Fashion Week Paris: Mit Matter and Shape etabliert sich Design als Wachstumsmotor für die Mode
Die von der französischen Messegesellschaft WSN organisierte Messe Matter and Shape hat die wachsende Verbindung zwischen Mode und Design unter Beweis gestellt. Während der Paris Fashion Week im März 2026 verdoppelte sich die Zahl der Besucher:innen, die die Zelte im Jardin des Tuileries besuchten.
Die Verbindung zwischen Mode und Design ist an und für sich nichts neues. Bereits 2019 griff Virgil Abloh für die Galerie Kreo das Design der Metallstühle im Jardin des Tuileries auf, indem er ein Bein entfernte. Er verlieh dem Objekt so einen neuen Status zwischen Design, Kunst und Mode.
Sieben Jahre später, während der Modewoche im März 2026, griff Jonathan Anderson für das französische Luxusmodehaus Dior dieses Konzept erneut auf. Er verschickte eine Miniatur dieses Stuhls als Einladung für seine Herbst/Winter-Show 2026/2027.
Beide Beispiele zeigen, wie Designobjekte in der Mode zunehmend als kulturelle Referenzen und kommunikative Elemente eingesetzt werden. In einer Zeit, in der Mode verstärkt Lifestyle-Welten inszeniert, scheint Design dabei ein zentraler Hebel zu sein, um die eigene Markenidentität zu erweitern. Die Messe Matter and Shape liefert dafür ein aktuelles Beispiel.
Besucher:innenzahl in den Tuilerien dank Matter and Shape verdoppelt
„Die Messe Matter and Shape wurde von Anfang an ins Leben gerufen, um die Grenzen zwischen Mode und Design auszuloten“, erklärt Mathieu Pinet, Direktor und Gründer der Messe Matter and Shape, gegenüber FashionUnited. „Das Projekt entstand aus der Beobachtung, dass während der Paris Fashion Week eine Dimension für Design und Objekte fehlte. Die Idee ist, verschiedene Kreativbranchen in einen Dialog zu bringen: Mode, Design, Kino und Parfum.“
Die erste Ausgabe im März 2024 zählte 30 Aussteller:innen. Die zweite Ausgabe kam auf 62 und die Veranstaltung im März 2026 bereits auf 73. Das unterstreicht die exponentiell wachsende Begeisterung für die Messe. Etwa zehn Aussteller:innen verkörpern direkt die Verbindung zwischen Mode und Design.
Frédéric Maus, Direktor von WSN und Organisator von Premiere Classe und Matter and Shape, nennt konkrete Zahlen zur Leistung dieser Ausgabe: „Die Einführung der Designmesse hat die Gesamtbesucher:innenzahl am Standort Tuilerien verdoppelt. Premiere Classe zählt zwischen 12.000 und 15.000 Besucher:innen, Matter and Shape etwa 13.000. 20 bis 30 Prozent der Besucher:innen besuchen beide Messen. Das zeigt eine klare Überschneidung zwischen dem Mode- und dem Designpublikum.“
Matter and Shape: Die Mode blickt in Richtung Design – und das Design lässt sich darauf ein
Modemarken werden nur dann zugelassen, wenn eine echte Verbindung zum Design besteht. Nach Möbeln des Modeschöpfers Rick Owens oder der Schmuckdesignerin Charlotte Chesnais wurden für die Ausgabe im März 2026 folgende Namen ausgewählt.
Serax, ein belgisches Unternehmen für Tischkultur, mit dem Ann Demeulemeester zusammenarbeitet. Dies ist der typische Fall einer Modedesignerin, die die Mode aufgegeben hat und ihre Karriere im Design fortsetzt.
Die Teilnahme von Lemaire an Ark Kollekt, einer kuratorischen Plattform, umfasste eine von der Galerie präsentierte Installation und Auswahl von Objekten und Möbeln. Diese sollte den Dialog zwischen Mode und Design veranschaulichen.
Cour, eine junge französische Möbelmarke, schafft einen Dialog mit Modemarken. Sie lädt Designer:innen ein, Haushaltsgegenstände zu entwerfen.
Die Schmuckmarke Shihara hat Tische und Stühle für die Einrichtung ihrer Boutiquen entworfen.
Das finnische Designhaus Marimekko ist das konkrete Beispiel eines Hauses, das für seine modischen Textilmuster bekannt ist. Es hat seine Kompetenzen auf Möbelstoffe ausgeweitet.
Schließlich hat der Regisseur Guadagnino (‚Call Me By Your Name‘, ‚Challengers‘ usw.) das kreative Feld erweitert. Er entwarf einen Raum und Objekte wie Spiegel und Teppiche für Lobmeyr, ein österreichisches Haus für Kristall- und Luxusglaswaren.
An sich stellt die Konvergenz von Mode und Design keinen Bruch dar. Sie ist vielmehr eine Reaktivierung einer Tradition aus dem Kunstgewerbe. Concept Stores haben ebenfalls dazu beigetragen, die Kategorien aufzubrechen, indem sie Kleidung, Objekte und Möbel im selben Raum zusammenbringen.
Diese Entwicklung ist eine Reaktion auf veränderte Konsumgewohnheiten. Sie dient aber auch dem Aufbau von Markenwelten. Die Messe Matter and Shape trägt dazu bei, diese Dynamik zu institutionalisieren. Sie bietet einen Rahmen, in dem sich diese Disziplinen begegnen können.
Verwandelt sich die Fashion Week tendenziell in ein erweitertes Ökosystem, in dem Mode und Design in Dialog treten? Diese Frage stellt sich. Auf jeden Fall handelt es sich um eine neue Sprache, die Mode-Insider:innen lernen müssen, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.
FashionUnited nutzt Künstliche Intelligenz, um die Übersetzung von Artikeln zu beschleunigen und das Endergebnis zu verbessern. Sie helfen uns, die internationale Berichterstattung von FashionUnited einer deutschsprachigen Leserschaft schnell und umfassend zugänglich zu machen. Artikel, die mithilfe von KI-basierten Tools übersetzt wurden, werden von unseren Redakteur:innen Korrektur gelesen und sorgfältig bearbeitet, bevor sie veröffentlicht werden. Bei Fragen oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte per E-Mail an info@fashionunited.com