#Fashiontech Berlin: Gut Zuhören ist die halbe Miete

Am 4. Juli 2018 fand die #Fashiontech Berlin Konferenz zum achten Mal in Berlin statt. Seit 2015 treffen sich Gäste auf der Konferenz, um die neuesten Entwicklungen an der Schnittstelle von Mode und Technologie zu diskutieren. Besonders für Einzelhändler ist die Bedeutung der Digitalisierung nicht zu unterschätzen, doch gerade sie sind es, die damit oft am wenigsten anzufangen wissen. Sie sollten jetzt anfangen, interdisziplinär zu denken und zu handeln.

Die #Fashiontech Berlin Konferenz hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, „Akteure aus den relevanten Bereichen zusammen zu bringen, um nicht nur ihr Wissen als Referenten oder Masterclasses zu teilen, sondern gemeinsam zukunftsweisende Lösungen für das digitale Zeitalter zu entwickeln, neue Kundekontakte zu generieren und Modehändler mit Modekonsumenten zu vernetzen“, wie es in einem Statement der Veranstalter heißt. Eröffnet wurde die Konferenz von Anita Tillmann, Gründerin und CEO der Premium-Gruppe und Veranstalter der Konferenz, Michael Stracke, Leiter Business Development Officer und Moderator sowie Initiator Ole Tillmann. Das Motto in dieser Saison: #Listen!, also Zuhören.

Unter anderem kamen dort Business Leader wie Karl Wehner (alibaba group), Tarek Müller (about you), Michael Kliger (mytheresa.com ), Whitney Bromberg Hawkings (Flowerbx), Inga Griese (Icon), Amar Nagaram unx Rishi Vasudev (flipkart) Leyla Piedayesh (Lala Berlin), Robin Ardeshir (Plug and Play), Florian Heinemann (Project A Ventures), Martin Wild (MediaMarktSaturn Retail Group) und Lukas Gant (Alphatauri) zusammen um ihre jeweiligen Erfahrungen mit der Digitalisierung mit dem Publikum zu teilen.

#Fashiontech Berlin: Gut Zuhören ist die halbe Miete

Soziale Medien, Virtual Reality und Künstliche Intelligenz

Die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz unterstrich Thomas Schulz, Korrespondent für Business und Technologie bei der Zeitschrift Der Spiegel, der als einziger deutscher Journalist mit Zugang zu Google im Silicon Valley sitzt. Er sagt, künstliche Intelligenz sei das größte, was derzeit passiere. Größer noch, als man es sich vorstellen könne. Soziale Medien inspirieren heute schon 74% aller Kunden zum Kauf, weiß Mathias Danone von fashwell. Und wie man in der virtuellen Realität einkauft, wenn man seine Hände nicht benutzen kann? Maks Giordano von kreait weiß es: Mit einem Nicken.

Tarek Müller: Wir wollen den Shoppingbummel digitalisieren

Tarek Müller ist Mitbegründer und Geschäftsführer von About You, Europas am schnellsten wachsendem eCommerce-Unternehmen - das zugleich als Mode- und Lifestyle-Magazin fungiert. Müller sagt, Kaufentscheidungen von professionellen Einkäufern seien immer noch eine Kombination aus Intuition und Daten. Die Kenntnis des letzteren sei aber weiterhin unumgänglich, betont er. Auf die Frage, ob er About You als Mode- oder Tech-Unternehmen sehe, sagte er; “About You ist beides - ein Mode- und Tech-Unternehmen. Wir haben sicherlich eine starke Tech- und Daten-DNA, aber ohne Mode-, Logistik- und Marketing-Expertise geht es auch nicht.“ Weiter ist er der Ansicht, dass Kenntnisse auf all diesen Ebenen entscheidend seien, um im heutigen Wettbewerbsumfeld zu bestehen. Man könne es sich „schlichtweg nicht erlauben in irgendeinem Bereich hinterher zu hinken, sonst wird man von den Kunden direkt abgestraft.“

#Fashiontech Berlin: Gut Zuhören ist die halbe Miete

Michael Kiger: „Denken Sie mobile first. Und dann mobile only.“

Auch Michael Kiger von Mytheresa ist der Ansicht, dass Kundenservice im Onlinebereich bedeutet, möglichst an alles zu denken: „Die Kundin kommt wegen der Luxusmode zu uns, aber wenn wir kein perfektes Shopping-Erlebnis und perfekten Service bieten, ist sie ganz schnell wieder weg. Für uns gehört aus Sicht der Kundin alles zusammen. Wir müssen schnell, einfach und komplett mobile first sein. Das hört sich simpel an, erfordert aber extrem viel technische Innovation im Hintergrund.“ Künftig sieht er eine noch stärkere mobile Vernetzung und Interaktion: „Dazu kommen neue Themen wie Personalisierung oder shoppable Videos, die auf neue Kundenbedürfnisse eingehen. Mehr als die Hälfte der Bestellungen auf mytheresa.com werden schon heute über Smartphone oder Tablet generiert. Unsere Kundin verbringt ein paar Minuten auf der Seite, wählt aus und kauft. Mobile ist nicht aufzuhalten und Kaufentscheidungen werden in Zukunft noch impulsiver. Dabei werden unter Umständen Sprach—Interfaces und VR Devices das heutige Smartphone ablösen. Auf jeden Fall wird der Luxuskunde der Zukunft noch globaler und ungeduldiger sein.“

Fotos: Fashiontech Berlin. Foto 2: Tarek Müller, Foto 3: Michael Kiger

 

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