Nach 110 Jahren: Peek & Cloppenburg verlässt den Amsterdamer Dam
Peek & Cloppenburg (P&C) zieht sich Ende Februar 2027 vom Amsterdamer Dam-Platz zurück. Damit verschwindet der Düsseldorfer Modehändler nach 110 Jahren von einem der prominentesten Einzelhandelsstandorte der niederländischen Hauptstadt. Die Mitarbeitenden seien bereits über den Abschied informiert worden, berichtet die Amsterdamer Tageszeitung „Het Parool“.
Die Schließung sei nach sorgfältiger Abwägung beschlossen worden, sagte ein Sprecher der Zeitung. An dem Standort kauften nur wenige Einheimische ein, zudem entspreche das Gebäude nicht mehr den aktuellen technischen Standards.
Die Düsseldorfer Zentrale prüfe derzeit, ob die Mitarbeitenden in den übrigen niederländischen Filialen weiterbeschäftigt werden können. Betriebsbedingte Kündigungen schließe das Unternehmen jedoch nicht aus. Die Schließung passt zum Kurs von Geschäftsführerin Constanze Freienstein, die im „Handelsblatt“ bereits eine Überprüfung des gesamten Filialnetzes angekündigt hatte.
Gebäude wird aufgeteilt
Nach dem Auszug wird das denkmalgeschützte Gebäude umfassend neu entwickelt und in zwei Ladenflächen von rund 1.000 und 500 Quadratmetern auf jeweils zwei Etagen aufgeteilt. Beide Einheiten erhalten einen eigenen Eingang sowie ein Untergeschoss, die Büroräume bleiben erhalten.
Betroffen ist auch das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds, das seit 1991 die oberen Etagen des Hauses nutzt und seinen Eingang im Zuge des Umbaus verlegt. Die dadurch frei werdende Fläche wird neu vermietet, die Einheit an der Einkaufsstraße Kalverstraat ist bereits vergeben. Der Umbau fügt sich in die Aufwertung der Lage rund um den Dam. Bereits 2022 eröffneten dort das französische Luxusmodehaus Dior und die Armani-Linie Armani Exchange eigene Geschäfte.
Schrumpfendes Filialnetz in den Niederlanden
Mit dem Flagship-Store verliert P&C einen weiteren historischen Ankerpunkt in den Niederlanden. Das 1869 in Rotterdam gegründete Unternehmen teilte sich später in zwei unabhängige Familienzweige mit Sitz in Düsseldorf und Hamburg auf. Zum Düsseldorfer Zweig gehören auch die niederländischen Häuser. Seine deutsche Gesellschaft hatte im März 2023 ein Schutzschirmverfahren beantragt und dieses nach einer tiefgreifenden Sanierung im Herbst desselben Jahres beendet. Die Auslandsgesellschaften waren davon nicht betroffen.
Auf seinem Höhepunkt betrieb P&C in den Niederlanden rund 60 Filialen. Nach der Schließung in Amsterdam bleiben nur noch die drei Standorte in Den Haag, Rotterdam und Leidschendam. Die erst 2022 eröffnete Filiale in Almere war bereits 2025 wegen enttäuschender Ergebnisse geschlossen worden. Das Gebäude am Dam wurde 1917 für das Modehaus errichtet und gehört bis heute der Familie Cloppenburg.
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