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Diesel will mit Secondhand-Initiative für Jeans in Resale-Markt einsteigen

Von Simone Preuss

5. Nov. 2021

Mode

Bild: Diesel

Das italienische Modelabel hat eine als „Resale Revolution“ vermarktete Secondhand-Initiative für Jeans gestartet, der ein Denim-Buyback-Programm im Sommer 2021 in ausgewählten italienischen Geschäften voranging. So konnte die Marke rund 900 Jeans ihrer Kundschaft sammeln und aufbereiten, um sie erneut zum Kauf anzubieten.

Diese wurden mit einem roten „Second Hand“-Stempel hinten versehen und sind jetzt über drei Diesel-Filialen in Mailand, Florenz und Rom beziehungsweise die offiziellen Diesel-Onlineshops in ganz Europa erhältlich, nachdem sie gewaschen, repariert und anti-mikrobiell und geruchsabweisend behandelt wurden. Der stolze Preis einer so wiederaufbereiteten Jeans: zwischen 95 und 125 Euro.

Mit der neuen Initiative will Diesel seinen Kund:innen die Chance geben, das Leben der Produkte zu verlängern, macht aber gleichzeitig klar, dass das Unternehmen nur Jeans zurückkauft, die nur kleine Reparaturen bedürfen. Diese sind als fehlende Knöpfe oder kaputte Reißverschlüsse, kleine Defekte oder geringe Abnutzungserscheinungen definiert.

Wer es nicht verstanden hat, für den macht es Diesel ganz deutlich: Nur Jeans in gutem, ausgezeichnetem oder wie neuem Zustand sind erwünscht. Unklar ist, was mit den Jeans geschehen soll, die stärker beansprucht werden, wie es ja bei den meisten Jeans der Fall ist?

Resale Revolution oder Greenwashing?

Und da stellt sich dann die Frage, wie sinnvoll die Initiative wirklich ist, denn Jeans, an denen ein Knopf fehlt oder der Reißverschluss nicht funktioniert, kann man gut selbst reparieren oder in der Änderungsschneiderei an der Ecke reparieren lassen, statt sie auf große Reise zu Diesel zu schicken beziehungsweise dann an neue Kund:innen in ganz Europa.

Sinnvoller wäre es, hier einen Reparaturdienst im jeweiligen Diesel-Laden vor Ort anzubieten und solche Jeans zurückzunehmen, die nicht mehr repariert werden können. Diese könnten dann in ihre Fasern zerlegt, mit neuen Fasern vermischt und zu neuen Jeans gemacht werden. Das wäre eine wirkliche „Resale Revolution“.