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PwC-Umfrage: Mode wird inzwischen lieber online als stationär gekauft

Von Simone Preuss

18. Mai 2021

Einzelhandel

Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, dass der Zeitpunkt kommt, wo Mode (fast) lieber online als im Laden gekauft wird? Die Anprobe, das Anfassen und die sofortige Mitnahme wurden lange als Gegenargumente zum Online-Einkauf von Mode genannt - alles Bereiche, in den E-Commerce-Anbieter inzwischen große Schritte nach vorn gemacht haben.  Einer Umfrage unter 8.700 Verbrauchern in 22 Ländern zufolge - darunter auch über 500 in Deutschland - kauft (fast) jeder zweite Deutsche Mode inzwischen lieber online als stationär. 

Weiter fand die Verbraucherumfrage “Global Consumer Insights Pulse” von PwC heraus, dass fast die Hälfte (46 Prozent) der überwiegend im Homeoffice Tätigen verstärkt im Laden um die Ecke einkauft und dass nachhaltiger Konsum zum Mainstream wird und auch etwas kosten darf.   

Pandemie verändert Einkaufsverhalten zugunsten des Onlinehandels

Aber nicht nur Mode wird inzwischen gerne online gekauft - jedoch vor Elektronik und Haushaltsartikeln: Ein Jahr Covid-19 und fast 180 Tage im Lockdown haben das Konsumverhalten der Deutschen verändert. Sie greifen daher beim Einkauf immer öfter zur Maus als zum Autoschlüssel, und zwar über alle Produktkategorien und Generationen hinweg.  

„Die Stadtteile abseits des Zentrums und ein gesunder, nachhaltiger Lebensstil gewinnen weiter an Bedeutung. Diese Trends werden auch nach der Pandemie bestehen bleiben und durch die Tendenz zu mehr Homeoffice noch verstärkt“, kommentiert Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland, in einer Pressemitteilung. 

Millennials führen den Online-Trend an

Unter den Millennials ist der Online-Trend noch stärker verbreitet: 60 Prozent der 25- bis 39-Jährigen  kauft Bekleidung, Schuhe und Accessoires vorzugsweise im Internet. Dabei wird das Smartphone immer wichtiger: Fast jeder vierte Deutsche (22 Prozent) nutzt es mindestens wöchentlich für den Einkauf beziehungsweise jede/r Dritte unter den Millennials. 

„Um in diesen Zeiten wettbewerbsfähig zu bleiben, muss der Handel seinen Kunden ein exzellentes, kanalübergreifendes Einkaufserlebnis bieten. Vom Wettbewerb abheben können sich Händler insbesondere durch schnelle Lieferungen auf der Basis von Automatisierung und Digitalisierung“, rät Wulff. „Durch das wachsende Direct-to-Consumer-Segment haben Hersteller die Möglichkeit, Kundenerlebnis und Markenpositionierung in ihrem Sinne zu prägen.“  

Lokaler Handel gewinnt für Arbeitende im Homeoffice an Bedeutung

28 Prozent der Deutschen arbeiten derzeit überwiegend von zu Hause und jede/r Zweite von ihnen gab an, weniger im stationären Handel einzukaufen beziehungsweise mehr in lokalen Geschäften (46 Prozent).  Fast jede/r Vierte kauft mindestens einmal pro Woche über Smart Voice Assistants und 22 Prozent kaufen täglich online ein. 

„Lokale Läden haben in der Pandemie an Relevanz gewonnen – und zwar auch im Bereich Onlineshopping. Konzepte wie Click & Collect oder eine direkte Lieferung vom lokalen Laden werden bei den Kund:innen immer beliebter. Auch das Corona-bedingte Click & Meet, also Shoppen mit Termin, wird angenommen“, resümiert Wulff.  

Deutsche legen Wert auf Nachhaltigkeit

Die Umfrage ergab auch, dass die Pandemie das Verhältnis der Verbraucher und Verbraucherinnen zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit stark geprägt hat: 56 Prozent geben an, dass sie beim Konsum auf Produkte mit umweltfreundlicher oder reduzierter Verpackung achten. 47 Prozent entscheiden sich bewusst für Unternehmen, die sich für den Umweltschutz einsetzen. 44 Prozent achten beim Einkauf darauf, dass die Produkte umweltfreundlich sind. 

Nachhaltigkeit darf dabei auch etwas kosten: Jede/r Vierte (26 Prozent) ist bereit, für ethische Praktiken und die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln, Mode und Konsumgütern einen höheren Preis zu zahlen. Gesündere und lokale Lebensmittel dürfen sogar für 43 beziehungsweise 42 Prozent der Befragten etwas teurer sein. Immerhin 39 Prozent wären bereit, für umweltfreundliche Verpackungen von Lebensmitteln mehr auszugeben.

„Nachhaltigkeit ist weit mehr als ein Modewort. Konsumenten, Investoren und Regulatoren erwarten eine strategische Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen und darüber hinaus in der Lieferkette – und zwar unabhängig von geplanten gesetzlichen Vorgaben wie dem Lieferkettengesetz. Diesem Anspruch müssen Handel und Hersteller bereits heute gerecht werden“, schließt Wulff.

Bilder: Stringer Imaginechina via AFP / Ecommerce Foundation via Pixabay

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