Umsatzentwicklung: Modehandel fällt weiter zurück

Während der Einzelhandel derzeit wie selten zuvor von den guten Konjunkturaussichten und der hohen Anschaffungsneigung der Verbraucher profitieren kann, verharrt der Modehandel weiter in seiner fast schon chronischen Schwächephase. Wie der Handelsverband Deutschland (HDE) berichtet, stieg der Einzelhandelsumsatz im ersten Halbjahr 2017 um nominal 3,3 Prozent, und die Nettoerlöse legten im Vergleich zum Vorjahr um rund acht Milliarden Euro auf nun 241 Milliarden Euro zu.

Dabei liegen laut HDE die meisten Branchen im Plus. Während jedoch Produtkgruppen wie Fahrräder, Kosmetik und Unterhaltungselektronik exorbitante Wachstumsraten verbuchen konnten, blieb der Modehandel einmal mehr hinter den Vorgaben aus dem Vergleichszeitraum 2016 zurück. Immerhin: der stark vom Modegeschäft geprägte Onlinehandel steigerte sein Geschäftsvolumen im ersten Halbjahr um neun Prozent auf rund 22 Milliarden Euro und war damit abermals ein wichtiger Umsatztreiber für den deutschen Einzelhandel.

Weiteres, hartes Halbjahr erwartet

Generell rechnet der HDE auch in den kommenden Monaten mit unverändert guten Rahmenbedingungen für den Konsum. Die erfreuliche Lage am Arbeitsmarkt sei hier ein entscheidender Faktor, heißt es. Schließlich bewege sich die Verbraucherstimmung laut HDE-Konsumbarometer auf stabil gutem Niveau. Dabei zeigten sich die Verbraucher auch von den weltwirtschaftlichen Risiken weitgehend unbeeindruckt. „Weder die unabsehbaren Folgen des Brexit, die potenziell protektionistischen Maßnahmen der amerikanischen Regierung noch die abgekühlten Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei zeigen einen Effekt auf das Konsumverhalten der Haushalte in Deutschland“, so HDE-Chefvolkswirt Olaf Roik. Für das zweite Halbjahr erwartet der Verband daher ebenfalls eine Umsatzentwicklung über Vorjahr, wenngleich mit etwas verringertem Wachstumstempo.

Für den Modehandel gelten diese optimistischen Prognosen jedoch nicht. Die Branche muss sich vielmehr erneut auf ein hartes Halbjahr einstellen, an dessen Ende wohl das Weihnachtsgeschäft für einen versöhnlichen Jahresabschluss sorgen muss. Für eine positive Umsatzentwicklung sorgen Rabattaktionen und Schlussverkäufe jedoch erfahrungsgemäß jedoch nicht.

Foto: Harald Wanetschka / pixelio.de

 

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