Anzahl der Bewertungen, sondern eine bessere Kundenbindung“, schlussfolgert Seitz.

Studien sprechen für den Nutzen von Local SEO

Studien belegen, wie hoch das Potenzial von Local SEO ist und dass es sich lohnt, hier zu investieren. 88 Prozent der Smartphone-Nutzer suchen nach Informationen über lokale Unternehmen, Dienstleistungen oder Produkte in einer Suchmaschine. Außerdem: 50 Prozent der lokalen Suchen mit einem Smartphone und 34 Prozent der lokalen Suchen via Computer oder Tablet führen innerhalb von 24 Stunden zu einem Besuch in einem Geschäft. 18 Prozent der Lokalen Suchen auf Smartphones führen innerhalb eines Tages zu einem Kauf – in der Regel mit einem höheren Durchschnittsumsatz.

Fotos: Fashion United / Erste Suchergebnisseite für die Eingabe von "Damenmode München" Quelle: google.de