Karo, Kroko, Kragen: Das sind die Trends in der Damenmode

Mode
Alaïa FW26 - Ready to Wear Credits: Launchmetrics
Von DPA

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Fashionistas sind in diesem Herbst und Winter häufig kleinkariert. Leoparden- und Zebramuster sieht man jetzt womöglich wieder hauptsächlich im Zoo. Und was bislang vor allem im Büro gut ging, wird nun auch außerhalb von Meetings und Co getragen. Nur drei beispielhafte modische Entwicklungen für diesen Herbst und Winter. Doch sie zeigen: Die Mode tut, was Mode tut. Sie wandelt sich.

Was jetzt wirklich angesagt ist, was geht, was kommt, was bleibt – und wie man aktuelle Trendstücke gut kombinieren kann.

Was ist in diesem Herbst und Winter neu?

Der vermehrte Einsatz von Kroko-Optik sticht ins Auge. Zu sehen sind an Krokodilhaut erinnernde Prägungen etwa bei Elie Saab: auf glänzenden Mänteln und Röcken und am taillierten Blouson - zum zarten Glitzerrock.

Alaïa verleiht einem langärmligen roten Flatterkleid mit V-Einsatz in Kroko-Optik Kontur - und Extravaganz. Und Francesca Liberatore spickt den roten Minirock mit mattgrauen Kroko-Elementen.

Wer den Kroko-Trend mitmachen mag, kann aber auch – etwas zurückhaltender – zu Schuhen in Fake-Krokodil-Optik greifen. Oder zu Taschen: Zu sehen sind letztere etwa in der Herbst-/Winterkollektion von Prada - glänzend braun und kombiniert mit einem passenden Kroko-Gürtel.

Und bei Celine: Hier gibt es die Kroko-Prägung auf der kleinen braunen Clutch. Michael Kors setzt bei einer mattschwarzen Schultertasche auf Kroko-Optik. Und bei Lanvin gibt es kniehohe Stiefel mit Schnalle und Krokodil-Prägung.

Achten sollte man beim Tragen von Kroko-Prägungen übrigens vor allem auf ein wenig Fokus. Heißt: Ein Animalprint im Outfit genügt in der Regel.

Soll es etwas mehr sein, dann bleibt man besser bei einem 'Fake-Tier', trägt also etwa die Tasche mit Kroko-Optik zum Fake-Kroko-Gürtel. Zebramuster, Leopardenprint und Co kombiniert man der Stilberaterin Dunja Heß zufolge in jedem Fall besser nicht bunt gemischt - und auch nicht zur Kroko-Optik.

Was hingegen gut geht, sind ihr zufolge klassische Jeans zur Fake-Krokodil-Tasche. „Das ist nicht so laut, aber hat was Modernes.“

Und was ist sonst noch angesagt?

„Beim Thema Outerwear ist im Herbst Faux-Fur-Trim zu sehen“, sagt Vogue-Germany-Redakteurin Valerie Specht. Gemeint ist damit ein Kunstfellbesatz, also ein dekorativer Rand oder Einsatz aus synthetischem Fell, etwa an Kapuzen, Krägen, Ärmeln oder Taschen. „Das war auch schon die letzte Herbst-Winter-Saison richtig groß, wird aber noch weitergehen.“

Auf den Schauen zeigten sich pelzig anmutende Krägen etwa an Jeansjacken – bei Michael Kors – oder an Bomberjacken – bei Simone Rocha.

Brunello Cucinelli setzt Wollflausch an den Kragen der Lederjacke, Dior an den skulpturalen grünen Blazer mit extravaganter Schößchen-Silhouette. Und bei Bora Aksu gibt es den wolligen Kragen zum Karoblazer – in einer auffälligen All-over-Karo-Rock-Kombination.

Überhaupt: Karomuster. Moderedakteurin Valerie Specht zufolge kommen Karos jetzt wieder häufiger zum Einsatz. „Aber eher nicht wie beim typischen Karohemd, wie man es klischeehaft bei den Mitgliedern aus Indie-Bands im Kopf hat, sondern eher als kleine Karos, oft überraschend platziert.“

Bei den Acne Studios sieht man Karos jetzt etwa am langärmligen Top, Chloé setzt auf einen bunten schwingenden Karorock zum Blazer – und Dries Van Noten kombiniert die voluminöse Pufferjacke mit großem Karomuster zur kleinkarierten Bluse.

