Bangladesh Denim Expo steht erstmals im Zeichen der „Gleichberechtigung"

Kein Land steht derzeit stärker im Fokus der weltweiten Textilproduktion als Bangladesch. Der kleine Nachbar Indiens gilt als wichtigster Beschaffungsstandort der Branche, vor allem deshalb, weil die Textilherstellung dort wegen oft funzureichender Umweltauflagen und Sozialstandards billig ist. Gerade in der Denim-Produktion, die in der Modewelt als besonders umweltbelastend und gesundheitsschädlich gilt, ist Bangladesch globaler Branchenführer.

Die Sourcing-Messe Bangladesh Denim Expo ist das Schaufenster der lokalen Jeansproduktion. Alle großen Marken schicken ihre Einkäufer dorthin, um sich über die neuesten Denims und Waschungen zu informieren und Ware einzukaufen. „Die Messe ist einer der wichtigsten Treffpunkte der Denim Industrie und hat einen wegweisenden Ruf, wenn es um die Zukunft der Branche geht“, so die Organisatoren. Die Themen soziale Mindeststandards und Umweltschutz wurden hingegen auf der Messe kaum behandelt – bis jetzt.

Die nächste Ausgabe der Messe soll nämlich unter dem Motto „Gleichberechtigung“ stattfinden. Es gehe darum, die Fortschritte zu beleuchten, die Bangladesch im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen und den Umgang mit den Mitarbeitern gemacht habe, heißt es. Zudem wolle man „die globalen Marken und Händler, Hersteller, Regierungen und Entwicklungspartner mobilisieren, eine gleichberechtigte, weltweite Bekleidungslieferkette zu etablieren“.

Mehr Verantwortung seitens der Unternehmen gefordert

„Die Bangladesh Denim Expo ist ein zentraler Treffpunkt für die Interessensgruppen aus der weltweiten Denim Community geworden", so Mostafiz Uddin, der Gründer und Geschäftsführer der Messe. „Die Besucher tauschen ihre Ansichten aus und diskutieren die Bedeutung der Themen. Es wäre keine Übertreibung zu sagen, dass die Bangladesh Denim Expo erfolgreich dazu beigetragen hat, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, indem sie ein konkretes Bewusstsein dafür geschaffen hat."

Konkret geht es Uddin darum, gleiche Rechte für Arbeiter und Angestellte zu erreichen, um sicherzustellen, dass diese „mit Respekt behandelt werden und ein gutes Verhältnis zu ihrer Arbeit haben“. Alle Interessensgruppen in der Bekleidungslieferkette müssten dafür mehr Verantwortung übernehmen. Zudem soll allen Arbeitern die gleichen Chancen eingeräumt werden, unabhängig von ihrem Geschlecht, religiöser Zugehörigkeit oder sexueller Orientierung. Dazu zähle auch, dass Männer und Frauen sollten gleich behandelt werden, inklusive gleicher Bezahlung.

„Die anstehende Bangladesh Denim Expo wird den Ausstellern und Besuchern eine einzigartige Erfahrung bieten. Sie werden einen Einblick in die Denim Industrie Bangladeschs bekommen, die neusten Trends kennen lernen, die die Branche in den nächsten Jahren prägen werden, und auf den Seminaren und der erweiterten Trendzone ihr Fachwissen erweitern können“, so Messechef Uddin weiter.

Die nächste Ausgabe der Bangladesh Denim Expo findet vom 9. bis 10. Mai 2018 im International Convention City Bashundhara in Dhaka statt. Die Organisatoren erwarten rund 60 Aussteller und 14.000 Fachbesucher aus aller Welt.

Foto: Bangladesh Denim Expo

 

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