Eine Massenpanik führte in Bangladesch am Freitag zum Tod von 27 Personen: Hunderte standen seit den frühen Morgenstunden Schlange, um kostenlos Kleidung zu erhalten; eine Zakat-genannte Spende an Arme vor Id während der Ramadan-Zeit.

Die Tragödie ereignete sich in der Stadt Mymensingh, etwa 115 Kilometer nördlich von Dhaka. Über 1500 Menschen aus den benachbarten Slums hatten sich bereits früh am Freitagmorgen vor den Toren einer Kautabakfabrik versammelt, nachdem der Besitzer den Zeitpunkt der Vergabe der jährlichen Zakat-Almosen bekannt gegeben hatte, in diesem Fall Bekleidung. Es kam zu einem panikartigen Ansturm, als die wartende Masse versuchte, sich durch ein kleines Seitentor zu zwängen, nachdem die Haupttore geschlossen blieben und Fabrikarbeiter Schlagstöcke benutzten, um die Menge in Schach zu halten.

"Wir haben 25 Leichen geborgen. Die meisten Toten sind arme und ausgemergelte Frauen und zwei Kinder", sagte der Polizeichef von Mymensingh, Moinul Haque. Er schätzte die Zahl der Verletzten auf mehr als 50 und erwartet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen wird [27 neuesten Berichten zufolge].

Premierministerin Sheikh Hasina drückte in einer Beileidsbekundung "tiefes Mitgefühl für die Hinterbliebenen" aus. Laut dem Ministerium für religiöse Angelegenheiten wird jede Familie eines Toten 10.000 Taka (rund 125 US-Dollar) erhalten, um die Bestattungskosten zu tragen. In der Zwischenzeit wurden der Fabrikbesitzer und sechs weitere Personen wegen der Unfähigkeit, öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, verhaftet.

Die Ironie, dass Menschen im weltweit zweitgrößten bekleidungsherstellenden Land für Kleidung sterben müssen, ist kaum zu überbieten. Ein Großteil der in Bangladeschs rund 5.000 Bekleidungsfabriken hergestellten Ware ist jedoch für den Export bestimmt und geht deshalb an internationale Auftraggeber statt an den heimischen Markt.

Initiativen wie die Grameen-Uniqlo-Geschäfte, die von Bangladeschis für Bangladeschis hergestellte Kleidung verkaufen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch selbst die kostenlose Versorgung der Ärmsten der Armen mit Kleidung zu organisieren sollte in einem Land mit einer so großen Menge von Textilabfällen, die recyclt, upcycelt und sonst entsprechend der sozialen Verantwortung eines Unternehmen wiederverwendet werden, kein Problem sein.

 

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