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März-Ausgabe der Performance Days verspricht Fokus auf T2T-Recycling, Design und Ressourcen

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Eindrücke von der letzten Performance Days im Oktober 2025. Bild: Performance Days
Von Simone Preuss

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Die nächste Ausgabe der Performance Days, die vom 18. bis 19. März 2026 in der Messe München stattfindet, markiert einen entscheidenden Wendepunkt für die Branche. Die Messe erweitert ihren traditionellen Fokus auf funktionale Textilien und Nachhaltigkeit um eine tiefgreifende Designperspektive und setzt gleichzeitig neue Impulse in der Kreislaufwirtschaft. So wird die Trennung zwischen technischer Innovation und modischer Anwendung endgültig aufgehoben wird, um ganzheitliche Lösungen für die Herausforderungen der Textilindustrie zu präsentieren.

Design trifft Funktion: Die neue Creative Area

Ein zentraler Höhepunkt der kommenden Messe ist die Creative Area, die bereits auf der Herbstausgabe vorgestellt wurde. Sie entstand in Zusammenarbeit mit „TheCube Archive“ und Luca Zanatta, der bei Diesel für die Stoff- und Materialforschung verantwortlich ist. Dieses Format integriert Mode strukturell in die Plattform, indem es einen Dialog zwischen Archivstücken, Vintage-Performance-Wear und zeitgenössischen Materialinnovationen herstellt. Das Ziel ist es, technische Stoffe nicht mehr nur über Spezifikationen, sondern auch durch Storytelling und konkrete Designanwendungen erlebbar zu machen.

„Unser Ziel war es, Mode strukturell in die Performance Days zu integrieren. Gemeinsam mit Luca Zanatta haben wir die wichtigsten Materialthemen für die kommende Saison definiert. Das TheCube-Archiv hat diese Themen in eine kuratierte Auswahl an Archivstücken umgesetzt. Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zwischen Innovation und Designanwendung“, erklärt Clarissa Stadelmann, Produktchefin der Messe.

Innerhalb dieser Creative Area sowie im Trend Forum werden durch sogenannte Fashion Tables spezifische Designtrends visualisiert. Zu den Kernthemen der Saison gehören neu interpretierte Karomuster (Check) auf kontrastreichen Oberflächen wie Bouclé oder Fleece sowie der Einsatz von Devoré-Techniken für Transparenzeffekte. Zudem stehen Oberflächen im Fokus, die an Garment Dye erinnern, sowie innovative Denim-Interpretationen, die den kulturellen Status des Materials mit funktionalen Leichtbau-Konstruktionen verbinden.

Fokus Textilrecycling

Parallel zum Design-Schwerpunkt vertieft die Messe ihr Engagement für die Kreislaufwirtschaft mit dem Fokusthema „Textil zu Textil – die Rolle von Sammel- und Sortierbetrieben“. Nachdem zuvor das Recycling im Mittelpunkt stand, rücken nun Sammel- und Sortierbetriebe als „Gatekeeper“ in den Fokus, da sie die notwendigen sauberen und rückverfolgbaren Materialien für den Recyclingprozess liefern. Die Messe thematisiert hierbei kritische Erfolgsfaktoren wie automatisierte Sortierung durch KI, die EU-Abfallrahmenrichtlinie und die Einführung digitaler Produktpässe (DPP) sowie den Umgang mit Herausforderungen, Potenziale und mögliche Kollaborationen.

„Damit wir als Branche skalieren können, müssen wir verstehen, was am Anfang der Wertschöpfungskette geschieht und wie wir die Grundlagen unserer Industrie stärken. Unser Fokus liegt nicht allein auf den verschiedenen Recyclingprozessen. Viele zentrale Fragen entstehen viel früher: beim Verständnis von Materialströmen, beim Aufbau effizienter Strukturen und eines Umfelds, das Innovation überhaupt erst ermöglicht. Deshalb präsentieren wir auf den Performance Days nicht nur marktreife Lösungen, sondern auch frühe, zukunftsweisende Ansätze“, erläutert Nachhaltigkeitschefin Anna Schuster.

„Day 0“ widmet sich dem Thema Ressourcen

Eingeleitet wird dieses Thema bereits am 17. März 2026 durch den „Day 0“, der ebenfalls bereits auf der Herbstausgabe vorgestellt wurde. Es ist ein interaktives Workshop-Format unter dem Motto „Turn the Tap Off“. Geleitet von Beraterin Bowie Miles, zielt dieser Tag darauf ab, die Ursachen der Ressourcenverschwendung an der Quelle zu bekämpfen, anstatt nur die Symptome am Ende des Lebenszyklus zu verwalten. Es geht um eine fundamentale Transformation weg von Überproduktion und Volumenwachstum hin zu einer bedarfsorientierten Produktion und langlebigem Design.

„Wenn wir den Wasserhahn nicht bewusst zudrehen, versiegt er irgendwann. Die Metapher verdeutlicht den Wandel von der Bewältigung von Folgen hin zur Bekämpfung der Ursachen – von der Ausbeutung zur Regeneration, vom Fußabdruck zum Handabdruck. Echter Wandel beginnt an der Quelle, nicht erst beim Überlaufen“, erklärt Miles.

Zusammenfassend positioniert sich die Performance Days März 2026 als unverzichtbare Schnittstelle zwischen Materialwissenschaft und kreativer Interpretation. Durch die Kombination aus der neuen Creative Area und dem tiefen Eintauchen in die infrastrukturellen Voraussetzungen der Zirkularität bietet die Messe sowohl Designer:innen als auch Sourcing-Manager:innen die notwendigen Werkzeuge für eine zukunftsfähige Kollektionsentwicklung. Die Veranstaltung unterstreicht, dass echter Fortschritt nur durch die enge Verzahnung von Innovation, Transparenz und ästhetischem Anspruch möglich ist.

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