Und wie trägt man das fernab vom Laufsteg?

Gerne so wie bei Dries Van Noten: Im Karomuster-Mix. Also etwa die Karohose zum Oversize-Karoblazer oder den Karorock zur Karojacke.

„Will man es elegant halten, kann man darauf achten, dass man bei der Größe der Karos einheitlich bleibt“, sagt Dunja Heß. Notwendig ist das aber nicht. „Wir sehen dieses Jahr durchaus den Mix zwischen großen Karos und kleineren Karomustern.“ In dem Fall sollte man ihr zufolge aber auf harmonische Farbkombinationen achten, also etwa auf Karomuster setzen, die alle im selben Blauton gehalten sind. „Denn sind die Farben zu unterschiedlich, so stört das das Auge.“

Karoblazer und Co sind derzeit angesagt. Gibt es noch mehr Trends, die sich auch im Businessmeeting gut machen?

Klare Silhouetten, Blazer mit breiten Schultern und vor allem Nadelstreifen, sagt Dunja Heß. Letztere sind ihr zufolge jetzt vor allem in Form der klassischen Nadelstreifenhose zu sehen, oder beim Nadelstreifenanzug.

Was der Stilberaterin zufolge derzeit aber besonders auffällt, ist die Art, wie Kleidungsstücke mit klassischem Business-Touch mittlerweile zum Einsatz kommen, nämlich längst nicht mehr nur im Büro.

„Der Business- und Freizeitlook vermischt sich mittlerweile sehr“, sagt Heß. „Aber während wir früher angefangen haben, Freizeitstücke im Business zu tragen, hält der Business-Style jetzt eher Einzug in die Freizeit.“

Der skulpturale Blazer wird also gerne auch am Abend anbehalten, der Bleistiftrock fernab von Schreibtisch und Laptop.

Dunja Heß rät: Weitere Nadelstreifenhosen zum weißen T-Shirt tragen – gerne auch in Kombination mit Sneakern.

Und welche Hosen trägt man diesen Herbst und Winter sonst noch?

Vor allem weitere Modelle, beispielsweise mit runder Ballonform. Außerdem kehrt ein Klassiker zurück: die Straight Leg Jeans.

Vogue Germany-Redakteurin Valerie Specht sieht etwa die Regular Levi's 501 wieder im Kommen, „also mit ganz geradem Schnitt, die erst mal so gar nichts will, aber trotzdem eine gewisse Effortlessness mit sich bringt und am besten schön eingetragen daherkommt.“

Und wie kombiniert man die geraden Jeans?

Sie machen sich Dunja Heß zufolge etwa gut in einem All-over-Denim-Outfit, also etwa zu Jeanshemd und Jeansjacke. Außerdem sitzen gerade geschnittene Jeans ihr zufolge jetzt meist recht hoch.

Und „mit einem Oversized Blazer und einem schmalen Shirt darunter, das die Taille betont, sieht das super modern aus.“

Wem das alles zu schlicht ist, der kann auch zu Jeans mit auffälligen Details greifen: Perlen, Nieten, Glitzer, Spitze etwa. Sie alle sind Stilberaterin Heß zufolge jetzt wieder häufiger zu sehen.

Laut Vogue Germany-Redakteurin Valerie Specht übrigens auch wieder angesagt: Gürtel. Und zwar in einer lange eher in der Versenkung verschwundenen Variante: als Logo-Gürtel – und gerne mit großer goldener Schnalle, etwa bei Dior.

Was sieht man jetzt weniger, welche Trends sind die längste Zeit Trends gewesen?

„Das ganz Knallige ist komplett weg“, sagt Stilberaterin Dunja Heß. Neonfarben sind also passé. Und bye-bye Pink.

Statt auffälliger Farben spielen ihr zufolge Grautöne eine wichtige Rolle, etwa in Kombi mit einem sanften Buttergelb, das sich aus dem Sommer in die kalte Jahreszeit hinüberretten kann.

Und: Schokobraun. Laut Dunja Heß ist der warme Braunton sogar die Farbe der Saison. Und das „auch gerne monochrom gestylt.“

Wer es etwas kräftiger mag, kann außerdem zu Rottönen greifen. „Angesagt sind hier aber auch eher die dunklen Varianten, also Bordeaux, Kirschrot“, sagt Heß, „und dann noch ein Pflaumenton.“

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