Amsterdam Fashion Week: Pablo Willemars springt in die Pfütze
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Pablo Willemars beschäftigte sich für die aktuelle Kollektion mit einem Thema, das wohl viele Niederländer:innen bei ihrer täglichen Kleiderwahl beeinflusst, nämlich Regen. Im Fokus stand der Umgang mit dieser Naturgewalt, vom kindlichen Spiel über den Schutz bis zur historischen Verehrung. Zum Einsatz kamen upgecycelte niederländische Trachten und Müll von der Straße.
Die Kollektion „Nat bij Regen" (niederländisch für „Nass bei Regen") geht auf ein möglicherweise fiktives Straßenschild zurück, das Willemars online entdeckte. Der scheinbar banale Hinweis, dass die Straße bei Regen nass sein könnte, wurde zum Ausgangspunkt.
Eine zentrale Rolle spielten verschiedene Regenjacken, darunter ein Friesennerz und transparente Capes, deren praktischer Nutzen als Schutzfläche mit der dreidimensionalen Silhouette verschwand. Dafür sorgten Objekte wie ein Fahrradlenker samt Klingel und übereinandergelegte Materialien.
„Ich fand es interessant, Kleidung, die für eine bestimmte Zeitspanne oder Tätigkeit gemacht ist, mit Exzentrik aufzuladen und ihr damit jede Praktikabilität zu nehmen", heißt es in den Shownotes. „Zwischen Dekorum und Nutzen liegt eine spannende Reibung."
Dazu kamen Einflüsse traditioneller niederländischer Trachten, deren florale Motive in einem wilden Mustermix hervorstachen. Polka Dots entstanden durch die traditionelle Drucktechnik Staphorster Stipwerk, die ursprünglich Spitze imitieren sollte. Die Farbpalette, die nahezu jede Farbe des Regenbogens umfasst, geht auf Fiep Westendorp zurück. Die Illustratorin zeichnete die Figuren zu „Jip und Janneke", den Kinderbuchklassikern der Schriftstellerin Annie M. G. Schmidt, die bei der auch in Deutschland aktiven Kaufhauskette Hema auf Geschirr, Kleidung und, passend zum Anlass, Regenschirmen zu finden sind.
Den Ausgangspunkt vieler Looks bildeten die Hüte, die Willemars seit Karrierebeginn begleiten. Sie seien Ausdruck der Persönlichkeit und zugleich Unterschlupf bei Regen.
Passend zum Thema wurde eine der letzten Schauen der Amsterdam Fashion Week von wechselhaftem Wetter begleitet, das zwischen Regen und Sonnenschein wechselte.