• Home
  • Nachrichten
  • Einzelhandel
  • Myanmars Bekleidungsarbeiter:innen werden unter Militärregierung misshandelt und schikaniert

Myanmars Bekleidungsarbeiter:innen werden unter Militärregierung misshandelt und schikaniert

Von Don-Alvin Adegeest

2. Aug. 2022

Einzelhandel

Bild: Business & Human Rights Resource Centre Website

Einem Bericht des Business & Human Rights Resource Centres (BHRC) zufolge sind mindestens 60.800 Bekleidungsarbeiterinnen in Myanmar Opfer von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen geworden.

Seit Februar, als ein Militärputsch unrechtmäßig die Macht übernahm, stehen die Bekleidungsarbeiter:innen in Myanmar - 90 Prozent von ihnen Frauen - an vorderster Front der zivilen Probleme des Landes unter der neuen Militärherrschaft.

Viele Organisationen fordern, dass sich Modeunternehmen aus Myanmar zurückziehen und die Produktion in andere Länder verlagern, in denen die Sicherheit der Arbeiter:innen gewährleistet werden kann.

Derzeit werden jedes Jahr weltweit fast 25 Millionen Menschen Opfer von Zwangsarbeit, wobei mehr als 60 Prozent von ihnen im privaten Sektor ausgebeutet werden, wie Zahlen des BHRC zeigen. Dem Einzelhandelsriesen Inditex, der für seine Marken Zara und Bershka herstellen lässt, liegen mindestens 9 Anschuldigungen wegen Missbrauchs vor. Aber auch andere beliebte Marken und Einzelhändler werden mit Missbrauchsvorwürfen in Verbindung gebracht: bei H&M sind es 6, bei Lidl 8 und bei Bestseller 9.

Mehr als 100 Fälle in 70 Fabriken

Der BHRC erklärte, dass sein Überwachungsprogramm über 100 Fälle von Missbrauch in 70 Fabriken erfasst habe. In diesen Fabriken werden Kleidungsstücke für 32 globale Marken und Einzelhandelsunternehmen hergestellt, darunter Adidas, Bestseller, C&A, Inditex, Fast Retailing, Guess, H&M, Lidl, Next, Matalan und Primark.

Die Bekleidungsarbeiter:innen in Myanmar verdienen weniger als 2 US-Dollar pro Tag und nähen die Kleidung für die profitabelsten Marken der Welt. Der BHRC stellt in seinem Bericht fest: „Unter diesen Umständen müssen Bekleidungsmarken bedenken, dass Untätigkeit keine Option ist: Sie müssen zumindest eine verstärkte, fortlaufende menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung durchführen, um festzustellen, ob sie in der Lage sind, verantwortungsvoll von Lieferbetrieben aus Myanmar zu beziehen; wo dies nicht der Fall ist, sollten verantwortungsvolle Ausstiegsstrategien in Betracht gezogen werden, um die internationalen Standards einzuhalten, die die Marken angenommen haben.“

Dieser übersetzte Artikel erschien ursprünglich auf FashionUnited.uk.

Bekleidungsarbeiter
Menschenrechte
Myanmar
SOURCING