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Trendfarben als Geschäftsmodell: Ein Blick hinter die Kulissen der neuen Première Vision

Auf der Première Vision Paris wird Farbe zum Business-Hebel: Beauty, Parfüm, Musik und Food erweitern die Messe über den Textilbereich hinaus.
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Prospective-Bereich der Première Vision Paris im Februar 2026 Credits: Alex Gallosi
Von Florence Julienne

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Die Première Vision Paris im Februar 2026 zeigt, dass Farbe weit mehr ist als ein dekoratives Element. Die saisonale Farbpalette wird zunehmend zu einem strategischen Hebel für die Industrie. Für Frühjahr/Sommer 2027 dienen die Trendfarben nicht nur als Leitmotiv für Stoffe, Leder und Accessoires, sondern eröffnen auch neue Geschäftsfelder – von Beauty über Patisserie und Musik bis hin zu Fotografie und Parfümerie.

Bereits im September 2025 deutete sich an, dass die Messe über ihre klassischen Kernsegmente hinaus expandieren will. Sechs Monate später ist die neue Ausrichtung deutlich. In einer Zeit, in der die Première Vision mehr als nur eine Zulieferermesse sein will, wird Farbe zu einem übergreifenden Code. Sie ist ein gemeinsames Werkzeug für verschiedene Branchen und ein Einstiegspunkt jenseits von Textilien.

Wenn saisonale Farben einen strategischen Kategorienwechsel signalisieren

Die saisonale Farbpalette, die von der Première Vision vorgestellt wird, wird von Desolina Suter, der Modedirektorin, entwickelt. Dies geschieht in Absprache mit internationalen Stilbüros, die auf verschiedenen geografischen Märkten tätig sind. Die Modedirektorin fasst all diese Daten zusammen.

Daraus entsteht eine trendige Farbpalette, die laut Frédéric Loeb, Berater für alle Messen von GL Events, wie eine „universelle Notenlehre“ funktioniert. Man kann sie als eine gemeinsame Partitur verstehen, die von allen Kreativbranchen geteilt wird. „Die saisonalen Trendfarben ermöglichen eine übergreifendere Sichtweise, die etwas weniger auf das historische Kerngeschäft, also Stoffe, Accessoires und Leder, ausgerichtet ist“, erklärt der Berater gegenüber FashionUnited.

Er fügt hinzu: „Lassen Sie uns das Spektrum schrittweise erweitern, experimentieren und ausprobieren, um zu sehen, wo wir neue Impulse finden können. Diese sollen einige Textilindustriebereiche ersetzen, denen die Puste ausgeht.“

Prospective Forum Credits: Alex Gallosi

Beauty, Patisserie, Musik, Fotografie und Parfümerie: Die neuen kreativen Ausdrucksfelder der Première Vision

Im Prospective-Bereich (Halle 5) wird diese Modellerweiterung konkret sichtbar. Das erste Geschäftsexperiment wurde im September 2025 mit Fiabila durchgeführt. Sechs Monate später nimmt die Marke erneut teil.

Fiabila verfügt über mehr als vierzig Jahre Erfahrung in der Formulierung und Herstellung von Nagellacken, Farben und Nagelpflegeprodukten. Das Unternehmen arbeitet als White-Label-Hersteller und kann daher die Bedürfnisse von Marken erfüllen, die ihre Textilkollektion um einen passenden Nagellack ergänzen möchten.

Fiabila Credits: F. Julienne

Für diese Ausgabe wird dieser wichtige Akteur auf dem globalen Nagellackmarkt von einer „Next Gen“ (Neue Kreativgeneration) mit unterschiedlichen Profilen begleitet: Parfüm, Fotografie, Patisserie und DJs. Ziel ist es, Frische, Dekonstruktion und Enthemmung zu vermitteln.

Davis Félicité Credits: F. Julienne

Für den jungen Konditor Davis Félicité, der in den Prospective-Bereich eingeladen wurde, ist Farbe der Ausgangspunkt seiner Kreationen. „Ich mache viele sehr farbenfrohe Gebäcke“, erklärt er gegenüber FashionUnited. „Ich habe Kreationen, die gelb, rosa oder rot sind, auch wenn das die Erwartungen durchbricht.“

Hier ist Farbe nicht dekorativ, sondern strukturell und konzeptionell. In diesem Sinne sind die Trendpaletten der Messe eine direkte Inspiration. Indem er sie erkundet, schafft er einen Dialog mit der Mode. Er nutzt die Patisserie als eine weitere Ausdrucksform, die Marken für ihre Events oder Produktangebote aufgreifen können.

