Initiative Free Fashion mischt die niederländische Hochzeitsbranche auf
„Nach etwa 30 Minuten wusste ich, dass es das richtige ist“, verrät Lara Peters. Sie blickt auf ihr schlichtes Secondhand-Brautkleid, kurz nachdem sie ihrem Partner inmitten des Trubels am Bahnhof von Utrecht das Ja-Wort gegeben hat.
Zwei Tage zuvor fand die Braut ihr Kleid in einem Pop-up-Store im Bahnhof, der von der niederländischen Organisation ‚Free Fashion‘ betrieben wird. Im Rahmen ihrer Förderung von zirkulärer Mode hat die Organisation beschlossen, die Hochzeitsbranche ins Visier zu nehmen.
„Es ist mir sehr wichtig, die Botschaft zu vermitteln, dass man bei seiner Hochzeit nachhaltige Entscheidungen treffen kann“, erklärt die 42-jährige Peters gegenüber AFP.
Um auf ein Problem aufmerksam zu machen, das ihnen am Herzen liegt, entschieden sich die Nachhaltigkeitskommunikatorin und ihr Ehemann Mathijs Dordregter, 44, für eine Hochzeit im belebtesten Bahnhof der Niederlande. Die Hochzeit wurde teilweise von ‚Free Fashion‘ organisiert.
„Wir wissen, dass die Herstellung eines Brautkleides in Bezug auf die Emissionen ungefähr einer Autofahrt von 250 Kilometern entspricht. Da sie aus vielen verschiedenen Materialien bestehen, sind sie sehr schwer zu recyceln“, erklärt Nina Reimert, Projektleiterin bei ‚Free Fashion‘, gegenüber AFP.
„Das ist also im Moment ein echter Albtraum. Bei 17.000 Hochzeiten pro Jahr in den Niederlanden kann man sich das ausrechnen...“, so die 42-jährige Reimert.
Um die Öffentlichkeit für diesen umweltschädlichen Überkonsum zu sensibilisieren, hat ‚Free Fashion‘ einen Online-Aufruf gestartet. Damit sollen zukünftige Bräute überzeugt werden, bereits getragenen Kleidern ein neues Leben zu geben.
„Liebe für den Planeten zelebrieren“
Für Lot van Os, Mitbegründer:in von ‚Free Fashion‘, ist das Brautkleid ein starkes Symbol, da es normalerweise nur einmal getragen wird. „Wenn wir die Liebe feiern, sollten wir auch die Liebe zum Planeten feiern“, sagte er gegenüber AFP.
‚Free Fashion‘ zählt rund 800 Freiwillige und wird von Stadtverwaltungen beauftragt. Diese möchten ihre Ziele in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Abfallreduzierung erreichen. Die Stiftung, die sich auch als Modemarke präsentiert, arbeitet auch mit Unternehmen zusammen. Dort organisiert sie Kleidertausch-Aktionen für die Mitarbeitenden.
„Wir sprechen dort auch über den zirkulären Wandel, den wir vollziehen müssen. Denn es ist keine Frage des ‚Ob‘, sondern des ‚Wann‘ sich die Dinge ändern werden“, so der 33-jährige Niederländer.
Vegetarisches Essen und öffentliche Verkehrsmittel
„Es gibt bereits genug Kleidung auf der Welt für die nächsten sechs Generationen“, ist neben einer Kleiderstange im Pop-up-Store des Bahnhofs zu lesen. Darauf hängen mehrere Dutzend weiße Kleider.
Das Brautpaar ist sich dieser alarmierenden Realität bewusst und hat es nicht bei einem Kleid belassen. Nicht nur Dordregter kaufte einen Secondhand-Anzug, auch alle Gäste des Paares erschienen im Bahnhof in ihren schönsten Secondhand-Funden.
„Natürlich werden wir uns für ein vegetarisches Essen im Restaurant entscheiden und mit dem Bus oder vielleicht mit dem Fahrrad dorthin fahren. Alles, was ich für die Hochzeit gekauft habe, wurde bereits bei früheren Hochzeiten verwendet“, sagt Peters lächelnd.
Was das Schicksal ihres Kleides nach dem großen Tag angeht: „Es wird nicht in meinem Schrank landen!“, bekräftigt die Braut. Sie ist entschlossen, diese neue Tradition fortzusetzen.
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