Jonathan Anderson: Hohe Erwartungen an seine neue Herrenkollektion in Paris
Nach einer gefeierten ersten Herrenkollektion im Juni kehrt Jonathan Anderson am Mittwoch nach Paris zurück. Er präsentiert eine neue Kollektion für Dior Homme. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die erneuerte Identität der Marke zu unterstreichen und ihren Eintritt in die Haute Couture vorzubereiten.
Die Modenschau findet am zweiten Tag der Pariser Modewoche für Herrenmode statt. Sie beginnt um 14:30 Uhr im Garten des Rodin-Museums und gilt als einer der Höhepunkte der Woche.
„Die Erwartungen sind hoch, der Druck ist groß“, bestätigt Alice Feillard, Einkaufsleiterin für Herrenmode bei Galeries Lafayette, gegenüber der AFP.
Der Designer hat sich auch dieses Mal wieder besondere Mühe mit der Einladung gegeben. Nach Tellern, die erst mit Eiern und dann mit Nüssen verziert waren, verschickte er diesmal einen sehr dandyhaften Seidenkragen aus einer vergangenen Zeit.
Für seine erste Kollektion schöpfte der 41-jährige nordirische Couturier aus den Archiven des 1946 gegründeten Hauses. Er interpretierte das mehrlagige Delft-Kleid durch weite Cargo-Shorts neu und modernisierte die ikonische Bar-Jacke mit ihrer schmalen Taille und den abgerundeten Hüften.
„Meine Idee ist, dass man Dior entschlüsseln und neu programmieren muss“, erklärte er. „Dior ist ein Haus, das fähig ist, aus sich selbst heraus wiedergeboren zu werden“.
Die Modenschau zog zahlreiche Stars an, von Rihanna über Daniel Craig bis hin zu Sabrina Carpenter und Robert Pattinson. Sie endete mit stehenden Ovationen und erhielt sehr lobende Kritiken. Die Presse lobte die gelungene Balance zwischen Tradition und Neuerfindung.
Konsolidieren
Franck Nauerz analysiert, dass Jonathan Anderson „einen völlig anderen Ansatz“ verfolgt als sein Vorgänger Kim Jones. „Nach zehn Jahren Kim Jones und seiner bemerkenswerten Arbeit im Bereich Tailoring“ sehe man nun „viel kreativere, lässigere Kombinationen und etwas weniger Tailoring“. Nauerz ist der Leiter der Herrenmodeabteilungen von Le Bon Marché und La Samaritaine.
„Es war eine äußerst vielversprechende erste Kollektion. Aber sie muss nun mit den Bedürfnissen der verschiedenen Akteur:innen in Einklang gebracht werden“, mahnt der Experte jedoch.
Andersons erste Damenkollektion, die im Oktober vorgestellt wurde, war verhaltener aufgenommen worden.
„Meine Rolle als künstlerischer Leiter von Dior ist es, unsere Kundschaft in ein neues Kapitel zu führen und gleichzeitig ein neues Publikum zu gewinnen. Und ich hoffe, diese neue Dior-Ästhetik in den Alltag zu integrieren“, erklärte der Designer Anfang Januar gegenüber Le Figaro.
Jonathan Anderson gilt als eines der Wunderkinder der Mode. Er wird dafür gefeiert, die spanische Marke Loewe, die ebenfalls zu LVMH gehört, ins Rampenlicht gerückt zu haben. Anderson hat sich einen Ruf als Designer mit makellosen Schnitten und einer großzügigen Verwendung edler Materialien wie Leder und Metall erarbeitet.
Zu seinen bekanntesten Kreationen gehören Bühnenoutfits für Beyoncé und Rihanna. Er entwarf auch die Kostüme für „Challengers“ und „Queer“, zwei Filme des Italieners Luca Guadagnino.
Ziel: Couture
Im vergangenen Juni wurde er nur wenige Wochen nach seinem Einstieg bei Dior Homme zum Nachfolger von Maria Grazia Chiuri für die Damenkollektionen ernannt. Damit ist er der erste Designer seit Christian Dior, der alle drei Linien des LVMH-Flaggschiffs betreut. Seine erste Haute-Couture-Kollektion wird am 26. Januar in Paris vorgestellt.
„Er wird für diese neue Aufgabe mit Spannung erwartet“, betont der Modejournalist Marc Beaugé. Die gleiche Herausforderung steht am nächsten Tag dem neuen künstlerischen Leiter von Chanel, dem französisch-belgischen Designer Matthieu Blazy, bevor.
Die beiden Designer gaben bei der letzten Golden-Globes-Verleihung in Los Angeles Einblicke in ihr Können.
Jonathan Anderson kleidete unter anderem die irische Schauspielerin Jessie Buckley in ein langes, hochgeschlitztes, hellblaues Bustierkleid. Die amerikanische Komikerin Rashida Jones trug ein transparentes schwarzes Spitzenkleid von ihm. Währenddessen trug der amerikanische Star Selena Gomez ein schwarzes Etuikleid mit einem mit weißen Federn besetzten Ausschnitt, das von Chanel entworfen wurde.
Bis zum 25. Januar werden 66 Modehäuser ihre neuen Winterkollektionen im Rahmen von 36 Modenschauen und 30 Präsentationen in Paris vorstellen.
Zu den weiteren Höhepunkten der Woche gehört Véronique Nichanian, die am Samstagabend ihre letzte Kollektion für Hermès präsentieren wird. Nach 37 Jahren an der Spitze der Herrenlinie übergibt sie 2027 an Grace Wales Bonner.
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