Malo und Felix, Abondance Credits: F. Julienne

Das DJ-Duo Abondance sieht eine direkte Verbindung zwischen modischen Farben und musikalischen Kompositionen. Ihre Methode besteht nicht darin, einen Farbton wissenschaftlich in Klang zu übersetzen, sondern über die Vorstellungskraft zu gehen. So erinnert ein Orange an einen Sonnenuntergang, den sie mit schwebendem und immersivem Deep House assoziieren.

Im Gegensatz dazu erfordern grelle Lichter einen viel rhythmischeren Musikstil. Farbe wird so zu einem Stimmungsindikator und Ausgangspunkt, um die Klangatmosphäre einer Marke zu definieren.

Im Gespräch mit FashionUnited erklären Malo und Félix, dass sie nach einem Treffen auf der Sirha zur Première Vision eingeladen wurden. Die Sirha ist eine Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie, die von der GL Events Gruppe in Lyon organisiert wird. „Frédéric hat uns ein Projekt vorgestellt, das darauf abzielt, die Première Vision zu experimentelleren Formaten weiterzuentwickeln, indem musikalische Angebote in das Messekonzept integriert werden.“

Victor Boccard Credits: F. Julienne

Für den Fotografen und Regisseur Victor Boccard ist Farbe der Ausgangspunkt jedes Projekts. „Solange ich die Farbe nicht gefunden habe, existiert das Moodboard nicht“, sagt er. Seine Bilder entstehen zunächst aus einem dominanten Farbton oder einem Farbpaar, das dann das gesamte Shooting strukturiert.

Die saisonalen Paletten sind daher ein Anhaltspunkt. „Der Besuch der Première Vision ermöglicht es mir, zu antizipieren, was im nächsten Jahr angesagt sein wird“, sagt er. Dies beeinflusst sowohl die Farben als auch die Texturen seiner Kulissen. Die Messepräsenz ermöglicht es ihm außerdem, zukünftige Kund:innen zu treffen – in einem für Fotokünstler:innen etwas angespannten Umfeld, trotz seiner zahlreichen Referenzen wie LVMH, Chanel und Christian Louboutin.

Redkids Noé Chiabai, Miquel Badia und Solal Marinier (Fotograf) Credits: F. Julienne

Im Fotoproduktionsstudio Red Kids wird Farbe durch Andeutung vermittelt. Ihre Bilder, oft in Schwarz-Weiß, zielen weniger darauf ab, Farbtöne zu zeigen, als sie hervorzurufen. „Wir stellen Farben dar, ohne sie unbedingt mit den Augen zu sehen, aber man kann sie mit der Vorstellungskraft wahrnehmen“, kommentieren Noé Chiabai und Miquel Badia. Dieser Ansatz lässt Raum für die Interpretation der Betrachter:innen und macht Farbe zu einer mentalen Erfahrung statt nur zu einem visuellen Effekt.

Das Parfümhaus Robertet macht Farbe zum Ausgangspunkt der olfaktorischen Kreation. Für dieses Projekt erhielt Sidonie Lancesseur freie Hand, um aus den Pantone-Farben Duftnoten zu kreieren. Sie wählte die Farben aus, die sie am meisten inspirierten.

Jeder Farbton wird zu einem Rohstoff: Ein blasses Rosa, kombiniert mit Ylang-Ylang, vermittelt ein Gefühl von besonders wohltuender Creme. Ein tiefes Rot und Blau werden durch Iris mit harzigen und ledrigen Akzenten interpretiert. Ockertöne erinnern an die Wüste und erzeugen einen sandigen, maritimen Akkord. Schließlich wird ein orangerotes Rot um schwarze Johannisbeere herum aufgebaut. So verwandelt sich die Farbpalette in eine Duftpalette.

Robertet Credits: F. Julienne

Diese „Next Gen“-Ansätze sind noch am Rande, skizzieren aber neue kreative Impulse und tragen zur Öffnung der Branche bei. Kann die Mode noch isoliert und nur auf ihr textiles Angebot beschränkt funktionieren? Sind die traditionellen Akteur:innen bereit, über den Tellerrand zu blicken? Entsteht der Erfolg einer Marke wirklich dort, wo man ihn erwartet? Sollte man daher andere Gebiete erkunden? All diese Fragen stellen sich nach der Première Vision Paris im Februar 2026.

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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