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Bestseller: Diese Learnings zog der Jack & Jones Mutterkonzern aus seiner 3D Implementierung

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25. Mai 2022

Mode

3D hat sich längst als globaler Praxisstandard etabliert. In der Automobilindustrie ist die Technologie schon lange nicht mehr wegzudenken aus der Produktentwicklung. Doch in der Fashion-Branche wird eher im Bobby-Car Tempo nachgezogen. Ein Großteil aller Fashion Brands übt sich aufgrund fehlender Best-Practices und strategischer Fallbeispiele, sowie des hohen Ressourcenaufwands, nach wie vor in Zurückhaltung.

Nicht aber Bestseller. Als einer der größten Fashion Player in Europa schraubte der dänische Mutterkonzern von Marken wie Jack & Jones und Vero Moda bereits vor fünf Jahren an der 3D-Transformation der eigenen Produktentwicklung.

Frederik Smed war als Business Development Manager von Anfang an dabei. Zwischen 2017 und 2021 trug er maßgeblich zur Umsetzung der 3D-Roadmap des Konzerns bei. Heute leitet er seine eigene Fashion 3D Agentur Kapsules. Mit uns blickt er zurück auf seine Reise bei Bestseller, gespickt mit wichtigen Lehren, unerwarteten Hürden und gefeierten Erfolgen.

In unbekannten Gewässern frühzeitig die Schwimmflügel ablegen

Bestseller ist für die zuverlässige Koordinierung einiger der bekanntesten Marken Europas verantwortlich. Laut Frederik spielte 3D für die Planungen zur fortlaufenden Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns und seiner Marken früh eine Schlüsselrolle:

“Dass 3D auf kurz oder lang eine entscheidende Rolle in der Fashion Industrie spielen wird, war uns früh klar. Deshalb wollten wir unsere Fühler hier auch so früh wie möglich ausstrecken, um der Konkurrenz den entscheidenden Schritt voraus zu sein.”

Angesichts fehlender Erfahrungswerte aus der Industrie musste Bestseller voll auf die eigenen strategischen Ansätze für dieses Großprojekt vertrauen. Mit seinem Team war Frederik dafür verantwortlich, das konzernweite Grundgerüst für die spätere Umsetzung innerhalb der einzelnen Marken zu schaffen – und es gab viel zu tun. Von der Budgetplanung und KPI-Formulierung, über die Software-Auswahl und Datenschnittstellen-Entwicklung, bis hin zur Teamschulung und Lieferanten-Einbindung mussten viele Kernkompetenzen ineinandergreifen.

Auch ein guter Plan kann einen vor unvorhersehbare Probleme stellen

Um den Fortschritt des laufenden 3D-Projekts zu messen und zu bewerten, tagte jedes Quartal ein speziell ausgewähltes Kontrollgremium. Hier wurden beispielsweise die Menge an bereits gescannten Materialien, die Anzahl der in 3D eingebundenen Lieferanten und der aktuelle Status der digitalen Materialbibliothek bewertet. Während die meisten digitalen Mechanismen für Frederik und sein Team wie geplant ineinandergriffen, lief bei weitem nicht alles rund. Insbesondere die zu Anfang vernachlässigte Einbindung externer Partner hätte das Projekt auch schnell zum Scheitern bringen können:

"Wir dachten, wir könnten das alles alleine machen. Das war unser größter Fehler. Wir haben nicht daran gedacht, die Lieferanten von Anfang an gezielt mit einzubeziehen, obwohl sie auf diesem Weg ebenso entscheidend sind."

Warum die Zukunft trotz durchwachsener Bilanz vielversprechend aussieht

Der klare Ansatz eines Kontrollgremiums mit regelmäßigen Feedback-Loops hat auf der Konzernebene für die gesamtstrategische Ausrichtung des Projekts sehr gut funktioniert. Trotzdem lief in den einzelnen Brands nicht alles wie geplant, wie Frederik an einem Beispiel bei Jack & Jones deutlich macht:

