Zalando und Bread & Butter: Flüchtlings-Charity statt Endverbrauchermesse

Das Ringen um die Zukunft der Bread & Butter nimmt kein Ende. Im Zuge der Suche nach geeigneten Flüchtlingsunterkünften hat der Berliner Senat den ehemaligen Flughafen Tempelhof ins Visier genommen. Sponsor Zalando, der die ehemalige Leitmesse im kommenden Januar in ein Endverbraucherevent umwandeln wollte, zauderte zuerst, hat aber mittlerweile umgeschwenkt und plant anstatt der ohnehin bisher nicht konkretisierten Modeveranstaltung nun ein Charity-Event für Flüchtlinge.

Wie Gründerszene berichtet, war Zalando ursprünglich überhaupt nicht begeistert von der Idee, Flüchtlinge in Tempelhof zu begrüßen: „Zalando und andere Stakeholder in Tempelhof sind vergangene Woche gefragt worden, was es bedeuten würde, wenn die große Halle im Flughafen Tempelhof zur zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge gemacht würde. Und wenn eine oder zwei Hallen als Flüchtlingsunterkünfte genutzt würden. Wir haben geantwortet, dass die Bread & Butter dann nicht stattfinden kann.“, so Zalando PR-Chef René Gribnitz gegenüber dem Online-Newsplattform.

Auch Chefredakteur Lorenz Maroldt vom Berliner Tagesspiegel äußerte Kritik an der Haltung Zalandos in seinem Newsletter vom 03. September: „Der Bread-&-Butter-Investor Zalando, so ist zu hören, hat der Betriebsgesellschaft mitgeteilt, dass er gar nichts davon hält, wenn seine Messebesucher mit Flüchtlingsmode konfrontiert würden. So sehen sie aus, die Brüder: Fördermillionen vom Land Berlin kassieren - ok. Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen - ach ne. Klarer Fall von Retour.“

Nun also ist man bei Zalando zu dem Schluss gekommen, unabhängig davon, welche Entscheidung der Berliner Senat treffen wird, im ersten Quartal 2016 ein Charity-Event für Flüchtlinge veranstalten zu wollen. Außerdem habe Zalando bereits Kleiderspenden nach Italien geschickt und eine Berliner Erstaufnahmeeinrichtung mit Textilien unterstützt, ließ man weiterhin verlautbaren. Sollte der Flughafen Tempelhof für Flüchtlinge gebraucht werden, werde Zalando helfen, die Hangars für Menschen bewohnbar zu machen.

Zalando und Bread & Butter: Flüchtlings-Charity statt Endverbrauchermesse

Die Bread & Butter hatte im Dezember letzten Jahres Insolvenz anmelden müssen, im Juni 2015 war Zalando als Investor eingestiegen um die von Karl-Heinz Müller gegründete Messe zu retten. Die geplante Endverbrauchermesse Bread & Butter soll dann im Sommer 2016 stattfinden.

Für Nachfragen zu Details des Events seitens FashionUnited.de stand bei Zalando leider niemand zur Verfügung.

Update: Die Veröffentlichung, dass Zalando gegen eine Aufnahme von Flüchtlingen im Flughafen Tempelhof sei, entspricht nicht unserer Haltung: Zalando ist ein vielfältiges und offenes Unternehmen mit einer internationalen Belegschaft. Wir wollen aktiv werden, zur Unterstützung von Flüchtlingen beitragen und etwas für den Standort tun. Unabhängig davon, wie die Entscheidung des Senats zur Unterbringung von Flüchtlingen ausfallen wird, haben wir uns deshalb entschlossen, eine Benefizveranstaltung für Flüchtlingshilfe im Stil von „Live Aid“ auf dem Flughafengelände Tempelhof zu organisieren. Das Bread & Butter-Team wird in Zusammenarbeit mit den Partnern ein Konzept dafür entwickeln. Sollte der Senat entscheiden in Tempelhof Flüchtlinge unterzubringen, werden wir uns daran beteiligen, den Hangar bewohnbar zu machen.

Fotos: Bread & Butter by Barbara Russ
 

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