Die Diesel-Show wird zur Performance mit 200 Tänzer:innen

Die letzte Show von Glenn Martens für Diesel ist eine Ode an die Ready-to-Wear
Mode
Diesel SS27 Foto: Diesel
Von Isabella Naef

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Die neueste Kollektion des belgischen Designers Glenn Martens für die italienische Marke Diesel wurde gestern in Mailand präsentiert. Sie bildete den Auftakt der Mailänder Modewoche für die Frühjahr/Sommer-2027-Kollektionen. Die Kollektion ist eine Ode an den Alltag und zelebriert das Zusammenspiel von Denim und Leder sowie die Freude daran, den Kleiderschrank zu öffnen, Bestehendes neu zu kombinieren und daraus etwas Eigenes entstehen zu lassen.

„Bei Diesel steht die Party immer an erster Stelle. Es geht um Inklusivität, Selbstausdruck, Vergnügen und eine demokratische Erfahrung. Die Kollektion ist die Essenz von Diesel: disruptiv, sexy, fließend und unterhaltsam. Wir sind alle Teil derselben Sache: Lasst uns eine letzte Runde zusammen drehen“, sagte Glenn Martens, Kreativdirektor von Diesel, in einer Mitteilung. Die Präsentation markiert zugleich einen Abschied: Martens wird die kreative Leitung von Diesel verlassen.

Mit Beginn der Show startete zugleich eine Reihe von Performances des Künstlerkollektivs (La)Horde aus Marseille. Rund 200 Performer bezogen das Publikum in ihre Aktionen ein und interagierten mit den Gästen – durch Berührungen, Küsse und aufreizende Gesten.

Was dabei zunächst spontan und improvisiert wirken mochte, war Teil des von (La)Horde inszenierten „Spiels“ des Alltags.

Diesel SS27 Foto: Diesel

Die Kollektion macht Alltagsmode so begehrenswert, dass man am liebsten alles gleichzeitig tragen möchte. Eine gewachste Lederjacke liegt über einem Blazer mit Steppnähten. Darunter sitzt ein Rippenstrickpullover, in den der Kragen eines Trainingsanzugs und Hemdenmanschetten integriert sind. Solche hybriden Stücke ziehen sich als verbindendes Element durch die gesamte Kollektion.

Denim wird beschichtet und anschließend per Laser behandelt, um einen lederähnlichen Effekt zu erzeugen. Trompe-l’œil-Drucke holen den Winter in den Frühling: Bilder von Tweedmänteln und schweren Winterjacken erscheinen auf leichten Hemden. Sogar ein Lammfellmantel mit offenen Kanten wird als Trompe-l’œil-Motiv aufgegriffen, ein Verweis auf Glenn Martens’ erste Show für Diesel.

Denim ist einer der Protagonisten der SS27 von Diesel Foto: Diesel

Schmale Hosen und maßgeschneiderte Röcke sind an der Taille plötzlich geöffnet. Dadurch sitzen sie ungewöhnlich tief und werden mit Orchideen-Stickereien veredelt.

Ein Top, das lediglich von einem Gürtel gehalten wird, erinnert an den allerersten Look, den Martens für Diesel präsentierte.

Die Kollektion zeigt Bootcut-Jeans, deren Volumen durch Einsätze im Knöchelbereich entsteht, sowie Straight-Leg-Jeans, die beschichtet und laserbehandelt werden, um wie Leder auszusehen. Dazu kommen Denim-Modelle mit sichtbaren Nähten und Jeans mit Schlitzen am Knöchel, die für das Tragen mit Stilettos konzipiert sind. Ein weiteres Modell kombiniert die Jeans mit einem aufgesetzten Denim-Hemd, als wären beide Teile miteinander verschmolzen.

Auch bei den Accessoires setzt Diesel auf die für die Kollektion charakteristische Mischung aus Funktionalität, Verfremdung und Ironie. Die Tasche „D-One“ kommt in zahlreichen Veredelungen, Texturen und Farbtönen. Ihre Henkel werden zu Riemen, die sich mit mehreren Schnallen entlang des Taschenkörpers befestigen lassen. Neu in dieser Saison sind ironische Anhänger in Form von Alltagsgegenständen aus Leder: Eine Socke wird zur Pouch, eine Zeitung zur Clutch.

Hinzu kommt die neue „Lock-D“. Sie hat eine weiche, dekonstruierte Form und greift das Doppel-D-Motiv als Verschluss auf, das erstmals bei Diesel-Schmuck zum Einsatz kam.

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