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Fünf Trends, die die Luxusbranche definieren werden

Von Don-Alvin Adegeest

23. Nov. 2016

Mode

Einst definierten It-Bags, ausladende Villen und schnelle Rennwägen den ultimativen Luxus. In der digitalen Welt sind diese Gegenstände weniger wert. Die wahren Statussymbole des digitalen Zeitalters drehen sich nicht um ‚was ich habe’, sondern darum, ‚wer ich bin’.

Laut des The Future of Luxury Report, herausgegeben von Global Trend Briefing, haben abstrakte Werte wie ‚ethisch’, ‚kreativ’, ‚vernetzt’, ‚philanthropisch’, ‚geschmackvoll’ etc. eine höhere Bedeutung gewonnen. Es geht darum, sich von der Masse abzuheben. Dies wirkt sich auch auf den Luxusgüterkonsum aus. Premium-Konsumenten intensivieren ihre Suche nach Produkten und Services, die ihnen ermöglichen, diese Ideale auszuleben und zu kommunizieren. Daraus ergeben sich auch Chancen für Brands, die diese Konsumenten verstehen und ihrem Luxusverständnis entgegenkommen können.

Der chinesische Konsument steht an der Spitze der Ausgebefreude sowohl zu Hause, als auch auf Reisen. Doch das Wachstum lässt nach, und Luxushäuser verlangsamen ihre Expansionsraten der Situation angepasst. Laut der Financial Times konzentrieren sich die Marken auf Conciergeservices, Pop-Up Shops und Kunstinstallationen, weil die Grenzen zwischen Shopping und Entertainment immer weiter verschmelzen.

Eine der wenigen Wachstumsbranchen ist das Luxus-E-Commerce, das nach Schätzungen von Bain 2015 etwa 7 Prozent Marktanteil gewonnen hat. Noch 2005 lag der Anteil bei einem Prozent. Allerdings sichern sich auch mehr und mehr Chinesische E-Commerce-Unternehmen ihren Teil des Kuchens, sodass westliche Marken, um mithalten zu können, Innovationen liefern müssen.

Der globale Luxusmarkt soll laut Trend Briefing bis 2020 einen Gesamtwert von 295 Milliarden Euro erreichen. Fünf Trends sollen haben die Macher des Reports identifiziert, die das Luxusbusiness künftig antreiben werden.

1. Das Essentielle Selbst

Marken, die innovative Produkte, Services oder Erfahrungen anbieten, die Selbstverwirklichung mit Luxus und Genuss vereinen, bestimmen künftig das Business. Die Reichen suchen neue Erfahrungen. Selbstoptimierung gepaart mit Luxus und Genuss ist die Gewinner-Kombination.

2. Very Important Data

Das Luxussegment ist stark darauf angewiesen, Bedürfnisse seiner Kunden hervorzusehen und anzubieten, bevor der Kunde seine Wünsche genau definieren kann. Vernetzte Konsumenten auf der ganzen Welt wissen, dass ihre persönlichen Daten gesammelt werden: Location, Einkaufshistorie, Mediennutzung und vieles mehr. Totale Datensicherheit ist ein ernstzunehmender Luxus der Zukunft.

Im Juli 2016 beispielsweise ging der italienische Luxusjuwelier Bulgari eine Partnerschaft mit WISeKey ein, einer App, die Sicherheit rund um mobile Bezahlsysteme und andere Smartphone-Daten garantiert. Die Bulgari Vault App ist eine sichere Plattform, welche die Passwörter, Bankinformationen, Bilder, Videos und Messages von Benutzern schützt. Der Name soll implizieren, dass die Daten dort so sicher sind wie in einem Hochsicherheits-Bunker in den Schweizer Alpen. Zugang zur App kann auf verschiedene sichere Arten gewährleistet werden, unter anderem via TouchID und Gesichtserkennung. Der Service kostet 53 US-Dollar pro Jahr.

3. Philanthropie

Für die Ultra-Reichen ist Philanthropie ein Statusmarker. Wie viel sie spenden ist ein Zeichen ihres Vermögens. Darüber hinaus sind Millionen betuchter Konsumenten in einer Gewissensspirale gefangen, insbesondere wenn es um negative Auswirkungen ihres Konsumverhaltens – auf die Umwelt, die Gesellschaft und ihre Gesundheit - geht. Der wahre Luxus für diese Konsumenten? Genuss ohne Reue.

4. The Extravaganz-Philosophie

Die On-Demand- und Access-Economy wird nun bereits von Millionen Konsumenten weltweit genutzt, aber was ist mit den Reichen? Jeder kann nun Dank Uber einen privaten Fahrer anheuern. Was kommt für die reichen Konsumenten als nächstes, um sich von der Masse abzuheben? Auch an ihnen ziehen Vorteile von sofortiger Wunscherfüllung, die Freiheit von den Pflichten, die Eigentum mit sich bringt, und andere Vorteile der Sharing-Economy nicht spurlos vorüber.

5. Post-Demographischer Luxus

Das alte demografische Modell, das Konsumentenverhalten anhand von Alter, Geschlecht, Region und Einkommen analysierte, ist veraltet. Stattdessen sind Konsumenten freier denn je in der Zusammenstellung ihrer Lifestyles und Einstellungen. Uneingeschränkter Zugang zu Information und die Aushöhlung veralteter sozialer Konventionen feuern diese Prozesse weiter an.

Clevere Luxusmarken sollten zukünftig auch bisher marginalisierte Identitäten umwerben, sich an neue Markenpositionierungen wagen und sich auf neue Kundenwünsche bezüglich des wie, wo und wann einer Luxuserfahrung einstellen.

Source: The Future of Luxury report, www.trendwatching.com

Foto: Bvlgari Vault App