Studie: Einzelhändler suchen Nähe zu chinesischen Verbrauchern

Mehr als 80 Prozent der internationalen Einzelhändler sehen China als lukrativen Markt, da wohlhabende chinesische Verbraucher verstärkt Qualitätsprodukte aus dem Ausland suchen. Dies gilt auch für deutsche Einzelhändler, liegt Deutschland als bevorzugtes Herkunftsland doch zusammen mit Frankfreich an fünfter Stelle nach Japan, Südkorea, den USA und Australien und vor Großbritannien.

Gleichzeitig sind aktuell jedoch nur 20 Prozent der Einzelhändler mit ihrem China-Geschäft wirklich zufrieden. Dies besagen die Ergebnisse der Studie “Haitao – Die cross-border E-Commerce Chance in China”, die am 14. Mai 2018 von den Beratungsunternehmen Frost & Sullivan und Azoya Consulting veröffentlicht wurde.

Studie: Einzelhändler suchen Nähe zu chinesischen Verbrauchern

“Dies ist die erste Studie weltweit, die den chinesischen cross-border Markt sowohl aus Verbraucher- als auch aus Händlersicht betrachtet”, sagt Mark Dougan, Consulting Director von Frost & Sullivan, Asia-Pacific. “Durch das Verständnis der Bedürfnisse und des Kaufverhaltens chinesischer Verbraucher sowie der aktuellen Situation internationaler Einzelhändler liefert das Paper neue Erkenntnisse und Strategien für internationale Einzelhändler, die auf dem E-Commerce-Markt in China erfolgreich sein wollen”.

Chinesen kaufen verstärkt im Ausland ein – Deutschland unter den Top 5

Mit 500 Millionen Online-Shoppern ist China auf dem besten Weg, in diesem Jahr einen Umsatz von über 1 Billion US-Dollar zu erzielen; in den letzten Jahren lag die Wachstumsrate vom Online-Shopping bei 40 Prozent, was das Land zu einen lukrativer Markt macht.

Gleichzeitig schätzen chinesische Verbraucher Produkte aus dem Ausland und entscheiden sich für den grenzüberschreitenden Onlinehandel, da dieser ihnen Zugang zu höherwertigen, vertrauenswürdigen Produkten ermöglicht und das Risiko von Fälschungen minimiert wird. Zu den Top-Kategorien gehört an erster Stelle Mode, gefolgt von Schönheits- und Kosmetikprodukten und Mutter und Baby an dritter Stelle.

Studie: Einzelhändler suchen Nähe zu chinesischen Verbrauchern

Bei den Kaufgewohnheiten im Vergleich von Männern und Frauen fand die Studie, dass chinesische Frauen mit durchschnittlich 976 US-Dollar pro Jahr 20 Prozent mehr ausgeben als chinesische Männer. Während Männern eine schnelle Lieferung wichtig ist, legen Frauen Wert auf chinesischsprachige Kundenbetreuung und relevante Inhalte auf der Website, wobei sie eher dazu neigen, die eigene Website eines ausländischen Anbieters zu benutzen. Alle chinesischen Verbraucher erwarten jedoch für ein nahtloses Kundenerlebnis eine Auswahl an mobilen Zahlungsoptionen und eine gut zu navigierende und gut funktionierende Website.

Auch deutsche Einzelhändler suchen besseren Zugang zu chinesischen Kunden

Der Studie zufolge sind 37 Prozent der internationalen Einzelhändler mit ihren Online-Verkäufen in China über einen globalen E-Commerce-Anbieter zufrieden, 31 Prozent mit ihrem eigenen Online-Shop und 21 Prozent mit Online-Marktplätzen wie Alibaba und JD.com. Nachteile wie Gedränge auf den Marktplätzen, ein intensiver Preiswettbewerb, Provisionen und hohe Vorabkosten führen jedoch dazu, dass immer mehr internationale Einzelhändler eigenständige chinesische Websites etablieren, um einen direkten Kundenzugang, mehr Kontrolle und höhere Nettomargen zu erhalten. Dementsprechend blicken internationale Einzelhändler über chinesische Marktplätze hinaus, vor allem wenn sie eine langfristige Vertriebsstrategie in China verfolgen.

Studie: Einzelhändler suchen Nähe zu chinesischen Verbrauchern

“Um eine Marke aufzubauen, der chinesische Verbraucher vertrauen, die über eine gesunde Gewinnspanne verfügt und Wiederkäufer anspricht, müssen Einzelhändler ihre Kunden über mehrere Touchpoints ansprechen. Der Hauptverkaufskanal sollte innerhalb der Kontrolle des Einzelhändlers liegen, begleitet von zusätzlichen Plattformen”, empfiehlt Elena Gatti, Managing Director Azoya DACH. “Immer mehr Einzelhändler etablieren eigenständige Websites als Kern ihrer China-Strategie, da sie über ihren eigenen Webshop direkt mit chinesischen Verbrauchern in Kontakt treten können, die internationale Marken suchen, und die ihnen gleichzeitig Flexibilität und Kontrolle über ihr Geschäft ermöglichen”.

Zusammenfassend lässt sich laut den Ergebnissen der Studie sagen, dass, um in China erfolgreich zu sein, sich internationale Einzelhändler auf grundlegende E-Commerce-Fähigkeiten konzentrieren sollten wie effizientes digitales Marketing, lokale Logistiknetzwerke, eine Reihe von mobilen Zahlungsoptionen, Kundenservice und Inhalte in chinesischer Sprache. Darüber hinaus benötigen Einzelhändler eine robuste Strategie für die sozialen Medien, die Partnerschaften mit Influencern (KOLs) und Markttrends einschließt, um chinesische Konsumenten zu erreichen und zu binden.

Für die Studie wurden 1.000 Online-Shopper sowie 100 internationale Markeninhaber und Einzelhändler befragt, um mehr darüber zu erfahren, mit welchen Strategien Marken und Einzelhändler den grenzüberschreitenden E-Commerce-Markt steuern können. Befragt wurden vor allem mittelgroße und große Einzelhändler mit einem Jahresumsatz von über 50 Millionen US-Dollar; 36 Prozent der befragten Einzelhändler erzielen einen Jahresumsatz von mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Die gesamte Studie kann ab sofort für 199 US-Dollar bezogen werden.

Foto: Pexels | Infografiken: “Haitao – Die cross-border E-Commerce Chance in China” / Frost & Sullivan / Azoya Consulting
 

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