"Als wir unsere 3D-Roadmap bei Jack & Jones testen wollten, klappte nicht alles. Damals war mir nicht bewusst, dass es nicht die richtige Strategie war, nur einer Person die volle Verantwortung über das 3D Design zu übertragen. Sie saß alleine da und machte alle Muster und Skizzen für den Online-Katalog. Trotz der nötigen Fähigkeiten war sie völlig überfordert. Denn sie hatte niemanden, der ihr zur Seite stand und sie anleitete. An diesem Punkt fühlt man sich schnell vom Rest des Unternehmens ausgegrenzt, wenn keiner die Bedeutung deiner Rolle und den Mehrwert deiner Arbeit wirklich versteht. Ich weiß jetzt, dass 3D ein zentraler Bestandteil des Markenbewusstseins werden muss, um wirklich zu funktionieren."

Neben dieser wichtigen Erkenntnis, musste auch weiterhin die Einbindung der Lieferanten verbessert werden. Diese Herausforderung nahm Bestseller wie folgt in Angriff:

“Wir haben unseren Lieferanten einfach alle Möglichkeiten und Vorzüge aufgezeigt, die eine Zusammenarbeit in 3D mit sich bringen würde. Kosteneinsparung, schnellere Produktionszeiten und eine bessere Produktqualität waren große Themen. Nach diesem Pitch meinte so ziemlich jeder Lieferant zu uns: ‘okay, wir sind dabei’. Als wir unseren Marken in Dänemark dann erzählen konnten, dass wir jetzt Tausende digitale Textilien nutzbar für sie in der Materialbibliothek haben und schon 50 Lieferanten in diesem System arbeiten, war auch hier die ursprüngliche Skepsis bei vielen verflogen.”

Drei Lektionen für eine erfolgreiche 3D-Implementierung

Lektion #1: Nicht alles muss immer eingegliedert werden

“Wir haben für viel Geld einen externen 3D-Experten fest angestellt, was ich kleineren Marken nicht wirklich empfehlen würde. Ich würde am Anfang eher dazu raten, mit einem Softwarepartner zusammenzuarbeiten und sich wo es geht helfen zu lassen. Man kann sich besser erst einmal Trainingsstunden für 3D einbuchen, bevor man schon vor dem ersten eigenen 3D-Designversuch zu viele interne Ressourcen hineinpumpt.”

Lektion #2: Immer schrittweise skalieren, um sich nicht überfordern zu lassen

"Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass der richtige Zeitpunkt für die 3D-Einführung für jeden gekommen ist, bleibt es schwierig, den eigenen Königsweg zu finden. 3D ist überwältigend genug, deshalb sollte man seine Ressourcen sinnvoll und nicht überambitioniert investieren. Für uns war es die richtige Entscheidung, früh mit 3D zu beginnen und zu den ersten zu gehören. Wir hätten aber auch mit weniger Softwarelizenzen starten können und dann schrittweise aufstocken, sobald das ganze Projekt vernünftig angelaufen ist.”

Lektion #3: Selbst wenn nur Wenige designen, müssen alle eingebunden werden

"Um noch einmal auf die Situation bei Jack & Jones zurückzukommen: Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass die Umsetzung von 3D niemals eine Ein-Personen-Show sein kann. Keiner, ganz egal ob direkt oder indirekt involviert, darf sich vor diesem Wandel verschließen und es muss gemeinsam an einem Strang gezogen werden. Es muss ein Umfeld geschaffen werden, in dem das Lernen und der Fortschritt in 3D geschätzt wird. Das beginnt mit dem Aufbau gezielter Supportstrukturen und der Definition von erreichbaren Zwischenzielen. Man sollte das Projekt nicht durch unrealistischen Zeitdruck im Keim ersticken."

Trotz der vielen Unklarheiten über die richtige Integration von 3D in das eigene Tagesgeschäft ist es Bestseller gelungen, wertvolles Know-how zu sammeln und einen routinierten Umgang mit dieser weitreichenden Technologie zu schaffen. Damit sind sie für alle digitalen Innovationen gerüstet, die hiermit einhergehen werden – ganz egal, ob AR/VR oder das Metaverse. Doch während Bestseller über das nötige Geld und die Kapazitäten verfügt, um bei dieser unausweichlichen Transformation ganz vorne mitzumischen, müssen kleinere Brands ganz anders mit ihren Ressourcen haushalten.

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