Ikea will nur noch nachhaltige Baumwolle einsetzen

Der Möbelfabrikant Ikea verbraucht für seine Wohnaccessoires so viel Baumwolle wie kaum ein anderes Unternehmen. Nun wollen die Schweden erstes große Einzelhandelsunternehmen nur noch Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen in seinen Produkten einsetzen. Im konventionellen Anbau von Baumwolle werden große Mengen an Chemikalien und Wasser benötigt. Das erhöht die Herstellungskosten und erschwert es den Baumwollbauern, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Baumwollbauern, die nun für Ikea auf nachhaltigere Weise Baumwolle produzieren, sollen dagegen weniger Wasser und Pestizide verbrauchen und so höhere Gewinne erzielen.

„Dieses Jahr beginnt in Bezug auf Baumwolle eine neue Ära für Ikea. Es ist eine tolle Errungenschaft, dass es uns gelungen ist, unsere Baumwolle zu 100 Prozent aus nachhaltigeren Quellen zu beziehen. Dies kennzeichnet aber auch den Beginn einer neuen Herausforderung - nämlich diese 100 Prozent beizubehalten und neue Wege zu finden, um Baumwollproduzenten in der ganzen Welt dabei zu unterstützen, nachhaltiger anzubauen", so Pramod Singh, Hauptverantwortlicher für Baumwolle bei dem Unternehmen. Die Umstellung auf Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen sei ein Meilenstein auf einer langen Reise mit dem Ziel, die Baumwollindustrie zu verändern. Dabei war Ikea bereits 2010 gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation WWF und anderen führenden öffentlichen und privaten Organisationen daran beteiligt, die Better Cotton Initiative (BCI) ins Leben zu rufen.

Beispiel soll Schule machen

Nun soll das Ikea-Beispiel Schule machen. „"Wir sind sehr stolz auf unsere Partnerschaft mit Ikea. Wir gratulieren ihnen dazu, sich dieses ehrgeizige Ziel gesetzt zu haben und für anderen Einzelhändler und Marken als Beispiel zu dienen. Das Engagement von Ikea für die BCI hilft uns dabei, Better-Cotton-Baumwolle als gängige Ware zu etablieren", freut sich Paola Geremicca, BCI-Leiterin der Abteilung Communications and Fundraising.

Unterstützt wird der Konzern auch von der Umweltschutzorganisation WWF. Der Geschäftsführer der WWF Market Transformation Initiative, Richard Holland, bescheinigt Ikea, „wegweisend für den globalen Baumwollmarkt“ zu sein, da dessen Initiative „eindeutig ein wirtschaftliches Argument für Nachhaltigkeit“ sei. „Wir brauchen mehr Unternehmen, die sich dem Beispiel von Ikea anschließen. Denn dies zeigt, dass das, was für Mensch und Umwelt gut ist, auch wirtschaftlich von Vorteil ist“, so Holland weiter.

Ob sich diese Argumente auch in der Modeindustrie durchsetzen werden, bleibt jedoch abzuwarten. Aktuell ist der Trend zu nachhaltiger Produktion im globalen Textilgeschäft noch immer eine Nischenentwicklung.

Foto: Ikea

 

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