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Für Modestudenten: Wie man als Designer Erfolg hat

Von Jackie Mallon

3. Aug. 2016

Mode

Das letzte Jahr Deines Studiums ist angebrochen. Innerlich bist Du schon bei Deiner Verabschiedung, stellst Dir vor, das Zeugnis in der Hand zu halten. Jetzt geht es ans Eingemachte: Du bist Dir darüber im Klaren, dass es mehr Bewerber als Jobs in der Modebranche gibt, aber das bringt Dich nicht von Deinem Weg ab. Du kannst es nicht erwarten, Deinen ersten Job anzutreten. Natürlich fragst Du Dich aber, wie Du Dich vorbereiten kannst. Wie kannst Du unter all den Bewerbern hervorstechen?

Lass uns kurz noch mal einen Schritt zurück machen. Hoffentlich hast Du Dir ein gutes Fundament erarbeitet und eine gute Schule besucht. Auch gute Unternehmen in Deinem Lebenslauf können Türen öffnen. Eine gute Modeschule sollte Kontakte zur Industrie pflegen und ihren Studenten solide Praktika ermöglichen und sowie kompetente Lehrer und Gastredner zum Curriculum rechnen. Eine Übersicht über die Modeschulen der Welt findest Du hier: fashion-schools.org , Fashionista.com und BusinessofFashion.com.

Durchhaltevermögen

Irgendwas von Deiner ‚Leidenschaft für die Mode’ zu erzählen bringt Dich nicht weiter. Es ist zu einer leeren Worthülse geworden. Durchhaltevermögen hingegen ist eine Tugend, die Dich in dieser Branche weiterbringt. Es kann nicht an der Schule gelehrt werden, insbesondere nicht im derzeitigen Schulsystem, das die Studenten verhätschelt und sich sowohl dem Einfluss der Eltern als auch der Unternehmen beugt. Aber ein Student mit einem mittelmäßigen Durchschnitt und Durchhaltevermögen bringt mehr Bereitschaft für den Job mit als ein zart besaiteter Einserkandidat. Durchhaltevermögen ist still und dynamisch, nicht widerlich selbstbewusst. Die Instagram-Generation möchte ihre Belohnung am liebsten sofort haben. Im Business ist das hinderlich. Wer über längere Zeit konstant Leistung bringt, ohne etwas zu fordern, hat in dieser Branche die besseren Karten. Kultiviere Dein Durchhaltevermögen und deine Karriere wird es Dir danken.

Schätze Handwerk und Kreativität gleichermaßen

Lerne zu Zeichnen. Auch wenn die meisten Firmen das manuelle Zeichnen auf ein Minimum reduziert haben – es gibt keinen Ersatz für eine gelungene Zeichnung, die eine modische Traumwelt heraufbeschwört. Das hehre Ziel der Schönheit kann im kommerziellen Umfeld manchmal verloren gehen. Illustration ist die einzige Sprache, die ausdrücken kann, welche kreativen Höhen Deine Schaffenskraft erreicht. Deine Arbeitgeber möchten das sehen. Im Job wird mittels technischer Zeichnungen Deine Kreativität auf Zahlen und technische Begriffe reduziert, aber in Deinem Portfolio kannst Du Dich ausleben. Man wird sich an herausragende Kreationen von Dir erinnern.

Lerne, Deine Ideen in technische Zeichnungen umzusetzen. Verstehe die Macht des Details in der Konstruktion eines Kleidungsstücks: Verschlüsse, Verarbeitung, Nahtführung, Innenleben. Studenten vergessen häufig, dass diese kleinen Details genauso wichtig sein können, wie die große Geste auf dem Laufsteg. Deine Vision zu realisieren fängt im Kleinen an.

Modelehrpläne sind darauf ausgerichtet, die Anforderungen eines Arbeitsumfelds in der Branche nachzuahmen. Sei Dir aber darüber im Klaren, dass das Arbeitsleben kein bisschen so ist, wie das, was Du in der Schule gemacht hast. Deine Lernkurve wird steil nach oben steigen, sobald Du die Schule verlässt. Keinen kümmert dein Numerus Clausus mehr. Ab jetzt zählt: zuhören, beobachten, versuchen, deine Vorgesetzten zu beeindrucken und Dich an die Arbeitsweise Deiner Firma anzupassen, egal was Du zuvor gelernt hast.

Absolviere ein Praktikum in den Sommerferien vor Deinem letzten Jahr. Wenn DFu kannst, mache ein weiteres während des Herbstsemesters. Sei darauf gefasst, dass Du nach Deinem Abschluss noch eines annehmen musst, weil Einstiegsjobs rar gesät sind. Diese sind oft unbezahlt, auch wenn das Gesetz mittlerweile in Deutschland auf deiner Seite ist. Lerne und nimm soviel Wissen mit, wie Du kannst.

Learning by Doing

Was Du als Praktikant lernst, wird sich später als ungemein wertvoll erweisen. Versuche, ein möglichst großes Spektrum des Marktes kennenzulernen, um zu sehen, wo Du am besten hinpasst. Verlass Dich nich auf andere bei der Suche eines Praktikumsplatzes, sondern nimm diese selbst in die Hand. Ein wichtiger weiterer Punkt: Wenn Du es geschafft hast, einen bezahlten Job zu finden, erwarte nicht, dass Dich Dein Arbeitgeber an die Hand nimmt. Man erwartet von Dir, dass du nachahmst und schnell lernst. Das vorher absolvierte Praktikum hilft Dir dabei, diese Anpassung schneller zu vollziehen.

Bleib Dir selbst treu

Auch wenn Du schnell Geld brauchst: Wähle Deine erste Stelle mit Bedacht. Bewirb Dich nicht bei Macy’s, wenn Du eines Tages bei Valentino landen willst. In dieser Branche geht es selten nach oben. Luxusfirmen werden nur Designer einstellen, die Erfahrung im Design mit Luxusmaterialien haben und Fast Fashion Unternehmen suchen Angestellte, die in der schnellen Umgebung Schritt halten können, den Preis im Augfe behalten und ihre Zielgruppe kennen.

Mach Dich schlau

Unwissenheit ist nie gern gesehen. Recherchiere das Unternehmen, für das Du arbeiten willst. Zeige, dass Du Dich für sein Produkte begeisterst und seinen Kunden verstehst. In Deinem letzten Schuljahr solltest Du auf LinkedIn und Xing unterwegs sein und Dir ein Network aufbauen. Außerdem solltest Du die einschlägigen Business News auf FashionUnited.com, the Business of Fashion, oder WWD verfolgen.

Zu guter Letzt: eine gewisse Portion Glück gehört immer dazu. Manchmal muss man eben zur richtigen zeit am richtigen Ort sein. Lerne, mit Enttäuschung und Ablehnung umzugehen und lass Dich davon nicht abschrecken. Durchhaltevermögen ist jetzt mehr gefragt denn je.

Gastautorin Jackie Mallon unterrichtet an verscheidenen Modeprogrammen in NYC und ist die Autorin des Buches ‚Silk for the Feed Dogs’, einem Roman, der in der internationalen Modebranche spielt.

Alle Bilder: Jackie Mallon

Im August wird FashionUnited sich auf das Thema "Work in Fashion" konzentrieren. Für alle Artikel hierzu, klicken Sie bitte hier.

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