Weltweit erstes Bademoden-Museum bald in Deutschland

Die Geschichte kaum eines Kleidungsstücks ist so bewegt wie die der Bademode, spricht die Entwicklung von Bikini & Co. doch auch Bände über die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung eines bestimmten Zeitraums. Und da ist es eigentlich verwunderlich, dass es weltweit bis jetzt noch kein Museum gibt, das sich exklusiv der Bademode widmet. Aber das wird sich bald ändern, denn im BikiniARTmuseum in Bad Rappenau soll es ab nächstem Jahr historische Sammlungen, Kunstwerke und multimediale Unterhaltung zu eben diesem Thema geben.

„Die Akzeptanz von ‘Badeanzug und Bikini’ stellen ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Stellung der Frau in allen Ländern dar. So werden im Museum Geschichten erzählt werden, die die Entwicklung der Bademode anhand von Skandalen, Verboten, Genuss und Ästhetik wiedergeben“, verspricht eine Pressemitteilung vom Dienstag, die zum Baubeginn herausgegeben wurde.

Dementsprechend wurde für das Museum eine Symbolskulptur kreiert; eine junge Frau aus den sechziger Jahren, in Gewinnerpose und Boxhandschuhe tragend. „Dargestellt wird damit die notwendige Durchsetzungskraft gegen den Widerstand der jeweiligen konservativen Gesellschaft, um sich in der Freizeit an Strand, See oder Freibad nicht auch noch regulieren lassen zu müssen“. Und wie relevant diese Diskussion nach wie vor ist, zeigen Debatten von ‘oben ohne’ bis zum Burkini, die immer wieder in den Medien aufflammen.

Bademoden als sozialpolitische Entwicklung

Das 11-Millionen-Projekt feierte jüngst Baubeginn und soll im nächsten Jahr im Spätherbst eröffnet werden. Auf der Baubeginnsfeier, die unter dem Motto „Das BikiniARTmuseum gewährt erste Einblicke“ stand, konnten sich zahlreiche Gäste und die interessierte Öffentlichkeit selbst ein Bild machen. Zwei Ausstellungen stellten die „Bademode der zwanziger Jahre“ und „Kunstgegenstände aus allen Kontinenten“ vor und die internationale Künstlerin Ekaterina Moré inszenierte ein Live-Kunstprojekt im Freien.

Die einmalige Sammlung der Badebekleidung wird über drei Jahrhunderte von 1870 bis heute umfassen, dabei insbesondere die Kulturkreise Europa, USA und Südamerika. Ein Kunstbereich mit Malereien, Skulpturen und besonderen Fotoarbeiten aus allen Kontinenten konzentriert sich auf sozialpolitische Themen: „Die Frau hatte für die Freiheit beim Baden das zu tragen, was sie selbst wollte, in allen Ländern jahrzehntelang gegen Verbote und Diskriminierung massiv ankämpfen müssen“ heißt es vielversprechend. Multimedia-Shows und wechselnde Wanderausstellungen werden das Anliegen des Museums unterstützen.

Bad Rappenau bald „Hauptstadt der Bademode“

Das die Wahl auf Bad Rappenau als Standort des ersten Bademoden-Museums fiel, ist kein Zufall, denn das „Seebad fern vom Meer“ kann sich aufgrund seiner Geschichte und dem neuen Projekt durchaus als „Hauptstadt der Bademode“ bezeichnen, starteten hier doch die Bademodenhersteller Benger Ribana und Felina. Die Weltmarke Triumph ist zudem auch in der Nachbarschaft. Zudem ist der Standort zentral, befindet er sich doch in der Mitte der extrem befahrenen Europamagistralen A6 Paris-Prag.

"Die Entwicklung des BikiniARTmuseums macht unvorstellbar Spaß. Wir sind in Rio de Janeiro, Paris, London, Miami oder L.A. für Recherchen, Interviews und zur Vervollständigung der Sammlungen unterwegs und lernen tolle Menschen kennen, mittlerweile alles Freunde und Fans unseres Projektes. Die Stelle, an der das Museum entsteht, ist fantastisch, Mitte Paris-Prag, die Metropolregionen Stuttgart, Mannheim und Frankfurt im Einzugsgebiet und in der direkten Nachbarschaft die Besuchermagneten Technikmuseum, Badewelt, Freizeitpark Tripsdrill, historisches Heidelberg, Experimenta Heilbronn, Hockenheimring und viele mehr", schwärmt Alexander Ruscheinsky, Protagonist des neuen Projekts.

Foto: obs/RIPE 1816 GmbH, BikiniARTmuseum/Haymo Ruscheinsky
 

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