Missguided: Backlash wegen 1-Pfund-Bikini

In einem der wohl unsensibelsten Modefiaskos in diesem Jahr stellte der britische Onlinehändler Missguided auf seiner Website einen Bikini vor, der unvorstellbarerweise nur ein Pfund (1,12 Euro) kostete. Das Angebot war Teil der Feierlichkeiten des Unternehmens zur zehnjährigen Unterstützung von Frauen.

Während es wahrscheinlich ist, dass die Frauen sind, die in den Fabriken arbeiten und Missguided-Artikel nähen sich bei weitem nicht unterstützt fühlen, da sie weniger als ein Pfund pro Tag verdienen, stellt Missguideds Werbung für ein Kleidungsstück, das so irrsinnig billig ist, die gesamte Nachhaltigkeit der Modebranche aus Umwelt- und Sozialperspektive in Frage.

Keine Übereinstimmung mit dem Konsumklima

So unwichtig, wie Missguided für eine Bekleidungsindustrie sein mag, die mit 10 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen der zweitgrößte Umweltverschmutzer ist (an zweiter Stelle nach der Öl-Industrie), bleibt die merkwürdige Tatsache bestehen, wie wenig der Fast Fashion-Händler mit dem Konsumklima harmoniert, geschweige denn mit der sozialen Verantwortung von Unternehmen.

Missguided: Backlash wegen 1-Pfund-Bikini

Viele Verbraucher wandten sich an Twitter und die sozialen Medien, um ihre Bedenken zu äußern, und es kam schnell zu heftigen Gegenreaktionen. Ein Benutzer sagte: „Lasst uns nur eine Minute darüber nachdenken, wie viele Tausende dieser Bikinis diesen Sommer verkauft werden, um am Ende weggeworfen zu werden, weil sie unweigerlich auseinander fallen werden, da sie nur EIN PFUND kosten. Polyester ist NICHT biologisch abbaubar. 20-200 Jahre dauert die Zersetzung, je nach den Bedingungen, unter denen sich das Polyester befindet.“

Der Telegraph schrieb: „Missguideds 1-Pfund-Bikini ist sehr problematisch, es ist für die Regierung an der Zeit, etwas in Bezug auf Fast Fashion zu unternehmen.“

@uk_surrey sagte: „Wow, ein 1-Pfund-Bikini. Das ist auf so vielen Ebenen falsch.“

Wer über den Kauf eines 1-Pfund Bikinis von Missguided nachdenkt, sollte erst einmal Rana Plaza googeln.

@Molliegslt via Twitter

Laut einem Bericht der Financial Times im letzten Jahr über Sweatshop- Arbeitsbedingungen in Großbritannien enthüllten Arbeiter in Sweatshops in Leicester, dass sie teils nur 3,50 Pfund pro Stunde bekommen. Einer der Einzelhändler, der diese ausbeuterischen und kostengünstigen Bekleidungshersteller beauftragte, war Missguided.

Als Antwort auf den Backlash veröffentlichte Missguided eine kurze Medienerklärung auf seiner Website, um den Preis des Bikinis zu erklären: „Er hat uns in der Herstellung mehr als 1 Pfund gekostet und wir übernehmen die Kosten, damit wir ihn zu einem unglaublichen Preis als Geschenk an unsere Kunden anbieten können. Es gab keine Kompromisse mit diesem Bikini - er wird nach den gleichen hohen Standards wie all unsere anderen Produkte hergestellt.“

Hohe Standards sind natürlich offen für Interpretation und bedeuten verschiedene Dinge für verschiedene Personen und Organisationen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hatte Missguided über 150 Bikini-Modelle auf seiner Website im Angebot, die 5 Pfund oder weniger kosten. Keines dieser Kleidungsstücke scheint aus einem nachhaltigen Material gemacht zu sein oder unter Einbeziehung ethischer, sozialer oder ökologischer Überlegungen.

Wie das Sprichwort sagt, bekommt man das, wofür man bezahlt.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf FashionUnited UK veröffentlicht. Übersetzt und bearbeitet von Simone Preuss.

Foto: Missguided Website

 

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