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Verbraucher:innen wollen nachhaltig einkaufen, welche Möglichkeiten bietet dies für Marken?

Von Don-Alvin Adegeest

25. Okt. 2022

Einzelhandel |Bericht

Nachhaltiger Einkauf. Bild: Pexels

Verbraucher:innen wägen Nachhaltigkeitsentscheidungen ab, wenn es um den Kauf von Kleidung geht, wobei die Hälfte der Käufer:innen voraussichtlich die Umweltauswirkungen ihrer Einkäufe berücksichtigen wird.

Diese Daten entstammen dem neuesten Bericht von Bain & Company und WWF Italien. Er besagt, dass sich die Einkaufstrends von Modekonsument:innen weltweit in den kommenden Jahren in Richtung nachhaltiger Praktiken verschieben werden, was neue Chancen, aber auch Herausforderungen für Modemarken schafft.

Die Studie „How Brands Can Embrace the Sustainable Fashion Opportunity“ von Bain und WWF zeigt, dass 15 Prozent der weltweiten Modekonsument:innen bereits stark auf Nachhaltigkeit achten und ihre Kaufentscheidungen konsequent darauf ausrichten. Der Bericht kommt jedoch zu dem Schluss, dass dieser Prozentsatz schnell auf mehr als die Hälfte von ihnen ansteigen wird, da immer mehr Konsument:innen zu nachhaltigen Praktiken tendieren.

65 Prozent der Verbraucher:innen setzen sich für die Umwelt ein

Der Bericht untersuchte das Verhalten der Verbraucher:innen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Mode und zeigt, dass von den fast 5.900 Modekonsument:innen in sechs Ländern (China, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und USA), die Bain befragte, etwa 65 Prozent angaben, dass ihnen die Umwelt am Herzen liegt, aber nur einige von ihnen beim Einkaufen regelmäßig der Nachhaltigkeit Priorität einräumen.

„Nachhaltiges Einkaufen ist eine unausweichliche Veränderung. Das Interesse an Nachhaltigkeit ist bei den jüngeren Generationen stark ausgeprägt - und nimmt insgesamt zu. Daher müssen Modemarken das Thema Nachhaltigkeit aufgreifen und den nachhaltigen Einkauf für alle Verbraucher:innen erleichtern. Marken, die Nachhaltigkeit proaktiv in ihre Strategie und ihr operatives Geschäft einbeziehen, werden ihre Relevanz festigen und eine große unbefriedigte Nachfrage für sich verbuchen können - jetzt und in Zukunft“, erklärt Claudia D'Arpizio, Global Head of Fashion & Luxury bei Bain & Company. „In der Tat werden alle von einem Engagement der Modebranche für Nachhaltigkeit profitieren“.

Erkennen nachhaltiger Mode stellt Herausforderung für Konsument:innen dar

In dem Bericht stellten Bain und der WWF auch fest, dass ein Drittel der Verbraucher:innen nicht in der Lage ist, nachhaltige Produkte oder Marken von solchen zu unterscheiden, die es nicht sind. Diese Herausforderung nimmt mit dem Alter zu. Einer von drei Befragten aus der Generation der Babyboomer und der Silent Generation gab an, dass sie nicht wissen, wo sie Informationen zur Nachhaltigkeit von Marken oder Produkten finden können. Im Vergleich dazu gab nur einer von fünf Befragten der Generation Z und der Generation Y/Millennials die gleiche Schwierigkeit an.

Transparent sein

Um nachhaltiges Einkaufen zu beschleunigen, müssen Aushänge in Geschäften, Etiketten und Produktbeschreibungen klar, leicht zugänglich und zuverlässig sein, so der Bericht. Die besten Marken enthalten bereits Informationen über die Lieferkette und ihre Partner, Materialbeschreibungen und Geschichten über die Gemeinschaften, die an der Herstellung ihrer Kleidung beteiligt sind. Wenn sie ihre Produktionsprozesse offenlegen, werden Verbraucher:innen auf echte und transparente Weise angesprochen. Die Produktverpackung ist ein weiteres Mittel, um Nachhaltigkeit zu kommunizieren (und zu praktizieren).

Preisbewusste Konsument:innen ansprechen

Marken können aus den Qualitäts- und Dauerhaftigkeitsaspekten nachhaltiger Mode Kapital schlagen und wertorientierte Konsument:innen ansprechen, solange sie die Dauerhaftigkeit ohne Abstriche bei sozialen oder ökologischen Faktoren erreichen. Durch die Positionierung der Langlebigkeit als Element nachhaltiger Mode bieten Marken Verbraucher:innen eine Win-Win-Situation.

Der nachhaltige Einkauf sollte einfach sein

Viele Konsument:innen gehen den Weg des geringsten Widerstands; ihre Einkaufsgewohnheiten werden eher von der Bequemlichkeit als von sozialen Auswirkungen oder der öffentlichen Meinung bestimmt. Aber mit einfacheren und bequemeren Optionen würden sie ihren nachhaltigen Einkauf erhöhen.

Eine Nachhaltigkeitsmission haben

Marken, die Nachhaltigkeit proaktiv in ihre Strategie und ihre Geschäftstätigkeiten einbeziehen, werden ihre Relevanz festigen und jetzt und zukünftig eine große unbefriedigte Nachfrage bedienen. Die meisten Verbraucher:innen wollen nachhaltiger einkaufen; sie brauchen nur Unterstützung dabei.

„Modemarken stehen an der Schwelle zu einer großen Chance, sind aber oft von der Komplexität überwältigt, insbesondere bei langen Lieferketten. Bei diesem epochalen Wandel kommt den Marken eine soziale Rolle zu: Sie müssen die Informationslücke schließen, Verbraucher:innen über die Langlebigkeit und die Auswirkungen von Produkten informieren und nachhaltige Einkäufe bequemer und attraktiver machen. Dies wird sie erfolgreich machen und gleichzeitig dazu beitragen, Verbraucher:innen zu einem nachhaltigeren Konsum anzuregen“, schließt Federica Levato, Senior Partner im Mailänder Büro und EMEA Leader of Fashion & Luxury bei Bain.

Quelle: „How Brands Can Embrace the Sustainable Fashion Opportunity“, Bain & Company und WWF Italien

Dieser übersetzte Artikel erschien ursprünglich auf FashionUnited.uk.

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