Collectiv3: So sollte ein digitales Portfolio heute aussehen

Das in NYC ansässige Portfoliolabor Collectiv3 hat sich mit dem New Yorker Studio der Kent State University zusammengetan, um einer Gruppe von Absolventen zu zeigen, wie erfolgreiche Modeportfolios aussehen sollten.

Gesellschaftliche Unruhen, der wirtschaftliche Abschwung, Veränderungen im Konsumverhalten, Globalisierung versus Lokalisierung und die Anpassung an eine digitale Welt werden sich unweigerlich auf die Portfolios derer auswirken, die sich um eine Stelle bewerben. Aber die Pandemie hat auch zu einer Wiedergeburt der Kreativität geführt. Der Konkurrenzdruck steigt, wenn die Zahl der Arbeitsplätze sinkt.

Deshalb hat FashionUnited einige der Tipps von Collectiv3 zusammengefasst. Eine Art Checkliste für die Designer, die beurlaubt oder entlassen wurden und über eine Aktualisierung ihrer Portfolios nachdenken. Auch Absolventen, die wieder bei ihren Eltern leben und darauf brennen, ihre Karriere zu starten, können sich hier hilfreiche Tipps abholen.

Gute Portfolios basieren auf der Interaktion und Kommunikation mit dem Interviewer. Collectiv3 identifiziert drei Prinzipien, die die Stärke eines Portfolios ausmachen: Konzept, Kuration und Kreativität.

Vor der Krise war Taktiles gefragt. Wenn der Interviewer ein Stoffmuster berührte oder eine Zutat anhob, um einen Blick auf ein ansprechendes Seitenlayout darunter zu werfen, war das ein Zeichen dafür, dass das Interview gut lief. Wer weiß, ob solche Anhaltspunkte in Zukunft zurückkehren werden, klar ist aber, dass digitale Portfolios bis dahin durch eine gut durchdachte Mischung aus analogen Techniken und der richtigen Software bestmöglich zu überzeugen wissen müssen.

Collectiv3: So sollte ein digitales Portfolio heute aussehen

Einige grundlegende Tipps, von denen die Mitbegründer Ami Mountford, Ashleigh Crawford und Jeannine Umrigar glauben, dass sie am Anfang gleich gelernt werden sollten: Vermeiden Sie schlecht fotografierte Bilder, achten Sie auf Schatten, sorgen Sie für gute Beleuchtung und saubere Hintergründe. Spielen Sie mit alternativen Layouts, indem Sie Bilder zusammenführen, die Transparenz verändern, Ebenen erzeugen, Farben verbessern und Details vergrößern.

Das Design-Portfolio sollte Ihren Standpunkt repräsentieren

Die Erstellung eines Portfolios ist eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken, wer Sie als Designer sind, und die Einzigartigkeit Ihres Standpunktes konsequent auszudrücken, sowohl visuell als auch verbal. Es ist wichtiger denn je, die eigene Perspektive zu kennen, um Diversity einzubeziehen und sich auf eine nachhaltige Welt zu konzentrieren. Trauen Sie sich, Stoffe, die Sie kennen, hinter sich zu lassen. Machen Sie sich stattdessen mit welchen vertraut, die Sie nicht kennen: Ananas- oder Fischleder, Naturkautschuk oder mit Algentinte bedruckte Materialien. Denken Sie darüber nach, selbst Stoffe herzustellen. Ihr Portfolio sollte Ihre Werte zur Schau stellen.

Illustrationen sind nach Jahrzehnten des Darbens wieder sehr gefragt. Wenn das Zeichnen oder Malen Ihre persönliche Stärke ist, dann zeigen Sie das mit Selbstvertrauen. Illustrationen sind eine willkommene Abwechslung für Interviewer, die vielleicht eher daran gewöhnt sind, Excel-Tabellen, technische Zeichnungen und Zahlenkolonnen anzustarren, ein Stilmittel, das Fantasie und Romantik inspiriert. Ob es Handzeichnungen oder digitale Illustrationen sind, die Art und Weise, wie Sie illustrieren, muss Ihre Kollektionen, Inspirationen und Zielgruppe widerspiegeln.

Collectiv3: So sollte ein digitales Portfolio heute aussehen

Jeder Ersteller eines Portfolios sollte die Procreate-App herunterladen und sich auf der CLO-Website umsehen. Die Kent State University ist eine der Schulen, die ab Herbst eine CLO-Softwareausbildung anbieten wird. Stellen Sie sicher, dass Ihr Portfolio, Ihre Website, Ihre Linkedin- und Instagram-Accounts alle visuell ansprechend und sinnvoll sind.

Ganz gleich, wie lange Sie schon in der Branche tätig sind, denken Sie daran, dass Ihr Portfolio niemals stagnieren sollte. Bearbeiten und aktualisieren Sie es, wann immer Sie die Gelegenheit dazu haben; passen Sie den Inhalt an das Unternehmen an, bei dem Sie sich bewerben. Es kann hilfreich sein, Ihr Portfolio in Abschnitte zu unterteilen, um die verschiedenen Unternehmen, für die Sie gearbeitet haben, zu präsentieren, aber erstellen Sie trotzdem neue Arbeiten, um Ihre eigene persönliche Entwicklung außerhalb der Positionen, die Sie bekleidet haben, aufzuzeigen.

Dies ist eine Übersetzung eines englischen Beitrags von Jackie Mallon. Jackie Mallon lehrt Mode in New York und ist die Autorin des Buches ‚Silk for the Feed Dogs’, ein Roman, der in der internationalen Modeindustrie spielt. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Bilder: Collectiv3

 

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