Die fünf größten Uhrenhersteller der Welt, darunter Rolex, Patek Philippe und Chanel, gaben am Dienstag bekannt, dass sie sich von der Baselworld zurückziehen würden, um eine neue Uhrenmesse ins Leben zu rufen. Die Marken, die seit Jahrzehnten als die Stützpfeiler der bekannten Messe in der nordschweizerischen Stadt Basel gelten, werden von Juwelier Chopard und Rolex-Tochter Tudor begleitet. Gemeinsam entschieden sie sich, der Messe den Rücken zu kehren und stattdessen ihre eigene, alljährlich stattfindende Veranstaltung ab April 2021 in Genf zu veranstalten, so die Foundation High Horology (FHH) in einer Erklärung.

"Diese Abkehr folgt einer Reihe einseitiger Entscheidungen, die ohne Absprache mit dem Baselworld-Managements getroffen wurden", hieß es in der Erklärung. Sie kritisierte die Messeorganisatoren unter anderem dafür, dass sie inmitten der Besorgnis über die neuartige Coronavirus-Pandemie einseitig beschlossen hatten, die Ausgabe 2020 abzusagen, deren Beginn für Ende April geplant war. Sie äußerte sich auch kritisch zur "Unfähigkeit der Organisatoren, die Bedürfnisse und Erwartungen der Marken zu erfüllen".

Die neue Messe, die zusammen mit dem FHH organisiert wird, soll Anfang April 2021 im Palexpo in Genf stattfinden, so die Erklärung. "Wir haben seit 1939 an der Baselworld teilgenommen", sagte Rolex-Chef Jean-Frederic Dufour, der auch Aufsichtsratsmitglied von Montres Tudor ist, darin. "Leider haben wir angesichts der Entwicklung der Veranstaltung... und trotz der großen Verbundenheit, die wir mit dieser Uhrenmesse hatten, beschlossen, uns zurückzuziehen", fügte er hinzu.

Die MCH Group, die die Baselworld organisiert, sagte in einer Erklärung, sie habe die Nachricht vom Verlassen der Aussteller mit “großer Überraschung und ebenso großem Bedauern” entgegengenommen.

Sie betonte, dass die Entscheidung, die nächste Ausgabe der Messe auf Januar zu verschieben, “gemeinsam mit führenden Ausstellern” getroffen worden sei, und dass “die jetzt 'abwandernden' Unternehmen - einschließlich Rolex - sich für eine Verschiebung auf Januar 2021 ausgesprochen hätten”.

Die fraglichen Unternehmen “seien auch im Ausstellerausschuss vertreten, wo die Zukunftsvision der Baselworld mehrfach diskutiert wurde und auf positive Resonanz stieß”, hieß es weiter. “Die Absicht, nach Genf umzusiedeln, ist nie erwähnt worden. Die MCH Group muss daher zu dem Schluss kommen, dass die entsprechenden Pläne seit einiger Zeit in Vorbereitung sind und dass die Diskussionen über die finanziellen Vorkehrungen für die Absage der Baselworld 2020 nun als Argument angeführt werden.”

Die Baselworld galt lange Zeit als das wichtigste Ereignis des Jahres für die Uhrenindustrie, doch die Organisatoren sahen sich in den letzten Jahren mit einer Welle von Kritik konfrontiert, darunter auch wegen überhöhter Kosten, was mehrere große Marken dazu veranlasste, sich von ihr zu verabschieden.

Die Swatch Group, zu der Marken wie Omega, Longines und Tissot gehören, verließ die Messe im letzten Jahr, um eine neue Veranstaltung in Zürich ins Leben zu rufen. (AFP)

 

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