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Adidas testet erste "Speedfactory" in Deutschland

Von Reinhold Koehler

9. Dez. 2015

Mode

Der Sportartikelhersteller Adidas will sich künftig weiter von menschlichen Arbeitskräften unabhängig machen und testet derzeit in einem Pilotprojekt eine voll automatisierte Produktion. In der sogenannten „Speedfactory“, die der Konzern nun in seinem Hauptquartier in Herzogenaurach vorgestellt hat, sollen Sportschuhe und Sneaker „schneller als je zuvor hergestellt“ werden können.

Bald werde es aufgrund der neuen, automatisierten Fertigung möglich sein, die Produktion dorthin zu verlagern, wo sich die Konsumenten der Marke befinden, so das Unternehmen. In seiner Fabrik der Zukunft setzt Adidas eigenen Angaben zufolge modernste Robotertechnologie ein, mit der sowohl hoch funktionale Qualitätsprodukte gefertigt werden können, dabei aber auch individuelle Schuhdesigns ermöglicht. Die ersten 500 Paar Laufschuhe, die im Rahmen des Speedfactory Konzepts gefertigt werden, will Adidas in der ersten Jahreshälfte 2016 präsentieren. Die kommerzielle Serienproduktion soll in naher Zukunft starten.

„Speedfactory kombiniert das Design und die Herstellung von Sportartikeln in einem automatisierten, dezentralisierten und flexiblen Fertigungsprozess. Dank dieser Flexibilität können wir zukünftig viel näher an unseren Konsumenten sein und vor Ort in unseren Absatzmärkten produzieren“, so Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der Adidas Gruppe. „Wir schaffen damit völlig neue Möglichkeiten, wie, wo und wann wir unsere Produkte fertigen können und sind somit Vorreiter in Sachen Innovation in unserer Branche.“

Globales Fabrik-Netzwerk geplant

Das Pilotprojekt hat Adidas aktuell bei der Oechsler AG in Ansbach implementiert, um das System ausgiebig zu testen. Sollte alles nach Plan verlaufen, sollen die neuen Speedfactorys in Zukunft nicht nur dazu beitragen, die Bedürfnisse der Konsumenten besser zu erfüllen sondern soll sich auch positiv auf die Umwelt auswirken, da transportbedingte Emissionen verringert und der Einsatz von Klebstoffen drastisch reduziert werden.

„Der Aufbau der ersten Speedfactory in Ansbach ist nun in vollem Gang. Ziel ist es, ein globales Netzwerk automatisierter Fertigung zu etablieren, das modernste Spitzentechnologie in Städte rund um den Globus bringt. Das Pilotprojekt mit 500 Paar Schuhen wird uns helfen, die Grundlagen für eine kommerzielle Serienproduktion zu schaffen, sodass jeder Konsument vor Ort genau das bekommt, was er will, und zwar dann, wann er es will – schneller als je zuvor“, so Gerd Manz, Vice President Technology Innovation bei Adidas.

Wie der Konzern zudem mitteilt, sollen neben Speedfactory schon bald „weitere innovative Initiativen“ in den Stores starten und „modernste digitale Konsumentenerlebnisse“ anbieten.

Foto: Adidas