Zwischen Pool und Problemen: Pitti Uomo startet energetisch in SS27

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Pitti Uomo 110 Credits: AKAstudio-collective
Von Ole Spötter

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Die Pitti Uomo ist am Dienstag mit einem graziösen Kopfsprung in die neue Saison gesprungen. Die italienische Menswear-Messe thematisiert für ihre 110. Ausgabe „den Pool“ und taucht bei sommerlichen Temperaturen für einen Moment ins kühle Nass, bevor die Probleme der Branche wieder auftauchen.

Die italienische Menswear erzielte 2025 einen Umsatz in Höhe von 11,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so eine am Montag veröffentlichte Studie des italienischen Modeverbandes Confindustria Moda, die auf Daten des Mailänder Marktforschungsunternehmens Sita Ricerca basiert.

„Wir haben Geschichte, Tradition und Expertise hinter uns, aber wir verfügen auch über die Mittel, um den neuen Herausforderungen zu begegnen, die vor uns liegen und die die gesamte Modebranche betreffen“, so Antonio De Matteis, President von Pitti Immagine in einer Mitteilung am Montag. „Diese Faktoren haben es uns ermöglicht, in jedem entscheidenden Moment den Begriff der Messe neu zu definieren und Pitti Uomo nicht nur in eine Handelsveranstaltung zu verwandeln, sondern auch in einen kulturellen Impulsgeber, einen Ort des Dialogs, der neue Ideen, Trends und Verbindungen hervorbringt.“

Pitti Uomo startet bei sommerlichen Temperaturen und guten Frequenzen Credits: Ole Spötter für FashionUnited

Saisonauftakt am Pool

Bei der aktuellen Ausgabe der Herrenmodemesse präsentieren rund 740 Marken bis zum 19. Juni ihre Frühjahr/Sommer 2027-Kollektionen. Von ihnen kommen etwa 45 Prozent aus dem Ausland – darunter mehr als 30 Nationen, teilte Pitti Immagine mit. Für die modische Arschbombe sorgen dieses Mal die Gastdesigner:innen Simone Rocha und DSM Kei Ninomiya sowie die Special Projects Sunflower und JiyongKim.

Das unabhängige koreanische Label JiyongKim zeigt während der Messe eine Ausstellung, die den natürlichen Färbeprozess durch Sonnenlicht in den Vordergrund stellt. Die zentrale Installation zeigt dabei einen Prozess, bei dem ein Mantel den Wetterbedingungen über 100 Tagen ausgesetzt ist. Mit zwei langen Wasserbecken, über denen die Mäntel hängen, integriert das Label auch das Saison-Thema der Pitti Uomo „The Pool“.

JiyongKim-Ausstellung bei Pitti Uomo Credits: Ole Spötter für FashionUnited

Dieses wird durch eine Installation auf dem florentinischen Messegelände Fortezza da Basso verdeutlicht. Sie wurde vom Pariser Designer Philéo Landowski in Zusammenarbeit mit dem libanesischen Künstler Pascal Hachem erschaffen und rückt mit einem Netz aus großen Rohren die meist versteckte Technik hinter dem Schwimmbecken in den Vordergrund.

Energetischer Start

Am ersten Tag war die Motivation bereits in den frühen Morgenstunden, bevor die Temperaturen auf 30 Grad Celsius kletterten, hoch: Noch vor dem offiziellen Start auf dem Messegelände schnürte Prohibited die Laufschuhe und joggte mit dem eigenen Running Club durch Florenz. Dort sei die Stimmung bei den rund 60 Teilnehmenden so gut gewesen, dass die Wartezeiten an den Ampeln als Tanz-Stop genutzt wurden, heißt es von der Berliner Marke im Nachgang.

Diese Energie schwappte auch auf die Messe über, wo die Frequenz bereits am ersten Tag auffallend stark war. Laut Marc Götz war an diesem Eröffnungstag mehr los als in den vorangegangenen Jahren. Die Grundstimmung sei trotz der aktuellen Rahmenbedingungen positiv – die Besuchenden nehmen die Wärme und die Atmosphäre der Stadt auf, so der Gründer der deutschen Marke Drykorn.

Auch American Vintage freut sich über gute Frequenzen, berichtet Markus Dambacher, Wholesale Manager für Menswear in Deutschland. Für die französische Marke, die für ihren Vintage-Look bekannt ist, ist die DACH-Region mit Deutschland, Österreich und der Schweiz der zweitstärkste Markt. Im Fokus liegen nun der US-Markt und der asiatische Raum. Dass die Marke neue „Reiseziele“ hat, zeigt sie auch in ihrem Messestand, an dem die Kollektion – eine Mischung aus Work- und Office-Wear sowie dem „New Pyjama“-Look – mit einem Kofferband verbildlicht wird.

American Vintage Stand bei der Pitti Uomo Credits: Ole Spötter für FashionUnited

Der Messe-Neuling Alpenhaus freut sich derweil über positives Feedback und plant auch im Januar bei der kommenden Winter-Ausgabe dabei zu sein. Im September startet die kanadische Lifestyle orientierte Outerwear-Marke in Europa. Der Fokus liegt auf Deutschland, Frankreich und Italien, erklärt der Gründer Alan Pivovar.

Auch Bugatti ist in dieser Saison wieder in Florenz vertreten. Die Pitti Uomo sei für die Marke immer noch die wichtigste Messe, so Florian Wortmann, Chief Brand and Commercial Officer bei Bugatti. Dennoch würde sich die das Unternehmen freuen, wenn es angesichts der aktuellen Stimmung wieder etwas Vergleichbares im Heimatmarkt geben würde und man für den Austausch nicht erst nach Florenz fliegen müsse, ergänzt Bugatti-CEO Julius Brinkmann. Die Marke reist am Mittwoch für ein Event mit Modenschau an nach Forte dei Marmi. Dort bespielt sie aktuell ein Strand-Resort und nutzt diesen Moment um zurück sowie in die Zukunft zu blicken.

Bugatti setzt auf Beachclub-Vibes Credits: Ole Spötter für FashionUnited
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