Mode-Magnat: durch Bücherauktion Millionen an AIDS-Forschung

Der französische Mode-Magnat und Geschäfts- und Lebenspartner des 2008 verstorbenen Designers Yves Saint Laurent Pierre Bergé will fast seine gesamte Privatbibliothek versteigern, um den Erlös, der rund 40 Millionen Euro betragen könnte, einer von ihm und Saint Laurent gegründeten wohltätigen Organisation zur Verfügung zu stellen.

Bergé sammelt Erstausgaben, Manuskripte und andere seltene Bücher bereits seit 65 Jahren, was seine Sammlung zu einer der begehrtesten Privatbibliotheken macht. Von Augustinus über Casanova und William Shakespeare bis hin zu Oscar Wilde und Johann W. Goethe sind alle Erstausgaben in der Originalsprache vorhanden. Eines der wertvollsten Stücke ist das Manuskript des surrealistischen Romans „Nadja“ von André Bréton, das auf 2,5 bis 3,5 Millionen Euro geschätzt wird und das Bergé bereits vor Beginn der offiziellen Auktion am Freitag der französischen Nationalbibliothek überließ.

Sammler hält nicht an Stücken fest

Frei nach dem Motto des Sammlers, dass Bücher und Kunstwerke ihre Besitzer wechseln müssen, hatte Bergé bereits im Jahr 2009 seine und Saint Laurents Kunstsammlung in einem Jahrhundertdeal für 342 Millionen Euro verkauft. „Natürlich ist man stolz, ein Unikat zu besitzen, aber man soll sich nicht für den Eigentümer halten“, sagt Bergé. Noch bis 14. Februar 2016 können Besucher einige der Manuskripte und Bücher in der Pariser Ausstellung „Jacques Doucet – Yves Saint Laurent“ einsehen.

Damals ging ein Großteil des Erlöses an die von Bergé gegründete wohltätige Organisation Sidaction, die sie der AIDS- und HIV-Forschung zu Verfügung stellte. Auch dieses Mal sollen die Erlöse für diesen Zweck verwendet werden.

Bergé zog als Teenager nach Paris, um Schriftsteller oder Journalist zu werden und arbeitete zunächst in verschiedenen Buchläden. Im Alter von 28 Jahren traf er Yves Saint Laurent, mit dem er das Pariser Modehaus Yves Saint Laurent Couture gründete. Während Saint Laurent sich um das Kreative kümmerte, regelte Bergé die Finanzen. 1966 gründeten sie die YSL-Rive-Gauche-Linie, die als Anfang des Prêt-à-porter gilt. Nach dem Tod von Yves Saint Laurent im Jahr 2008 rief Bergé eine Stiftung ins Leben, die sich um die Erhaltung von dessen Werk kümmert.

Foto: AFP
 

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