Haute Couture: Eine französische Ausnahme unter strengem Schutz
Am Montag kehrt die Haute Couture für vier Tage mit Modenschauen nach Paris zurück. Das exklusiv Pariser Ereignis ist streng reglementiert und bringt eine Handvoll Modehäuser zusammen, die präzise Kriterien erfüllen. Der Begriff ‚Haute Couture‘ wird oft für Luxusmode verwendet. Es ist jedoch eine rechtlich geschützte Bezeichnung, die nicht mit Ready-to-wear verwechselt werden darf. Hier sind die Grundlagen.
Eine rechtliche Ausnahme
„Die Haute Couture ging der Ready-to-Wear voraus“, erinnert Pascal Morand. Er ist der geschäftsführende President der Fédération de la Haute Couture et de la Mode (FHCM), dem Modeverband hinter der Haute Couture und der Pariser Fashion Weeks für Ready-to-Wear.
Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Paris mit Persönlichkeiten wie Charles Frederick Worth, Jeanne Paquin und Paul Poiret. Seit 1945 ist sie durch das französische Industrieministerium rechtlich geschützt und reglementiert.
„Nach dem Krieg mussten die Modehäuser geschützt werden. Sie waren mit Versorgungsproblemen konfrontiert“, erklärt Morand. Seitdem wird das Siegel auf ministeriellen Beschluss verliehen. Dies geschieht nach Stellungnahme einer Kontroll- und Klassifizierungskommission, die innerhalb der FHCM eingerichtet wurde.
Strenge Kriterien
Um diese Zulassung zu erhalten, muss ein Modehaus bestimmte Kriterien erfüllen. Die Modelle müssen originell, maßgefertigt und von Hand hergestellt sein. Sie müssen ausschließlich vom ständigen künstlerischen Direktor:in der Marke in Ateliers in Frankreich entworfen werden.
Das Modehaus muss außerdem über zwei getrennte Ateliers verfügen. Das eine ist ein ‚Tailleur‘-Atelier für strukturierte Kleidung wie Jacken, Mäntel oder Hosen. Das andere ist ein ‚Flou‘-Atelier für weiche und fließende Stücke wie Kleider oder Blusen.
Die Kontrollkommission verlangt außerdem eine Belegschaft von mindestens zwanzig Mitarbeitenden. Zudem müssen jährlich zwei Modenschauen in Paris präsentiert werden, eine im Januar und eine im Juli. Jede Modenschau muss mindestens 25 Looks umfassen, die eine Mischung aus Tages- und Abend-Silhouetten zeigen.
Für die kleineren Häuser gibt es jedoch eine Toleranz. „Wenn man nur 21 oder 22 Looks hat, werden wir nicht die Polizei spielen“, betont Pascal Morand. Er fügt hinzu, dass auch die Regel der zwei Modenschauen pro Jahr kürzlich gelockert wurde.
Ein kleiner Kreis
Nur 13 Modehäuser haben die ‚Haute Couture‘-Zulassung. Dazu gehören die Luxusgrößen Dior, Chanel und Givenchy, aber auch Jean Paul Gaultier, Maison Margiela, Alexis Mabille oder Schiaparelli.
Die Bezeichnung wird nur für ein Jahr vergeben und muss jede Saison erneuert werden. Einige große französische Häuser sind nicht dabei, wie Saint Laurent und Hermès. Ersteres hat 2002 nach dem Abschied von Yves Saint Laurent auf die Haute Couture verzichtet. Letzteres plant den Einstieg bis 2027.
Zu diesen Häusern kommen sieben ‚korrespondierende Mitglieder‘ hinzu. Ihre Tätigkeit ähnelt der Haute Couture, haben aber keinen in Paris. Dazu gehören die italienischen Marken Armani und Valentino, der Libanese Elie Saab und das niederländische Duo Viktor & Rolf.
Die FHCM lädt außerdem jede Saison einige Designer:innen zu den Schauen ein. Der Syrer Rami Al Ali, die Französin Julie de Libran und der Schweizer Kevin Germanier gehören zu den 28 Häusern, die bis Donnerstag ihre Kollektionen zeigen werden.
Französische Identität
Die wenigen Haute-Couture-Häuser richten sich an eine ebenso kleine Zahl von Kund:innen. Diese können sich Stücke leisten, die für rote Teppiche, Galas und große Events bestimmt sind.
„Die Haute Couture mag etwas veraltet erscheinen“, räumt Pascal Morand ein, aber sie ist „ein Labor“ für Handwerkskunst und Kreativität. „Sie ist ein Symbol der französischen Identität“, versichert er.
Im Dezember wurde sie in das immaterielle Kulturerbe Frankreichs aufgenommen. Dies ist der erste Schritt vor einer Bewerbung um das Unesco-Weltkulturerbe. Obwohl die Haute Couture eine Bastion der Tradition bleibt, ist sie nicht erstarrt.
„Das Interessante ist die gleichzeitige Präsenz von sehr großen Häusern und jungen Designer:innen aus dem Ausland, die eine neue Energie und eine neue Vision mitbringen“, betont Pierre Groppo. Er ist Mode- und Lifestyle-Chefredakteur der französischen Vanity Fair. Für ihn lockt diese Öffnung „eine weniger historische Kundschaft“ an. Das ist ein Beweis dafür, dass sich die Haute Couture ‚ent-aristokratisiert‘ hat.
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