In Deutschland haben weniger Modehändler 2017 ein Insolvenzverfahren beantragt als in den Jahren zuvor. Die Anzahl der Meldungen sank von 154 auf 133 im vergangenen Jahr und damit mindestes das vierte Mal in Folge, wie vergangene Woche veröffentlichte Zahlen des statistischen Bundesamtes zeigen.

Der Rückgang mag auch mit der insgesamt abnehmenden Zahl der Textilhändler zusammenhängen. Unter dem Druck durch die Online-Konkurrenz verringerte sich die Anzahl der Geschäfte, die Bekleidung in Deutschland verkaufen, 2016 auf rund 17.300 und schrumpfte innerhalb von sechs Jahren fast um ein Viertel.

Nur ein Ausschnitt

Die Zahl der Insolvenzen stellt nur einen Ausschnitt der Krise des stationären Einzelhandels dar. "Die meisten Modehändler lassen es gar nicht so weit kommen und schließen bevor sie Insolvenz anmelden müssen," sagte Axel Augustin, Pressesprecher bei BTE Handelsverband Textil am Telefon. So mussten 789 Läden 2016 zumachen, aber auch hier nimmt die Anzahl seit vier Jahren ab.

Während die Sanierungsfälle bei den Bekleidungsherstellern 2017 um 19 Prozent auf 22 zurückgingen, legte sie bei den Textilherstellern um mehr als die Hälfte auf 34 Betriebe zu.