“Qualität über Quantität”: Ein Besuch bei der Amsterdamer Modefabriek im Sommer

“Es muss ein Event sein, zu dem jeder hingehen will, nicht nur als Einkäufer oder Verkäufer, sondern jeder aus der Branche”, sagt Lucel van den Hoeven, Geschäftsführer der Amsterdamer Modefabriek am ersten Messetag. Bereits seit mehreren Saisons setzt die Messe auf das Thema “Mehr als Mode”. Auch am 8. und 9. Juli präsentiert sich die Messe dynamischer, will nicht nur Produkte zeigen sondern auch mit szenigen Flächen inspirieren. Ob sich ihr Ziel ein Branchentreffpunkt zu werden bewahrheitet, werden die Besucherzahlen zeigen.

Die Außentemperaturen steigen an diesem sonnigen Tag und ebenso in der mittleren Halle, wo sich die Premium-Damenmarken präsentieren. Obwohl es in den Gängen ruhig scheint, sind die Modelabels positiv gestimmt und die Atmosphäre am Morgen ist heiter. Auch die belgische Marke Thelma & Louise Antwerp in der Westhalle freut sich auf den ersten Messetag. Die Marke ist zum ersten Mal auf der Modefabriek und will in den Niederlanden Fuß fassen: "Wir haben bereits mehrere Händler Belgien und jetzt auch zwei in Deutschland. Durch die Anwesenheit bei der Modefabriek hoffen wir, unsere Marke auch in den Niederlanden vorstellen zu können.” Alte und neue Kunden umwirbt sie mit Antwerpener Handjes, traditionellen Keksen aus der Heimatstadt.

Auffallend ist der Stand von Fifth House, der neuen Marke von Nikkie in der zentralen Halle. Auf einem Bildschirm flimmern Kampagnenbilder, aber es gibt keine Kleidungsstücke am Stand. "In Berlin haben wir die Kollektion präsentiert, dort sind wir noch nicht so bekannt, aber hier in den Niederlanden wollten wir es etwas mysteriöser halten." Das Vorhaben der Marke scheint zu wirken: Besucher gehen mit neugierigen Blicken am Stand vorbei, wo auch Champagner der Marke Moët serviert werden.

“Qualität über Quantität”: Ein Besuch bei der Amsterdamer Modefabriek im Sommer

Sommerliche Temperaturen bei der Modefabriek: "Qualität der Besucher ist hoch”

An den Ständen von Studio Anneloes, Profuomo, A Fish Named Fred ist ganz schön viel los. Business as usual. Doch die Besucher zieht es nicht nur zu den Ständen, auch die Vorträge, die bei den MF Talks angeboten werden, sind gut besucht. In der sich ständig verändernden Einzelhandelslandschaft eignen sich die Besucher eifrig zusätzliches Wissen an. Auch die Vorträge der Experten sprechen davon, dass Mode mehr als Mode ist. Den Fachleuten zufolge geht es um Erfahrungen, Inspiration und eine Stimulierung der Sinne. Die Modefabriek bewegt sich mit dem Markt und passt ihr Konzept daher den Entwicklungen an. “Man muss nah am Wandel sein, um die Menschen weiterhin zu inspirieren und mehr zu bieten. Wir müssen mitgehen und diesem kreativen Markt eine Plattform bieten”, sagte Van den Hoeven zu FashionUnited.

Daher ziehen sich auch Akzente über den Hallenboden, die vorher nicht da waren, wie auf den sogenannten "Streifen". Auf den farbigen Flächen in den Hallen von West bis Ost, finden sich verschiedenste Inspirations-Bereiche für den Handel, auf denen auch junge Talente ihren Platz haben. In den Trend-Hubs können Besucher Videos des Trendexperten Jan Agelink schauen und auch gleich interessante Designs kaufen. Die “Streifen” hätten einen prominenten Platz in dieser Saison bekommen, weil die Besucher der vorherigen Ausgabe gut auf das Konzept reagierten, erklärt Modefabriek-Sprecherin Sabine Heideveld. In der Halle Nord dehnen sich die Streifen weit aus, sorgen für ein offenes Gefühl – damit den Besuchern sofort klar wird, dass sie eine neue Zone betreten. Das gilt auch für den Streifen in der zentralen Halle, wo Designer neben dem Selfie-Bereich ausstellen. "Wir wollen Besucher begeistern, sie neue Talente entdecken lassen und das alles während sie einkaufen", sagt Heideveld.

“Qualität über Quantität”: Ein Besuch bei der Amsterdamer Modefabriek im Sommer

White Milano auf der Modefabriek

Dass Verbraucher mehr in Messen wie die Modefabriek einbezogen werden müssen, weiß der italienische Veranstalter der White Milano. Die Organisation steht zum ersten Mal mit einem Stand auf der Modefabriek, man möchte sich gegenseitig befruchten. "Wir wollen italienische Marken auf dem niederländischen Markt einzuführen ", sagt Paola Bonetti, die für Fashion Research, Promotion und Entwicklung bei der White Show zuständig ist. Am Stand sind denn auch verschiedene Bekleidungsmarken aus verschiedenen Segmenten der Messe zu sehen, alle mit passenden weißen Einzelteilen. White Milano und Van Den Hoeven kamen miteinander in Kontakt, als der italienische Veranstalter erstmals Verbraucher in ihre vierjährliche Veranstaltung einbeziehen wollte. "Auf diese Weise treffen Marken nicht nur Einkäufer, aber kommen auch mit den Konsumenten in Kontakt. "Durch die Organisation der Denim Days, dem Verbraucherfestival für Jeansliebhaber, verfügt Van den Hoeven über die notwendige Erfahrung, Marken und Verbraucher auf Messen zusammenzubringen. Zur nächsten Ausgabe der White Milano werden die Veranstalter der Modefabriek auch nach Mailand reisen um mit einem Stand präsent zu sein und niederländische Marken zu repräsentieren.

“Qualität über Quantität”: Ein Besuch bei der Amsterdamer Modefabriek im Sommer

Während der erste Messetag langsam zu Ende geht, wird die Musik an den Ständen entspannter. Bei den verschiedenen Foodtrucks und Liegestühlen am Eingang der Börse ist noch viel los. Keiner kann den Besuchern nach einem langen Tag verübeln, dass sie noch ein bisschen Sonne abhaben wollen. Mardy Bouma von Y.A.S., einer der Bestseller-Marken, blickt positiv auf den ersten Messetag zurück. Sie ist vor allem glücklich mit der Halle, wo Y.A.S. zum ersten mal seinen eigenen Stand bekommen hat. "Es war vielleicht etwas weniger los, aber die Besucher, die vorbeikamen, waren super”, erzählt Bouma. So war diese Sommeredition etwas ruhiger als im Winter, aber auch für diese Messe gilt: Besser Qualität als Quantität.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.nl veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Weixin Zha

Fotos: FashionUnited

 

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