Best Brands 2016: Modemarken chancenlos

Geht man von medialer Präsenz und allgemeiner Alltagsrelevanz aus, spielt die Mode eine zentrale Rolle im Leben der Menschen. Modemarken dienen dabei nicht nur dem Ausdruck der eigenen Individualität, sie stehen auch auch für soziale Codes und gelten als Interpretation gesellschaftlicher Strömungen. Doch wie wichtig sind Modemarken tatsächlich für die Menschen?

Glaubt man den Ergebnissen einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), stehen Fashion Brands nicht gerade im Fokus der Verbraucher. Bei der Gala zur Verleihung der „Best Brands 2016“ Awards, die unlängst in München stattfand, fand sich kein einziger Modeanbieter unter den Top 3 in der jeweiligen Kategorie wieder. So gewann Porsche den Preis als „Beste europäische Unternehmensmarke in Europa“, gefolgt von BMW, Bosch und Ikea. Die erste Textilmarke findet sich hier mit Adidas auf Rang 5.

Als „Beste Produktmarke“ wurde Nivea ausgezeichnet und ist damit bereits zum dritten Mal die Nummer eins in diesem Bereich. Hinter Nivea folgen Coca-Cola, Samsung, Rotkäppchen und Lego. Ein Fashion Brand sucht man hier unter den Top 10 vergeblich. Dies gilt auch für die Kategorie „Beste Wachstumsmarke“ in der WMF, Husqvarna, Sony und Ritter Sport das Ranking anführen.

Kommunikationsstrategien überdenken

Immerhin: Wenigstens bei den „Wachstumsstärksten E-Commerce-Marken“ ist die Mode vertreten. Zwar führen auch hier Marken wie Amazon, Rewe, Douglas und Ikea die Bestenliste an, der Modeanbieter H&M belegte jedoch wenigstens Rang 8, gefolgt von Zalando auf dem neunten Platz.

„Wenn die Welt immer schneller und komplexer wird, brauchen wir Orientierungsgeber, denen wir vertrauen können. Starke Marken versprechen Glaubwürdigkeit, Authentizität und immer wieder originelle Ideen und das oft seit Jahren oder gar Jahrzehnten. Bei Best Brands werden die Besten der Besten gebührend gefeiert und erfahren die Wertschätzung, die sie verdienen“, so Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer der Zeit Verlagsgruppe, die den Preis mit präsentiert hat.

Dass ausgerechnet die Modebranche, die sich selbst in Sachen Authentizität und Originalität oft als Pionier sieht, so gut wie nicht im Ranking der beliebtesten Marken vertreten ist, gibt nun vielen Branchenvertretern Rätsel auf. Anscheinend kommen die unzähligen Imagekampagnen, Service- und Qualitätsversprechen der Textilunternehmen nicht beim Verbraucher an. „Nur wer es schafft, seine Marke emotional aufzuladen, der wird auch mit einer Erinnerung und dem Produktkauf des Konsumenten belohnt“, so Christian Schmalzl von der Außenwerbungsfirma Ströer. Gerade auf diesem Gebiet der Markenkommunikation hatten sich die Modeanbieter bislang an der Spitze gesehen. Es scheint also an der Zeit, die bisherigen Strategien gründlich zu überdenken und zu einer ehrlichen, demütigen und inhaltlich relevanten Außendarstellung zurückzukehren.

Foto: Ströer

 

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