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Einem Trend auf der Spur: Inklusivität im Model-Business

Von Jayne Mountford

10. Jan. 2022

Mode

Pexels.com/photography by Anna Shvets

Während die Modewelt den Tod von Virgil Abloh betrauert, wird man an die Arbeit eines anderen visionären Designers erinnert, der uns zu früh verließ: Alexander McQueen.

Bereits 1999 hatte McQueen die Weitsicht, die doppelt beinamputierte Aimee Mullins zur Eröffnung seiner Frühjahrskollektion einzuladen. Sie schritt mit kunstvoll geschnitzten Holzbeinen über den Laufsteg. Die aus Esche geschnitzten Beine waren wie viktorianische, kniehohe Stiefel mit Louis-Absatz, spitzen Zehen und einem schmalen Knöchel versehen und mit Ranken und Blättern verziert.

Mullins waren beide Beine unterhalb des Knies amputiert worden, nachdem sie an einer fibularen Hemimelie gelitten hatte. Nach der McQueen-Show avancierte sie zum Star. Mullins eröffnete der Welt die Idee, dass Menschen mit Amputationen eine Garderobe aus Prothesen für verschiedene Anlässe haben könnte, und besaß selbst zwölf verschiedene Paare. Bis zu seinem Tod im Jahr 2010 blieb sie eine von McQueens Lieblingsmusen.

Bild: Debenhams

Als Einzelhandelsunternehmen war die britische Kaufhauskette Debenhams das erste, das ein Model mit Behinderung buchte. In seiner Werbekampagne 2010 betrat es Neuland, indem es das Model Shannon Murray in einem Rollstuhl zeigte.

Alexandra Kutas auf der Fedor Vozianov Laufstegshow 2017 von Uly Pashkova/Commons Wikimedia

Adaptive Mode

Inspiriert von McQueen und Mullins ließ sich Alexandra Kutas nicht von ihrer Behinderung davon abhalten, von einer Laufsteg-Karriere zu träumen. Sie hatte ihr Debüt während der ukrainischen Modewoche 2015 und kann mit Fug und Recht den Titel des weltweit ersten Laufstegmodels im Rollstuhl für sich beanspruchen. Einige Monate später stellte sie zusammen mit dem Fotografen Andrei Sarymsakov eine Fotoausstellung mit dem Titel ‚Break Your Chains‘ vor, um die Stereotypen und die negative Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft aufzuzeigen. Sie nahm an einer Show in Zusammenarbeit mit Tommy Hilfiger teil und half bei der Produktion des weltweit ersten Modevideos, in dem Models mit Behinderung zu sehen waren.

In der Tat war Hilfiger eine der ersten Marken, die das Potenzial von adaptiver Mode erkannte und 2017 Tommy Hilfiger Adaptive auf den Markt brachte. Es ist ein Markt, der bis 2026 auf 400 Milliarden US-Dollar anwachsen soll.

Aaron Rose Philip/Moschino SS2022/Catwalk Pictures

Im Jahr 2018 wurde das antiguanisch-amerikanische Model Aaron Rose Philip als erstes schwarzes, transsexuelles und körperlich behindertes Model überhaupt von einer großen Modelagentur vertreten und hat seitdem in mehreren großen High-Fashion-Fotoshootings und Kampagnen mitgewirkt. Im Jahr 2021 debütierte Philip als Exklusivmodel für die Moschino-Modenschau Frühjahr/Sommer 2022 und war damit das erste Model, das im Rollstuhl für eine große Luxusmodemarke über den Catwalk rollte.

Die Laufstegsaison für den Herbst 2022 steht vor der Tür und es ist zu erwarten, dass wir noch mehr Models wie Alexandra Kutas und Aaron Rose Philip sehen werden.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ.