Kampf gegen Produktfälschungen soll weiter verschärft werden

Plagiate sind nach wie vor ein großes Ärgernis, vor allem auch für die Modeindustrie. Dabei gehen die internationalen Fälscherbanden immer professioneller vor, nutzen vermehrt digitale Technik zur Verbreitung der Waren und agieren trotz aller internationaler Bemühungen immer erfolgreicher. Knapp 78 Milliarden US-Dollar an Steuergeldern sollen allein den G20-Staaten jedes Jahr durch Produktpiraterie entstehen, hat die 2015 gegründete Coalition Against Illicit Trade (CAIT) errechnet.

Insgesamt sollen der Weltwirtschaft rund 1,8 Billiarden US-Dollar im Jahr verloren gehen, weil immer mehr gefälschte Produkte in Umlauf gelangen. Zudem soll die Produktpiraterie bereits 2,5 Millionen Arbeitsplätze gekostet haben. 3.000 Menschen sollen sogar an den Folgen der kriminellen Aktivitäten ihr Leben verloren haben.

Nun hat die CAIT ein Whitepaper veröffentlicht, das die Marschrichtung der Institutionen im Kampf gegen internationale Fälscherringe vorgeben soll. Das Dokument zeigt die die verschiedenen verfügbaren Lösungen zur Bekämpfung unerlaubten Handels und präsentiert eine Reihe von Prinzipien, die es Marken und Entscheidungsträgern ermöglichen sollen, die fortschrittlichsten Branchenpraktiken formell festzuschreiben. Zudem zeigt das Whitepaper, wie die Digitalisierung zu der zentralen treibenden Kraft für innovative Lösungen und der Fähigkeit zur Bekämpfung immer komplexer agierender Krimineller geworden ist.

Unternehmen und Politik noch immer zu passiv

Geht es nach den Verfassern des Dokuments, muss jedoch vor allem bei der Schaffung internationaler Standards und Überprüfungsmodelle dringend nachgerüstet werden, um sich dem Problem erfolgreich entgegenstellen zu können. Die Organisation wünscht sich daher „die Einführung allgemein anerkannter, Normen etablierender Methoden unter Beteiligung anerkannter unabhängiger Normierungs- oder Standardsetzungsorganisationen in den betroffenen Branchen“. Verbunden damit sollte jede betroffene Branche an der Definition der in der Lieferkette zu sammelnden und zu speichernden Daten mitarbeiten und die Daten den zuständigen Behörden zur Verfügung stellen, heißt es.

Technische Lösungen zur Sendungsverfolgung und Echtheitsüberprüfung von waren gibt es bereits, werden aber noch nicht in dem Umfang eingesetzt, wie sich die CAIT dies vorstellt. Auch bei der Zusammenarbeit von Unternehmen und staatlichen Organisationen gebe es noch großen Nachholbedarf.

„Wir glauben nicht, dass es ein Patentrezept für die Bekämpfung dieses globalen Problems gibt, da Branchen und Regionen vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen. Wir glauben allerdings, dass wir mit einer einen Standard etablierenden Methodik der aktuellen Debatte einen Rahmen geben können, um zu gewährleisten, dass wir bestmöglich auf Technologien zum Kampf gegen diese Kriminellen zurückgreifen können“, so Craig Stobie von der CAIT.

Gefordert ist jedoch auch mehr Verantwortung seitens der Händler. Diese müssten künftig ihre Beschaffungsketten viel genauer überprüfen und genauer hinschauen, von wem sie welche Waren beziehen. Gefälschte Modeartikel enthalten oft chemische Schadstoffe und sind aus minderwertigen Materialien gefertigt. Dies kann bei den Verbrauchern zu Allergien und anderen Gesundheitsschäden führen.

Foto: Claaslietz / pixelio.de

 

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